Wie nimmt man Schlafmittel richtig ein?

Für die sichere und wirkungsvolle Anwendung von Schlafmitteln gilt als generelle Faustregel: möglichst kurz, möglichst niedrig dosiert und möglichst ohne abruptes Absetzen.

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Und egal ob mit Rezept oder selbst gekauft: Vor der Einnahme von Schlafmitteln sollten Sie mit Ihrem Arzt ausführlich darüber sprechen und sich beraten lassen. Rät er Ihnen ausdrücklich dazu? Welches Mittel erscheint für Sie geeignet oder definitiv ungeeignet? Wie ist bei der Dosierung vorzugehen? Mit welchen Nebenwirkungen ist zu rechnen?

Tipps zum Umgang mit Schlafmitteln

Folgende Hinweise für die richtige Anwendung von Schlafmitteln sind beachtenswert:

  • In manchen Fällen sollte möglichst gänzlich auf Schlafmedikamente verzichtet werden, etwa bei Schlafapnoe (Schnarchen und Atemaussetzer im Schlaf) oder bei einer Suchterkrankung.
  • Auch sonst sollte der Einsatz von Schlafmitteln immer kritisch hinterfragt werden und die Ausnahme bleiben. Das gilt vor allem für die stärkeren, synthetischen Präparate. Wegen der Gefahr der Gewöhnung sollten die Schlaftabletten möglichst nicht länger als vier Wochen geschluckt werden. Bis zu acht Wochen werden von verschiedenen Expertenkommissionen in aller Regel als noch vertretbar angesehen.
  • Bei manchen Wirkstoffgruppen, vor allem den Benzodiazepinen (Diazepam, Valium u.v.a.), besteht ein gewisses Abhängigkeitsrisiko bei mehrwöchiger Einnahme. Zudem ist die Wirksamkeit von Schlafmitteln über lange Zeiträume nicht nachgewiesen. Häufig stellt sich ein Wirkungsverlust ein.
  • Deshalb sollten Sie bereits zu Beginn der Therapie deren Endzeitpunkt festlegen, am besten gemeinsam mit Ihrem Arzt.
  • Machen Sie öfter mal eine Tablettenpause. Nehmen Sie das Schlafmittel beispielsweise nur jede zweite Nacht oder nur dann, wenn Sie am nächsten Tag besonders ausgeruht sein müssen.
  • Verwenden Sie die geringste, noch wirksame Dosis.
  • Setzen Sie die Tabletten möglichst nicht abrupt ab. Sonst kommt es eventuell zu akuter Schlafverschlechterung, mitunter auch zu Albträumen, sowie zu Unruhe und Angst. Besser ist es, schrittweise immer weniger und seltener von dem Schlafmittel Gebrauch zu machen.
  • Auch wenn Ihnen eine gutmeinende Person aus Ihrem persönlichen Umfeld gerne die eigenen Schlaftabletten anbietet, sollten Sie dankend verzichten. Denn nicht nur die Schlafstörungen und ihre möglichen Ursachen sind verschieden, die Menschen sind es erst recht. Ein- und dasselbe Schlafmittel kann bei verschiedenen Menschen unterschiedlich anschlagen. Im besten Fall merken Sie dann gar nichts, vielleicht werden Sie aber noch munterer.
  • Beachten Sie, dass synthetische Schlafmittel, auch die in der Apotheke frei verkäuflichen, aufgrund ihrer längeren Wirkdauer einen sogenannten Hangover verursachen können, also Müdigkeit, Abgeschlagenheit und Unkonzentriertheit am nächsten Morgen. Das ist nicht nur unangenehm, sondern kann auch gefährlich werden, etwa im Straßenverkehr. Außerdem besteht die Gefahr der Gewöhnung mit einem Teufelskreis aus Wirkungsverlust und nachfolgender Dosissteigerung.
  • Pflanzliche Schlafmittel haben den Vorteil, dass sie weder einen Hangover noch eine Gewöhnung verursachen. Sie erzwingen den Schlaf nicht, sondern wirken schlafanstoßend. Daher kann es leider auch etwas dauern, bis ihre Wirkung eintritt. Wenn diese überhaupt ausreichend ist.
  • Achten Sie auf die Empfehlungen von Arzt und Apotheker und auf die Packungsbeilage, ob Sie das jeweilige Schlafmittel einnehmen dürfen. Dies ist etwa für die Wirkstoffe Diphenhydramin und Doxylamin der Fall, wenn Sie gleichzeitig einen Grünen Star (Glaukom) oder eine ausgeprägte Prostatavergrößerung haben.

Autor: Dr. Hubertus Glaser

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