Sind Menschen mit Schizophrenie selbstmordgefährdet?

Studien zeigen, dass Menschen mit einer Psychose (wie der Schizophrenie) im Vergleich zu anderen Personen mit psychischer Erkrankung besonders häufig Selbstmord begehen oder Selbstmordversuche unternehmen. Nur bei Depressionen ist das Selbstmordrisiko ähnlich stark ausgeprägt.

Bei guter therapeutische Betreuung und Begleitung ist die Gefahr aber sehr gering.

Autorin: Dr. med. Julia Hofmann

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Kommentare (14)
Totalremission der Beschwerden bei medikamentöser Therapie
14 Montag, den 26. November 2018 um 00:17 Uhr
Wulf-Peter Hansen
Ich leide seit 38 Jahren (bin jetzt 59) an Schitoaffektiver Psychose, also einer Erkrankung mit schizophrenen und stimmungsmäßigen Symptomen (affektive Störung). Ich nehme eine relativ hohe Dosis von Psychopharmaka, darunter auch Antipsychotika täglich 4x ein. Ich hatte eine 5-jährige Zeit der Depression mit 3 Suizidversuchen, bevor 1980 die - damls als paranoid-halluzinatorisch diagnostizierte-Psychose auftrat: ich glaubte, eine Wiedergeburt Jesu Christi zu sein, und dass ein Atomkrieg globalen Ausmaßes die Welt innerhalb kürzester Zeit in Schutt und Asche legen würde. Durch intensive Psychopharmaka- und Psycho-Therapie, verbunden mit einfühlsamer Seelsorge, habe ich meine Erkrankung in den Griff bekommen. Heute, genauer: seit 2001, arbeite ich als sog. Peer-Mitarbeiter in einer Selbsthilfegruppe sowie in einer Münchener psychiatrischen Klinik, d.h., als Betroffener - mit 4-jähriger Ausbildung direkt am Pat. - habe ich die große Chance bekommen, anderen Mitbetroffenen zur sog. compliance, zu deutsch: zur Krankheitseinsicht zu verhelfen. Ich begleite die Mitpat., die zu 98% meine eigenen Sprechstunden weiterempfehlen, wie eine Evaluation ergeben hat. Mit meinem Chef damals,war ich - gemeinsam mit einem Klinik-Oberarzt - in der Talkshow von Johannes B.Kerner. Ich habe öfters schon Sendungen im Fernsehen mitgestalten dürfen und auch versch. Zeitungen (z.B. Süddeutsche Zeizung u.a. m.) haben über meine Leidenszeit berichtet. Vor kurzem sind die Angst-und Panikattacken durch ein Gespräch mit einer befreundeten Ärztin verschwunden, die mich während der Zeit der Entstehung meiner Erkrankung bereits gut kannte. Heute bin ich symptomfrei, habe aber die ganz individuelle Entscheidung getroffen, die Medikation unverändert bis an mein Lebensende fortzusetzen. Mein Körper käme völlig durcheinander, wenn ich plötzlich absetzen oder eigenmächtig reduzieren würde. Die Folgen wären Rückfälle und fortgesetztes Leid. Ich habe mich entschieden, und erhebe damit keinen Anspruch auf Allgemeinverbindlichkeit meiner Entscheidung. Ich kenne allerdings keinen Pat., der oder die nach mehr als 1 Schub bei Medikam.-Reduktion oder -Absetzen dauerhaft genesen wäre. Ich habe ein intensives religiös-spirituelles Leben als kath. Christ, und schöpfe daraus die Kraft, ein symptomfreies Leben ohne Wahnvorstellungen oder Wahrnehmumgsstörungen wie Halluzinationen zu leben. Ich bin beruflich und sozial integriert und kämpfe in unserer Trialogischen Selbsthilfegruppe, d.h. mit "Profid", Betroffenen und Angehörigen für die Entstigmatisierung psychiatrisch relevanter Erkrankungen. Ich führe ein zufriedenes und überwiegend glückliches Leben. Natürlich auch mit Konflikten, wie jeder Mensch. Ich wünsche allen Betroffenen und Angehörigen und auch den Profis alles Gute für ihren schwierigen Weg!
Wulf-Peter Hansen.
Mein Sohn ist in Behandlung (Reha)
13 Donnerstag, den 31. Mai 2018 um 20:17 Uhr
Gretel
Kann er gesund werden? Er ist Anwalt.
chronische Schizophrenie
12 Freitag, den 11. August 2017 um 18:20 Uhr
fortwart
Zuerst meine Antwort an "momo"...mir geht es genauso. Komme nicht darüber hinweg, dass ich meinen Partner nach Hause ließ, alleine. Wir wohnten nicht zusammen. Leider habe ich zu spät bemerkt, wie schlecht es ihm ging. Zusätzlich zu seiner Schizophrenie, die vor knapp zwei Jahren wiederkam, hatte er eine Depression. Am letzten Tag, als er bei mir war, sprach er kaum noch. Leider ließ ich ihn nach Hause. Ein paar Stunden später erhängte er sich. Dass war vor knapp drei Monaten.
