Wann ist eine Untersuchung im Schlaflabor sinnvoll?

Schlafstörungen sind sehr häufig, gehen aber auch oft von selbst wieder vorüber. Nicht jede Schlafstörung muss deshalb behandelt oder gar im Schlaflabor untersucht werden. Die Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin empfiehlt eine Untersuchung im Schlaflabor in folgenden Situationen:

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  • schwere Schlafstörungen, die Ihr Wohlbefinden erheblich beeinträchtigen oder Ihre Leistungsfähigkeit durch Müdigkeit tagsüber einschränken;
  • über längere Zeit anhaltende Schlaflosigkeit, deren Behandlung über mehr als ein halbes Jahr nichts gebracht hat;
  • dringender Verdacht auf eine körperlichen Ursache der Schlafprobleme wie Schlafapnoe, nächtliche Herzrhythmusstörungen, Restless-Legs-Syndrom, Epilepsie, Bluthochdruck;
  • auffällige Verhaltensweisen im Schlaf mit unklarem Hintergrund, vor allem bei möglicher Eigen- oder Fremdgefährdung;
  • Schlaflosigkeit im Rahmen von Schlaf-Wach-Rhythmus-Störungen (z.B. bei Schichtarbeit, vor allem dann, wenn Maschinen oder Fahrzeuge bedient werden);
  • wenn gleichzeitig körperliche oder psychische Erkrankungen bei Ihnen vorliegen, die vermutlich mit Ihren Schlafstörungen interagieren und diese schwer behandelbar machen.

Häufiger Untersuchungsgrund: Verdacht auf Schlafapnoe

Eine häufige Ursache für eine schwere Schlafstörung, die oft als solche zunächst gar nicht wahrgenommen wird, ist die sogenannte Schlafapnoe. Dabei kommt es zu wiederholten Atemaussetzern während des Schlafens. Der erste Hinweis darauf ist meistens ein lautes, unregelmäßiges Schnarchen mit Atemaussetzern, das Sie selbst gar nicht mitkriegen, wohl aber Ihr Bettnachbar. Wegen des gestörten Schlafablaufs fühlt man sich am Morgen meist unerholt und tagsüber unerhört müde.

Die Überweisung ins Schlaflabor erfolgt in der Regel über den Haus- oder Facharzt. Eine vorschnelle Überweisung findet heute aus Kostengründen eher nicht statt. Die Krankenkasse erwartet, dass zunächst der Versuch unternommen wird, die Schlafstörung mit einfacheren diagnostischen Methoden eindeutig zu ermitteln.

Autor: Dr. Hubertus Glaser
Quelle: S3-Leitlinie „Nicht erholsamer Schlaf/Schlafstörungen“ (2009) der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin

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