Schlafentzug gegen Schlaflosigkeit: Geht das?

Ja. Auch wenn es reichlich merkwürdig klingt. Dass ausgerechnet Schlafentzug gegen Schlaflosigkeit helfen soll, erscheint auf den ersten Blick ja geradezu paradox. Tatsächlich zählt der Schlafentzug aber mit etwa 75% Wirksamkeit zu den bewährten Methoden, um Menschen mit Schlafstörungen wieder zu einer besseren Nachtruhe zu verhelfen.

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Positivkreislauf durch erhöhten Schlafdruck und Konstanz

Und das lässt sich auch erklären: Durch die konsequente Reduzierung der Bettliegezeit auf beispielsweise 5-6 Stunden wächst das Bedürfnis nach Schlaf. Der "Schlafdruck" steigt, wie die Mediziner sagen. Damit steigen auch die Chancen, dass Sie schneller einschlafen und besser durchschlafen.

Wenn dies gelingt, nimmt die Angst vor dem Zubettgehen ab. Das Thema Schlaf verliert seinen Schrecken und seine Dominanz in Ihrer Gedankenwelt. Mit konstanten Bett- und Aufstehzeiten stabilisieren Sie zudem Ihren Schlaf-Wach-Rhythmus und gewinnen wieder die Kontrolle über Ihr Schlafgeschehen. Ein Positivkreislauf setzt ein.

Den gezielten Schlafentzug sollten Sie mit ärztlicher Unterstützung durchführen. Und begleitet von weiteren Maßnahmen, wie dem Ausschluss anderer schlafstörender Erkrankungen, der Optimierung Ihres Schlafverhaltens und der Beschäftigung mit möglicherweise tiefer liegenden Ursachen.

Autoren: Dr. Hubertus Glaser & Dr. med. Jörg Zorn

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