Wie viel Schlaf braucht der Mensch?

Der Bedarf an Schlaf ist von Mensch zu Mensch verschieden. Deshalb gibt es kein absolutes Maß dafür, sondern nur individuelle Erfahrungswerte. Für die jeweilige Person ist die benötigte Schlafmenge allerdings sehr stabil.

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In jedem Fall gilt: Eine intakte Schlafstruktur ist für die Erholungsfunktion des Schlafs wichtiger als die absolute Schlafdauer. Entscheidend ist, dass Sie Ihren Schlaf als erholsam empfinden. Denn Erholung und Regeneration gehören zu den Hauptaufgaben des Schlafens. Einer überlebenswichtigen Funktion, die erstaunlicherweise wissenschaftlich noch immer nicht befriedigend erforscht ist.

Durchschnittliche Schlafdauer hierzulande: 7 Stunden

Über die optimale Menge an Schlaf und wie sie über den Tag verteilt sein sollte, gehen in der Wissenschaft die Meinungen auseinander. In den Fokus der Betrachtung rückt zunehmend die Erkenntnis, dass nicht nur zu wenig, sondern auch zu viel Schlaf gesundheitsabträglich sein kann.

Eine gängige schlafmedizinische Zahlenangabe für das gesunde Schlafmaß lautet 7-8 Stunden. Das deckt sich mit dem Ergebnis einer repräsentativen Umfrage zum Schlafverhalten der deutschen Bevölkerung. Als optimale Dauer für einen erholsamen Nachtschlaf ergab sich ein Mittelwert von 7 Stunden und 14 Minuten. In verschiedenen Studien aus dem deutschen und angloamerikanischen Raum wurde eine tatsächliche durchschnittliche Schlafdauer von 7 Stunden ermittelt – mit Unterschieden in der Schlaflänge zwischen Werk- und Feiertagen. Das Gefühl, nicht ausreichend Schlaf zu bekommen, um vollkommen erholt zu sein, ist dabei offenbar weit verbreitet.

Je älter wir werden, desto geringer wird das Schlafbedürfnis

Das individuelle Schlafbedürfnis schwankt allerdings beträchtlich. Im allgemeinen liegt es zwischen 6 und 10 Stunden bei Erwachsenen. Aber auch bei 4 Stunden oder 12 Stunden täglicher Schlafdauer kann gesundheitlich alles okay sein, sofern sich der betreffende Mensch damit wohl fühlt. Prominente Beispiele für die Extreme sind Napoleon (4 Stunden) und Albert Einstein (14 Sunden).

Das Schlafbedürfnis nimmt im Laufe des Lebens jedenfalls ab. Während Neugeborene noch bis zu 18 Stunden und Säuglinge bis zu 16 Stunden über den Tag verteilt mit dem Schlafen zubringen, kommt im Alter die "senile Bettflucht": ein meist deutlich verringertes Schlafbedürfnis.

Autor: Dr. Hubertus Glaser

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