Hätte ich vorher über Schizophrenie das gewusst, was ich mittlerweise weiß, hätte ich ganz anders reagiert. Trotz allem, ich würde die Partnerschaft mit meinen verstorbenen Schatz wieder eingehen. Die Menschen sind sehr feinfühlig und verständnisvoll für Ihre Partner. Es tut mir sehr weh, dass er die Welt durch Suizid verlassen hat und ich ihn nicht halten konnte. Zu spät habe ich bemerkt, wie er dem Abgrund zusteuerte. Er wollte sich nicht einweisen lassen und auch nicht durch den Psychiater begleiten lassen. Leider.
Ich kriegs so hin
11 Freitag, den 21. Juli 2017 um 00:07 Uhr
leo
Hi,
auch ich wurde einst, 8 Jahre ist das nun her, mit Schizophrenie diagnostiziert. Ich wollte von Anfang an keine Neuroleptika nehmen, hat sich bis heute nicht geändert, damals wurde ich jedoch gezwungen, was meine Suizidalität eher befeuerte denn eindämmte. Werde ich heute noch suizidal, das kommt vor, dann rauche ich einen. Wirkt sofort, man hat direkt kritische Distanz gewonnen, und kann es dann häufig sogar mit Humor nehmen.
Das A und O der Krisenprävention ist Stressvermeidung; auch dabei bietet mir Cannabis gute Dienste. Auch habe ich festgestellt, dass ich ohne intensiven langen Schlafentzug in keine Krise rutsche; schlafen ist also auch im Sinne der Stressregulation extrem wichtig.Maßvolles Sport treiben scheint auch zu helfen.
Tatsächlich höre ich noch gelegentlich Stimmen, aber ob der Inhalte sind die meist recht fix als stressbedingte Manifestationen der Angst identifizierbar. Und Angst ist ja als Warnmechanismus überlebenswichtig.
Ich halte die Schizophrenie für nichts schlechtes; schaue ich auf meinen Lebenswandel, so würde ich viel eher, obgleich Agnostiker, von einem Geschenk Gottes sprechen. Denn ohne dass ich das erlebt hätte, so gruselig es auch gewesen sein mag, würden mir viele Einsichten, die mir heute selbstverständlich scheinen, fehlen, mein Leben wäre bedeutend ärmer.
Die hohe Suizidalität unter Schizophrenen ist glaube ich auch ein zivilisatorisches Phänomen, ebenso wie die Klassifizierung der Schizophrenie als Krankheit ja keineswegs unumstritten ist.
Wir würden dich vermissen!
10 Dienstag, den 06. Juni 2017 um 21:46 Uhr
Asteria
Meine Mutter hat jetzt schon zum zweiten Mal versucht, diese Welt zu verlassen... Das erste Mal war ich ungefähr 15 Jahre alt, als ich sie in meinem Kinderzimmer zwischen Bett und Couchtisch, völlig benebelt von ihren Psychopharmaka, fand. Sie kam dann für längere Zeit ins Krankenhaus und ich kümmerte mich um meine 13jährige Schwester.
Heute bin ich 25 und habe meine Mutter gestern wieder mit einer Medikamentenüberdosis (dabei werden diese mittlerweile vom ASB dosiert und sie hat nicht mehr die ganze Packung von jedem Medikament zu Hause) gesehen. Diesmal direkt im Krankenhaus. Sie sah so furchtbar aus. Sie hatte so eine Art Schaum im Mund und hat die ganze Zeit gezuckt, so als würde sie krampfen und konnte kein Wort sprechen, sondern gab nur krächzende Worte von sich. Zudem bekommt sie auch jetzt noch Sauerstoff zugeführt. Angeblich hat sie eine leichte Lungenentzündung. Man kann noch nicht genau sagen, ob sie irgendwelche Schädigungen davon trägt.
In der Wohnung fanden wir eine große Menge Tabletten. Wie viele hatte sie wohl genommen, wo doch noch so viele Tabletten im Bett lagen? Woher hatte sie die Tabletten überhaupt? Aber am schlimmsten waren die Abschiedsbriefe. Für jeden Menschen, den sie liebte einer. Und das Handtuch, welches mir so gut gefiel, welches sie mir wohl vererben wollte... Wie soll ich ihr denn morgen begegnen? Wird sie dich für den Versuch schämen? Wird sie traurig sein, dass sie nun doch noch lebt?
