Kann jeder Mensch an einer Schizophrenie erkranken?

Im Prinzip kann jeder an einer Schizophrenie erkranken. Allgemein geht man von einer Häufigkeit der Erkrankung von etwa 0,7-1,0% aus, das heißt, dass ungefähr 1 Person von 100 Personen im Laufe ihres Lebens an Schizophrenie erkrankt. Das ist alles andere als selten.

Allerdings gibt es Faktoren, die die Wahrscheinlichkeit, an einer Schizophrenie zu erkranken, beeinflussen und Menschen für die Krankheit empfänglicher machen. Dies sind z.B. Vererbung, biologische Faktoren und Umweltfaktoren.

Nur die Gene erklären es nicht

Vieles ist hier aber noch unklar. Beispiel Vererbung: Wenn ein Bruder oder eine Schwester an einer Schizophrenie erkrankt ist, beträgt die Wahrscheinlichkeit für die Geschwister rund 10%. Also deutlich höher als normal, aber auch weit entfernt von 100%. Noch deutlicher wird das bei eineiigen Zwillingen: Leidet ein Zwilling an Schizophrenie, beträgt das Risiko für den anderen "nur" 45%.

Daraus wird klar ersichtlich, dass die genetische Veranlagung eine große Rolle spielt, gerade weil "normale" Geschwister ein geringeres Risiko tragen als Zwillingsgeschwister. Andererseits sind 55% nicht erkrankende Zwillingsgeschwister auch ein klares Indiz, dass die Gene allein nicht entscheidend sind. Es müssen also noch andere Faktoren hinzukommen. Zumal eineiige Zwillinge ja nicht nur genetisch gleich sind, sondern in aller Regel auch mit nahezu identischen frühkindlichen Einflussfaktoren groß werden.

Der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt

Die meisten Experten gehen heute davon aus, dass genetisch-biologisch eine gewisse Veranlagung zur Schizophrenie angeboren ist, dass aber dann weitere Einflussfaktoren hinzukommen müssen, die das Fass zum Überlaufen bringen, also tatsächlich eine Schizophrenie entstehen lassen. Stress ist hier der erklärte Hauptverdächtige. Emotionale und psychische Belastungen tragen in jedem Fall dazu bei, bei entsprechender Veranlagung eher zu erkranken.

Auch Drogen werden immer wieder als Auslöser diskutiert, wobei hier die Henne-oder-Ei-Frage im Raum steht. Denn emotionale Belastungen oder eine generell schizophrene Veranlagung erhöhen ohne Frage auch die Affinität zum Drogenkonsum. Möglicherweise besteht hier also kein kausaler Zusammenhang, sondern eine bestimmte Veranlagung fördert sowohl schizophrene Denkmuster wie auch Lust auf Drogen.

Autoren: Dr. med. Julia Hofmann & Dr. med. Jörg Zorn

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Kommentare (1)
Der wahre Auslöser ist ein ganz anderer meiner Meinung nach als überall behauptet
1 Samstag, den 04. Juli 2015 um 09:34 Uhr
Andre Krupka
Hi, ich bin André,
und ich bin mir mittlerweile sicher, dass bei mir eine Schizophrenie vorliegt. Im Gegenteil zu den meisten bin ich sehr objektiv ich lese nun seit Stunden darüber und nirgends wird beschrieben, wieso ich so geworden bin. Das kam nicht aus‘m Himmel geflogen (eins muss ich gestehen, mein Vater hat das auch, zugegeben/dazu stehen würde er aber nie, deswegen wird er auch traurig und einsam sterben mit Lächeln im Gesicht). Irgendwann hat man so viel Ablehnung, dass man niemandem, nicht mal seiner Familie mehr zeigen kann, was wirklich los ist.
Ich habe solch eine Trauer in mir. ich hatte öfter Suizidgedanken. Und ich weiß, dass entweder das mein Ende ist oder ich tue was dagegen. Ich will nicht, dass mein Leben so zu Ende geht. Ich bin ein extrem starker (emotionaler) Mensch, wenn es drauf ankommt. Ich habe gelernt, diese Trauer in Kraft umzusetzen.
Ich lasse diese Gefühle mich durchströmen und denke mir jetzt erst recht. Klappt nicht immer, aber in dem Moment bilde ich mir zumindest ein, dass ich Adrenalin ausschütte und ich bin allem gewachsen. Ich stelle mich gegen Leute, wenn es sein muss, die würden mir einen Tritt geben, ich würde 10 Meter fliegen. Und das Erstaunlichste daran, ich kam immer, wirklich immer fein bei raus.
Ich will damit nur zeigen, dass ich sehr wohl in der Lage bin, objektiv zu betrachten. Gestern saß ich vorm Fernseher und die ganze Welt war mal wieder scheiße zu mir. Also hab ich einen Selbsttest gemacht. Ich habe irgendwas geguckt und mir gesagt, mal gucken, ob ich das auch alles auf mich beziehe. Dann habe ich geheult, weil mir klar geworden ist, was los ist (ich habe mehrere Sender getestet, immer das gleiche Ergebnis. Ich habe mich gefragt, ob die mit meinem Kumpel unter einer Decke stecken, der diesen Moment erst ausgelöst hat (Psychospielchen, wie sie z.B. in jeder Firma vorkommen).
Jetzt sind wir auch da, wo ich hin wollte, mir ist klar, dass ich mich selber ans Bein pinkel, wenn ich das mit dem Selbsttest erzähle, weil es im Grunde wiederlegt, worauf ich hinaus will. Aber ich weiß mit absoluter Sicherheit, dass zumindest bei mir der Auslöser einzig und allein Psycho/Machtspiele verantwortlich sind (Ablehnung aus Unwissenheit und Naivität der Menschen, Mobbing ist so schlimm für solche Menschen, denkt doch mal nach! Das Thema Mobbing und psychische Gewalt sollte in diesem Land mal ernst genommen werden).
Aber die traurige Wahrheit ist nun mal, dass es ein Volkssport ist! Und das hat dann nix mehr mit Naivität zu tun, sondern ist in höchstem Maße sadistisch. So etwas sollte viel mehr Strafe nach sich ziehen, schließlich zerstört man damit Leben, ja sogar ganze Familien.
Das wollte ich mal gesagt haben, auch wenn ihr jetzt alle denkt, was für ein Deprityp. Ich stelle mich mein Leben lang schon gegen die Masse, weil die Masse hat mich gar nicht verdient, so!
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