Woran erkennt man, dass Medikamente an der Schlaflosigkeit schuld sind?

Viele Medikamente können als Nebenwirkung zu Schlafproblemen führen. Sie können das Einschlafen, das Durchschlafen oder auch die Schlafdauer negativ beeinflussen. Das zu erkennen, ist aber oft nicht leicht.

Unsere 11 wichtigsten Tipps gegen Schlafprobleme

weiterlesen...

Nicht immer bemerkt man es gleich

Manchmal treten die Nebenwirkungen nur zu Beginn der Tabletteneinnahme auf und verschwinden nach kurzer Zeit wieder. Häufig machen sie sich aber auch erst bei einer längeren Anwendung der Medikamente bemerkbar. Dann ist es besonders schwierig, sie als Auslöser der Schlafstörungen zu erkennen. Das ist umso bedauerlicher, als in solch einem Fall eventuell schon einfache Maßnahmen die erholsame Nachtruhe wiederherstellen  könnten. Etwa durch Verlegung des Einnahmezeitpunkts der Tabletten oder durch Umstellung auf einen anderen geeigneten Wirkstoff.

Leider hilft das nicht immer und es muss zwischen der erwünschten therapeutischen Wirkung des Medikaments und den unerwünschten Schlafproblemen abgewogen werden. So oder so sollten Sie mit Ihrem Arzt sprechen und sich beraten lassen, bevor sie ein möglicherweise schlafstörendes Medikament absetzen.

Medikamenteneinnahme protokollieren – und auf Dauer vermeiden

Was in jedem Fall gut ist: Protokollieren Sie Ihre Medikamenteneinnahme.

  • Wann haben Sie damit begonnen?
  • Welche Medikamente nehmen Sie zu welcher Tageszeit ein?
  • Haben sich Ihre Schlafstörungen bei einer Erhöhung der Dosis verstärkt?
  • Hat sich Ihre Schlafqualität in der Folge verändert?

Wenn Sie alle Arzneimittel mit Dosierung und Einnahmezeitpunkt in einer Liste zusammenfassen, erhalten Sie einen guten Überblick. Dass dies so selten gemacht und auch von den Ärzten meist nicht unterstützt wird, ist nicht nur erschreckend fahrlässig, sondern oft auch schädlich.

Im Interesse Ihrer Lebensqualität sind zwei Dinge bei medikamentös verursachten Schlafstörungen – und nicht nur dann – besonders wichtig:  Eine gute Kommunikation zwischen Ihnen und dem Versorgungsteam (Hausarzt, Facharzt, Apotheker). Und Ihr Wille, die eigenen Selbstheilungspotenziale zu nutzen, um das Medikament und die von ihm verursachte Schlafstörung wieder loszuwerden.

Autor: Dr. Hubertus Glaser

Haben Sie eigene Erfahrungen oder eine andere Meinung? Dann schreiben Sie doch einen Kommentar (bitte Regeln beachten).
Anzeigen