Bitte gebt euch nicht so schnell auf und sucht euch Hilfe! Auch wenn ihr es vielleicht manchmal nicht sofort sehen könnt, aufgrund eurer Krankheit, aber das Leben ist schön und ich bin mir sicher, auch in eurem Umfeld gibt es Menschen, die euch vermissen würden. Ich wünsche allen Betroffenen, die das hier lesen, alles Gute. Fühlt euch gedrückt.
Meine Schwester ist wie weg
9 Dienstag, den 14. März 2017 um 21:56 Uhr
Sorgenfresser77
Sie hört Stimmen! Menschen kommen aus den Wänden. Man wird gefragt, siehst du sie, sie stehen hinter mir. Sie nimmt Befehle von jemanden an, der nicht da ist !....
Kinder wurden polizeilich aus ihrer Wohnung geholt. Da sie Sachen geäußert hat, die schrecklich waren.
Sie lässt sich nicht helfen nimmt keine Medikamente. Gesundheitsamt hat sie noch nicht eingewiesen, sie ist erwachsen.... Ich bekomme echt Angst, weil sie äußert Dinge, die für mich stark an Suizid denken lassen....
Was kann ich tun ?????
da sein
8 Mittwoch, den 16. November 2016 um 22:19 Uhr
Siri81
Ich habe zu helfen versucht. War da. Es kommt mir vor, als sei diese Erkrankung bei sensiblen und intelligenten Menschen und quält sie. Selbstmord ist so ein weites Feld. Welcher Teil wollte das? In welchem Moment? Egal. Unabänderbar jetzt. Zu stolz gewesen vielleicht. Zu naiv. Alleine schaffen? Zu zweit ist vieles einfacher. Einfach sein dürfen wie man ist. Freundachaft vielleicht.
Weil ich es bei meinem Bruder erlebt habe, möchte ich einem anderen als Ansprechpartner dienen. Ich bin da. Und stark genug für deine Wahrheit. Wenn du möchtest melde dich. Whatsup 0176 22345020 und ja, die Welt und Arbeitswelt ist größtenteils wirklich mies. Vielleicht weil man die Erkrankung nicht auf den ersten Blick erkennen kann.
Sind Menschen mit Schizophrenie selbstmordgefährdet?
7 Dienstag, den 16. August 2016 um 08:27 Uhr
Alex
Ja warum? Unsere Gesellschaft ist so was von brutal geworden in Hinsicht fehlender Menschlichkeit, kommt noch dazu, dass keine Gnade in unserer Arbeitswelt existiert, was die Integration von psychisch Kranken (insbesondere Schizo-Typen) ermöglicht wird
Psychose
6 Mittwoch, den 10. August 2016 um 22:55 Uhr
Zweistein
Das schlimmste ist die eigene Ungewissheit. Man fühlt sich selbst gegenüber so fremd.
Wie es anfing, erinnere ich nicht mehr, ich kiffte eines Tages, ging ich an meinen Lebensstil anzuzweifeln, ich hörte Stimmen, sprach in mir mit Gott und dem Teufel, ich erkannte mein Gesicht nicht mehr im Spiegel. Ich habe keinen Bezug mehr zu Menschen, ich suche nach Verbundenheit, um etwas zu erfühlen, da ist nichts mehr. Ich habe zu offen mit meiner psychischen Erkrankung gesprochen, jeder meiner alten Freunde behandelt mich wie einen Idioten. Man fühlt sich ausgegrenzt, man verliert alles, ein normales Leben, ich weiß nicht mehr wie das aussieht. Schizophrenie oder Depression ich kann nicht unterscheiden. Jetzt gehe ich zum Psychiater. Es gibt viele positive und negative Aspekte meiner Krankheit, eigentlich würde ich lieber zurück und vorankommen, aber es ist nicht möglich.
Es gibt keine Struktur, mal überkommt mich ein Jesuskomplex, durch Trigger draußen laufe ich rum, wie auf glühendem Eisen, welches meine Sicht benebelt. Meine Gestik spielt verrückt, ich habe Ängste. Mal habe ich Geistesblitze, Ideen. Brillante Ideen. Bezüglich Themenbereichen, die mich nie interessiert haben, durch reines Herzdenken. Ideen in der Physik und Naturwissenschaft, die sich oft bestätigt haben. Nach einiger Zeit der intensiven Arbeit verfalle ich wieder in Lethargie, bei emotionaler Belastung. Eine Beziehung zu führen, körperliche Nähe zuzulassen, ich habe mit meinen 23 Jahren noch nie eine Frau geküsst, die ich liebe. Ich habe unzählige Menschen verletzt, es nicht realisiert, mir wichtige Menschen verloren, die ich liebe.
