Ist Haschisch/Cannabis an der Entstehung der Schizophrenie beteiligt?

Einige Studien deuten darauf hin, dass besonders Personen mit frühem und häufigem Konsum von Cannabis später mit einer höheren Wahrscheinlichkeit an einer Schizophrenie erkranken. Da aber nicht alle Jugendlichen, die Cannabis rauchen, später auch tatsächlich erkranken, müssen offensichtlich weitere Faktoren hinzukommen, damit eine Schizophrenie entsteht.

Als Erklärung führen Experten gern das Vulnerabilitäts-Stress-Modell an. Dies besagt etwas vereinfacht gesagt, dass bestimmte Voraussetzungen wie genetische Disposition oder eben auch Drogenkonsum zwar nicht allein eine Schizophrenie auslösen können. Dass sie aber die Wahrscheinlichkeit erhöhen, wenn noch weitere begünstigende Faktoren hinzukommen. Zum Beispiel Stress. So könnte Kiffen bei solchen Personen zum Schizophrenie-Auslöser werden, die schon in ihren Genen eine gewisse Veranlagung zu der Erkrankung in sich tragen und zusätzlich noch psychischen Belastungssituationen ausgesetzt sind.

Cannabis-Wirkstoff THC im Fokus

Dass unter allen Drogen besonders Cannabis oder Haschisch im Verdacht steht, eine Schizophrenie begünstigen zu können, wird auf den Wirkstoff THC zurückgeführt. Denn mehrere Untersuchungen haben Hinweise geliefert, dass dieser Wirkstoff schizoide Psychosen auslösen kann. Allerdings stehen auch andere Drogen wie Kokain, Amphetamine und Alkohol im Verdacht, das Schizophrenie-Risiko zu erhöhen.

Autoren: Dr. med. Julia Hofmann & Dr. med. Jörg Zorn

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Kommentare (1)
Entstehung
1 Donnerstag, den 20. Oktober 2016 um 18:28 Uhr
der lenz
THC und die körpereigenen Endocannabinoide benutzen dieselbe Andockstelle, den cb2 Rezeptor. THC hat eine längere Halbwertszeit als cbs. 8 Stunden gegen eine halbe Stunde, wenn jemand dauerhaft bekifft ist, kommt es, dass das THC nicht mehr gut genug abgebaut wird. Durch die dauerhafte Stimulation wird aber auch mehr Histamin ausgeschüttet, was dem zeigt, dass er eine Entzündung hat, die Fresszellen im Gehirn die Mikroglia kappen deswegen mehr Nervenverbindungen als nötig, so kommt es zu einer Reifestörung der Nervenzellen.
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