Wie kann man der Schizophrenie oder anderen Psychosen vorbeugen?

Die beste Vorbeugung wäre eine sehr frühzeitige Behandlung, also zu einem Zeitpunkt, zu dem die ersten Anfangssymptome auftreten. Dadurch kann die Erkrankung möglicherweise aufgehalten oder zumindest deutlich abgemildert werden.

Naturgemäß gelingt das nur sehr selten, da die Betroffenen ihre Symptome ja gar nicht als "krank" werten. Und eine Vorbeugung im eigentlichen Sinne ist es auch nicht.

Schizophrenie-Test?

Und wenn man schon vorher wüsste, dass Gefahr im Verzug ist? Zur Abschätzung des individuellen Risikos für die Entwicklung einer Psychose bieten mehrere Universitätskrankenhäuser und psychiatrische Fachkliniken ein Programm mit der Möglichkeit einer frühzeitigen, ausgiebigen diagnostischen Testung. Liegt ein erhöhtes Risiko vor, können Betroffene an einem speziellen Trainingsprogramm zur Vorbeugung von Psychosen teilnehmen.

Vorbeugende Behandlung fragwürdig

Ein wirklicher "Schizophrenie-Test" ist das aber nicht, so genau lässt sich das Risiko auch mit den besten Testmethoden nicht erfassen. Hinzu kommt: Was dann therapeutisch tatsächlich möglich ist, ein erhöhtes Risiko nicht zur Erkrankung werden zu lassen, ist noch weitgehend unklar. Man kann dann natürlich besonderen Wert auf Drogenverzicht legen oder Stressbewältigung üben. Aber nicht jede psychische Belastungssituation lässt sich damit ausschließen. Und Medikamente wie Neuroleptika prophylaktisch zu nehmen, kommt wegen der zahlreichen Nebenwirkungen auch nicht wirklich in Betracht.

So lautet denn die Antwort auf die Ausgangsfrage: Vorbeugen ist schwierig.

Autoren: Dr. med. Julia Hofmann & Dr. med. Jörg Zorn