Eine eigene Persönlichkeit besitze ich kaum noch. Ich bin größtenteils in meinem Zimmer, habe viele Freunde, bei jedem verstelle ich mich anders. Ich nehme alles intensiver war, nur mich selbst nicht. Mal bin ich Tod, mal bin ich lebendig. Den einzigen Abschnitt in meinem Leben, mit eigenständiger Persönlichkeit, hatte ich nach einer Trennung, nach der Psychose. Ich war glücklich, extrovertiert, selbstbewusst und anerkannt.
Jetzt arbeite ich in der Pflege. Ich tue mich schwer, mich zu strukturieren. Ich wollte mal etwas erreichen. Erwachsen werden, Veränderungen wahrnehmen und verarbeiten, oder eine schwere Psychose. Viele halten Abstand zu mir, ich distanziere mich, neue Freunde distanzieren sich von mir. Mir bedeutet das alles nichts. Menschen bedeuten mir nichts, es ist grausam. Manchmal wünsche ich mir den Tod, manchmal akzeptiere ich mich, wie ich bin, verwerfe den Gedanken und versuche an mir zu arbeiten.
*
5 Donnerstag, den 30. Juni 2016 um 23:30 Uhr
*
Ich finde es extrem anstrengend schizophren zu sein. Kann mir das jemand abnehmen? Nur für eine Stunde. Das ist voll belastend. Ich würde gerne mal wissen, wie es ist, das nicht zu haben.
Schizophrenie
4 Dienstag, den 24. Mai 2016 um 11:39 Uhr
hilfe
Nun gut, es kann sein, dass man einfach aufgibt, weil nichts geholfen hat, man immer mehr merkt, dass das Problem unerträglich wird, niemand einen versteht, man nicht mehr reden kann, sich immer angegriffen fühlt und ganz einfach von Angst zerrissen wird. Am schlimmsten sind die Trigger, wenn man denkt, die Leute beschimpfen einen, obwohl es ist egal.
Wenn man als verrückt gilt und es chronisch ist, bekommt man keinen Job mehr, nur Tätigkeiten weit unter dem Können, es ist herablassend, wenn man auf die Nebenwirkungen von den Neuroleptika reduziert wird und dass beim Absetzen immer wieder der Rebound kommt. Da ist der Tod gar nicht mal so übel als durch Isolation totale Leere im Kopf, Konzentrationsunfähigkeit, ohne Freunde außer Telefonseelsorge, keinen zum reden, es ist endlos, einzig und allein. Nachts, wenn es still ist, geht es einigermaßen, ansonsten die Hölle
Suizid
3 Mittwoch, den 14. Oktober 2015 um 16:49 Uhr
Veronika Maaß
Ich habe am 26.09. 2015 meinen Sohn verloren, er sprang vom Hochhaus aus dem 24. Stock. Er litt an einer paranoiden Schizophränie, aber er wollte keine Hilfe annehmen, keine Medikamente. 4 Therapien waren erfolglos, das hat ihn mit 24 Jahren das Leben gekostet. Wir waren alle ratlos und mussten hilflos zusehen, wie er uns immer mehr entglitt und in seiner eigenen Welt lebte.
Ich bin so unsagbar traurig, aber was häte ich tun sollen, es war seine eigene Entscheidung, er war erwachsen und ich wollte ihn nicht zwangseinweisen lassen, das hätte nur für den Moment etwas gebracht. Möge es ihm gut gehen, wo immer er jetzt ist, und möge seine arme Seele Ruhe finden.
Suizid
2 Mittwoch, den 25. Februar 2015 um 13:59 Uhr
momo
habe meinen Bruder Juli 2014 verloren. Ich ärgere mich, warum ich mich nicht früher mit Schizophrenie befasst habe. Hätte ich ihm helfen oder retten können?
Selbstmord bei Schizophrenie erblich ?
1 Sonntag, den 12. Januar 2014 um 15:02 Uhr
H.Corsepius (83)
Vor Kurzem habe ich eine alte Bekannte getroffen, die erzählt hat :
Ihre Großmutter sei, als sie über 50 geworden sei, an Schizophrenie erkrankt und habe dann Selbstmord verübt. 25 Jahre später sei Ihre Mutter auch an Schizophrenie erkrankt und habe dann ,als auch sie über 50 geworden sei, Selbstmord verübt. Und diese Frau (also Enkelin und Tochter der 2 Frauen) ist jetzt 38, also nicht sehr weit von 50 entfernt.
BESTEHT HÖCHSTE GEFAHR ???