Wird Schizophrenie vererbt? Ist sie generell erblich bedingt?

Es gibt genetische Faktoren bei der Schizophrenie, die die Erkrankungswahrscheinlichkeit erhöhen. Und sind in der Familie schon einmal Schizophrenie-Fälle aufgetreten, ist das persönliche Risiko auch leicht erhöht.

Das heißt aber nicht, dass eine Person bei entsprechenden Erbanalagen auch erkranken muss. Damit eine Schizophrenie auftritt, müssen nach aktuellem Kenntnisstand mehrere "begünstigende" Faktoren zusammen kommen.

Selbst eineiige Zwillinge erkranken nicht immer gemeinsam

Dass die Gene bei der Entstehung der Schizophrenie eine Rolle spielen, lässt sich gut an Zwillingsstudien ablesen. Deren Ergebnis: Ist ein Zwilling erkrankt, beträgt das Risiko für den anderen bei eineiigen Zwillingen knapp 50%. Bei zweieiigen Zwillingen beträgt die Wahrscheinlichkeit immer noch 21%. Die "normale" Erkrankungswahrscheinlichkeit liegt bei 1%.

Nun könnte man einwenden, dass Zwillinge ja auch sehr ähnlich aufwachsen, dass also auch äußere Einflüsse diesen Zusammenhang erklären könnten. Dann aber dürfte der Unterschied zwischen eineiigen und zweieiigen Zwillingen nicht so groß sein, denn in beiden Fällen sind ja die Familienverhältnisse und äußeren Einflussfaktoren sehr ähnlich.

Gleichzeitig zeigt das "nur" 50%ige Risiko des Zwillingsgeschwisters auch, dass die Gene nicht alleine entscheidend sind. Sonst müsste dieser Wert eher bei 100% liegen. Was dann, um bei diesem Beispiel zu bleiben, letztendlich bei einem Zwilling eine Schizophrenie auslöst und bei dem anderen nicht, ist noch weitgehend unklar.

