Erhöhen Schlafmittel die Sturzgefahr in höherem Alter?

Ja. Nicht bei jedem, aber im Schnitt schon. Und im Grunde ist das ja auch kein Wunder. Schlafmittel machen einen schläfrig, das ist ihr Zweck. Und wer etwas unaufmerksamer oder benommener ist, fällt leichter hin.

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Generell gilt: Je älter wir Menschen werden, desto höher ist die Sturzgefahr. Und desto gefährlicher sind die möglichen Folgen. Bestimmte Medikamente erhöhen dieses Sturzrisiko zusätzlich.

Auch bei moderneren Präparaten ein Problem

Zu den relevanten Wirkstoffgruppen zählen neben Beruhigungsmitteln und Antidepressiva auch Schlafmittel. Das wurde in zahlreichen Studien ermittelt. Das gilt offenbar auch für die heute am häufigsten verschriebenen sogenannten Z-Substanzen Zolpidem, Zopiclon und Zaleplon. Sie setzen an denselben Rezeptoren an wie die klassischen Benzodiazepine (Valium & Co), wirken aber weniger benebelnd und haben ein geringeres Abhängigkeitsrisiko als diese.

Gerade ältere Menschen sind unter Schlafmittel-Einnahme nachts mitunter verwirrt und stürzen leichter, zumal die Substanzen auch die Muskelspannung herabsetzen.

Schlafmittel nur mit Bedacht einnehmen

Ein Grund, gänzlich auf die synthetischen Schlafförderer zu verzichten, ist das zwar nicht. Denn auch die Schlafstörungen selbst können die Ursache von Stürzen sein. Oft lässt sich das nur schwer vom Arzneimitteleinfluss abgrenzen. Die teilweise vorschnelle und unreflektierte Verschreibungs- und Einnahmepraxis von Schlaftabletten muss aber kritisch hinterfragt werden.

Natürliche Schlafmittel auf Heilpflanzenbasis sind nicht so wirksam wie die Chemieprodukte, erhöhen dafür aber auch nicht die Sturzgefahr.

Autor: Dr. Hubertus Glaser

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