Warum wirken Menschen mit Schizophrenie manchmal gefühlsmäßig distanziert und kalt?

Besonders bei langandauernder Schizophrenie machen die Betroffenen manchmal den Eindruck, sie seien kalt, könnten nicht mitfühlen oder Mitleid zeigen, sich nicht freuen. Sie werden als flach, leer und abgestumpft empfunden. In leichterer Form kann dieser Eindruck auch am Anfang der Erkrankung bestehen.

Was man früher als Gefühlsverödung oder-verflachung, sogar als affektive Verblödung bezeichnete, hängt mit der mangelnden Schwingungsfähigkeit der Betroffenen zusammen. Denn in zwischenmenschlichen Kontakten spielt diese Fähigkeit eine große Rolle: Man versteht sich, hat einen Draht zueinander. Man stelle sich vor, dieser Draht könne keinen Strom mehr leiten.

Die Schizophreniekranken selbst empfinden dies als beängstigend. Sie selbst fühlen sich seltsam isoliert, wie unter einer Glasglocke.

Autorin: Dr. med. Julia Hofmann

Haben Sie eigene Erfahrungen oder eine andere Meinung? Dann schreiben Sie doch einen Kommentar (bitte Regeln beachten).
Kommentare (2)
Gefühllos
2 Sonntag, den 29. November 2015 um 21:47 Uhr
Alex
Aus eigener Erfahrung mit Neuroleptika kann ich sagen, dass das in erster Linie mit der Wirkung derselben zusammenhängt.
Really?
1 Montag, den 28. September 2015 um 18:09 Uhr
Daniel
Hallo,
ich selber bin an Schizophrenie erkrankt, allerdings habe ich vor niemandem Angst, genauso wie vor ihren erwähnten komischen Beschreibungen eines Drahtes (wie auch immer). Ebenfalls habe ich mich auch seit den 2 Jahren Erkrankung nicht einmal "Isoliert" gefühlt.

Nebenbei: Dank der 'Super Ärzte', die mir Risperdal verschrieben, habe ich gar keine Gefühle mehr. Falls es relevant sein sollte, ich bin auf Placebos umgestiegen (was ich jedem Kranken empfehle).