Was besagt das Vulnerabilitäts-Stress-Modell?

Da es keine einheitliche, allgemein gültige Erklärung zur Entstehung der Schizophrenie gibt und mehrere Faktoren eine Rolle zu spielen scheinen, wurde das „Vulnerabilitäts-Stress-Modell“ entwickelt. Es bedeutet in Kurzform, dass zwei Dinge zum Entstehen einer Schizophrenie zusammenkommen müssen: eine Veranlagung zu der Erkrankung und ein auslösender Stress-Faktor.

Demnach gibt es Menschen, bei denen "Schizophrenie-empfindliche" Vorbedingungen vorhanden sind. Genetischer Art zum Beispiel. Kommt dann eine emotionale oder körperliche Belastungssituation hinzu, kann das eine Schizophrenie auslösen. So können Menschen mit einer erblich bedingten Neigung zur Schizophrenie und anderen Risikofaktoren auf Stress-Situationen, wie sie das Leben und die Entwicklung ganz natürlich mitbringen, besonders empfindlich reagieren.

Gefahr im Jugendalter und jungen Erwachsenenalter besonders hoch

Stress-Situationen können besonders in Entwicklungsphasen wie der Pubertät, im jungen Erwachsenalter oder in der Schwangerschaft entstehen. Dazu gehören Verliebtsein, Trennungen, Schulabschlüsse, Auseinandersetzungen im Elternhaus, Umzüge, Heirat, Todesfälle u.v.m.

Das Vulnerabilitäts-Stress-Modell sagt somit, dass das Zusammenspiel von Risikofaktoren und Stress für die Entstehung der Schizophrenie ursächlich ist.

Autoren: Dr. med. Julia Hofmann & Dr. med. Jörg Zorn

Kommentare (1)
Ergänzung
1 Samstag, den 08. Juli 2017 um 11:39 Uhr
Biggi
Ich bin der Meinung, dass es oft auch Menschen trifft, die zwischen 2 Leben switchen müssen/wollen.
Hier bist dur der/die, dort bist du die/der..... zwei Leben in einem - da ist man dann überfordert.
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