Autoren: Dr. med. Julia Hofmann & Dr. med. Jörg Zorn

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Kommentare (5)
Genetische Veranlagung
5 Sonntag, den 25. August 2019 um 09:57 Uhr
Jutta
"Gleichzeitig zeigt das "nur" 50%ige-Risiko bei Zwillingsgeschwistern auch, dass die Gene nicht allein entscheidend sind. Sonst müsste dieser Wert eher bei 100% liegen. Ob dann, um bei diesem Beispiel zu bleiben, letztendlich bei einem Zwilling eine Schizophrenie ausgelöst wird, bei dem anderen aber nicht, ist noch weitestgehend unklar."
Weil es die Gene nicht sind? Ich bin der Meinung, es liegt eher an Schwermetallvergiftungen oder Vireninfektionen sowie Giften wie DDT oder Herbi- und Fungizide etc. Die Gentheorie ist nur wieder eine Maßnahme der Medizin, um den Patienten selbst die Schuld für ihre Erkrankung zu geben und ist absolut nicht zielführend, da die Erkrankten mit ihrer Krankheit allein gelassen werden - ohne Aussicht auf Besserung. Was ist denn mit denen, bei denen sich die Krankheit noch nach Jahren bessert? Nach der Gentheorie müsste die Erkrankung, einmal ausgebrochen, bis ans Lebensende bestehen bleiben, weil die Gentheorie besagt, dass alles, was die Gene festschreiben, unumstößlich ist. Aber dem ist nicht so. Vererbt werden nicht die Gene, sondern jene Pathogene und Gifte, die die Krankheit zum Ausbruch bringen können.
Anmerkung zu unten stehendem Kommentar von mir
4 Sonntag, den 01. April 2018 um 22:02 Uhr
M. S.
Ich wollte noch bestätigen, dass auch meine Psychosen sämtlich in sozial als besonders unangenehm erlebten Situationen aufgetreten sind.
Dass ich Überlebensangst im Kontext meines sozialen Umfelds (WG) hatte, war zum einen der objektiven Situation geschuldet (es waren diverse Situationen), zum anderen aber auch - von einigen Personen meines Umfelds - einer Verallgemeinerung der "Bösartigkeit" aufgrund des "Wahns" - also eines verallgemeinernden Interpretationsansatzes von Menschen.
Menschen neigen in Konflikten zu Risikoversionen und zu Kampf-oder-Flucht-Reaktionen.
Im Falle einer (verbalen) Kampfsituation oder entsprechendem Verhalten (indirekte Gewalt), kommt man bei Verallgemeinerung der Charakterzüge betroffener Personen schnell zu dem Ergebnis, es handele sich um einen "gefährlichen/bösen Menschen".
Bricht dadurch das Vertrauen in die Umwelt zusammen, begünstigt eine bestehende genetische Prädisposition die Psychose. Es ist jedoch gar nicht so unwahrscheinlich (behaupte ich), dass viele Menschen bei einer solchen Angst "Fluchtsymptome" und Ähnliches entwickeln.
Wahn, Selbstregulation (emotional u. autonom), Medikamente
3 Sonntag, den 01. April 2018 um 21:42 Uhr
M. S.
Ich bin betroffen. Im Vorstadium F 23.0 polymorphe Psychosen - ohne erkennbare Anzeichen einer Schizophrenie. Ich hatte bis jetzt vier Psychosen. Bei der letzten entwickelten sich "Stimmen". Ich habe immert versucht, mit meiner Erkrankung wissenschaftlich umzugehen und habe mögliche Wahrscheinlichkeiten von Hypothesen betrachtet, soweit ich konnte.
Zunächst habe ich durch Einstellung der Medikamentation die Psychosen "in den Griff" bekommen (seit zwei Jahren hatte ich keine Psychose mehr). Dann habe ich durch Verhaltenstherapie und Selbststudium ein "Selbstregulationskonzept" erarbeitet (in Anführungsstrichen, da Psychologen unter Selbstregulation etwas anderes verstehen als ich). Bei mir geht es um emotionale Intelligenz und die Polyvagaltheorie. Beides kann genutzt werden, um kognitiv und körperlich mit autonomen Reaktionen, starken Emotionen (insb. Angst und Euphorie) sowie mit kognitiver Fokussierung und kognitiver Verwirrung (hier durch Meditationsreisen mit Phantasieelement) umgehen zu können.
Kürzlich hatte ich eine weitere Krise, die m. E. keine Psychose war. Das sieht mein Psychiater anders, möchte ich bemerken. Bedingt durch diese Krise habe ich mich zwar gefragt, wie es sein kann, dass etwas nicht stimmt - aber es sich m. E. trotzdem nicht um eine Psychose handelt. Als Antwort habe ich die Hypothese von der Psychose als Wahnzustand umgekehrt und einen Wahn als Psychoseursache angenommen.
Ich fand daraufhin eine Selbstverpflichtung, die der Definition eines Wahns in der Wirkung entspricht, und habe diese korrigiert. Nach drei Tagen hörten meine "Stimmen" auf. Ich bin nun seit 23 Tagen fast gänzlich symptomfrei (ich war etwas müde nach dem "Wechsel", aber das hat sich wieder gelegt). Im Moment bin ich etwas aufgedreht - so kommt es mir vor. Ich habe also zurzeit weder negative noch positive Symptome und nehme mein Medikament, welches mich möglicherweise aufputscht.
Jedenfalls wollte ich die Ideen teilen - kann bei einer "unheilbaren" Krankheit ja vielleicht helfen. Möglicherweise bin ich auch einfach nicht "F 20.0 paranoid schizophren" gefährdet. Und, im schlimmsten Fall wirds schlimmer:-).
Wird Schizophrenie vererbt?
2 Sonntag, den 25. Dezember 2016 um 15:04 Uhr
Sigrid Lenk
Ja, aber ich möchte wissen, warum es keine Heilung gibt und diese Erkrankungen seit dem Mittelalter nicht behandelbar sind. Der Pharma-Industrie laufen für die Forschung die Finanzen ins Endlose. Momentan sind die Kranken unheilbar. Jedes Krebsleiden ist dagegen in Abwägung ein Geschenk.
Vielleicht ist es nicht der Schizophrene, der in erster Linie Behandlung braucht
1 Samstag, den 04. Juli 2015 um 10:03 Uhr
Andre Krupka
sondern die Masse an unerfahrenen Vollidioten, die nicht in der Lage ist, eigenständig zu denken und zu handeln (das sind die wahren Geisteskranken)
Unwissenheit, gibt es was Schlimmeres?
Mein erster Nervenzusammenbruch und auch jeder weitere wurde von Menschen verursacht, absichtlich.
Aber ich lache als Letztes, denn das macht mich nur stärker. Der Grund für den Nervenzusammenbruch war übrigens eine menschliche Handlung. Ich habe lediglich einen Typ in Schutz genommen, der oberflächlich ausgelacht wurde. Damit habe ich mich zur Zielscheibe gemacht, ja ich weiß! Und war es falsch? Nein, ich werde immer wieder so reagieren. Ich sehe es einfach nicht ein, nur um dazuzugehören, meine Prinzipien über Bord zu werfen. Dann heule ich halt noch 10 mal, na und, wenn‘s drauf an kommt, rennt ihr und ich stelle mich vor euch, um euch zu helfen (und dann werde ich auch erst interessant). Traurige Dreckswelt !
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