Wie kann man als Angehöriger eines Schizophrenie-Kranken mit der Belastung umgehen?

Wer ein schizophreniekrankes Kind, ein Elternteil oder Geschwister mit Schizophrenie hat, erlebt vielfältige Belastungen, und das ganze Leben ist möglicherweise enorm beeinflusst. Erfahrungsberichte von Angehörigen verdeutlichen, dass nicht nur für den Kranken selbst das Leben verändert ist, sondern häufig für die ganze Familie.

Auch die Familie gelangt plötzlich in eine Situation der Unsicherheit, Angst und Unplanbarkeit – und dies häufig ohne fachlichen Beistand. Helfen kann ein Austausch mit anderen Betroffenen, etwa über Angehörigen-Selbsthilfegruppen. Informationen finden sich im Internet etwa unter http://www.selbsthilfeschizophrenie.de/.

Autorin: Dr. med. Julia Hofmann, Juni 2010

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Kommentare (3)
in Berlin leider keine Selbsthilfegruppen
3 Sonntag, den 26. November 2017 um 20:53 Uhr
Elfriede
Hallo,
ich suche nun schon seit einigen Jahren nach einer Selbsthilfegruppe für Angehörige Schizophrenie-Kranker. Mein Sohn ist mit 26 Jahren erkrankt. Jetzt ist er 37. Bei dem letzten Schub ist er total verwahrlost. Ich würde mich sehr gern mit betroffenen Angehörigen austauschen. Vielleicht weiß Jemand, wo es in Berlin eine Selbsthilfegruppe für Angehörige gibt. Mit hilft nichts, wo es um Depressionen geht, Danke
Meine Mutter ist schizophren
2 Samstag, den 30. September 2017 um 01:19 Uhr
Lenchen
Hallo,
meine Mutter ist 57 Jahre alt und ist schizophren. Sie hatte vor 2 Wochen einen Rückfall.
Dieser Rückfall wurde ausgelöst durch eine Veränderung in Ihrem Leben. Die letzten 13 Jahre hat sie ein ganz normales Leben geführt und war sehr gut auf die Medikamente eingestellt. Seit Ihrem Rückfall vor 2 Wochen hat sie Halluzinationen, Verfolgungswahn und Angstzustände. Ich habe sie diese Woche in eine Klinik gebracht, damit sie professionelle Hilfe bekommt. Ich verstehe nicht, dass Einige hier in dem Forum der Meinung sind, man sollte Menschen mit dieser Krankheit weg sperren. Meine Mama war noch nie aggressiv bei einem Rückfall und hat nie angedroht jemanden umzubringen.
Ich weiß, dass man, wenn man schlechte Erfahrungen gemacht hat, geprägt ist davon, aber man darf nicht allen mit dieser Krankheit so schlimme Sachen nachsagen. Sie ist meine Mama. Ich liebe sie, mit oder ohne Krankheit. Ich versuche Ihr zu helfen, wo ich nur kann. Mich macht das alles ziemlich traurig und klar ist es sehr merkwürdig, dass Sie Halluzinationen hat usw., aber sie kann nichts dafür!
Es ist eine Krankheit. Meine Mama ist freiwillig in diese Klinik gegangen und hat eingesehen, dass sie Hilfe benötigt. Hätte sie ihre Tabletten verweigert oder nicht in die Klinik gewollt, dann hätte ich sie trotzdem dahin gebracht. Sie weiß ja im Moment auch nicht, was gut für sie ist und deshalb hätte ich sie dann gezwungen und sie hätte mir es später gedankt.
Es ist für alle Familienmitglieder schwer, damit klar zu kommen ... gerade weil die Krankheit so viele realitätsfremde Symptome mit sich bringt, aber wenn man der betroffenen Person hilft, hat diese wieder eine Chance auf ein normales Leben. Ich werde mich nun auch intensiv damit auseinandersetzen und mich ausreichend informieren (eventuell Angehörigen-Selbsthilfegruppen), damit ich meiner Mama in Zukunft helfen kann und Ihr durch frühe Erkennung eines Rückfalls die Klinik ersparen kann.
Wenn ich einen Nachbar hätte mit dieser Krankheit, würde ich diesem auch versuchen Hilfe zu beschaffen ... Wichtig ist, dass die Betroffenen ihre Medikamente bekommen und ein stabiles und ruhiges Umfeld zuhause haben. Ist dieses nicht gegeben, wäre ein betreutes Wohnen denke ich das Beste, damit die Medikation kontrolliert werden kann.
Das hier sind nur meine Erfahrungen und Gedanken.
An Alle Angehörigen: Seid stark! Seid einfach da und lasst den Rest die Profis machen. Wir, ohne diese Krankheit, haben nur ein gewisses Maß an Kraft und sind emotional zu gebunden, um unseren Angehörigen zu Hause ausreichend zu helfen.
An Alle Schreiber ohne Hintergrundwissen: Wenn ihr selbst betroffen wärt oder Ihr ein Familienmitglied mit dieser Krankheit hättet, würdet Ihr so gewiss nicht darüber denken.
Die Würde des Menschen ist unantastbar.
Schizophrenie
1 Donnerstag, den 29. Dezember 2016 um 18:07 Uhr
silke
Ganze Family kaputt,Vater hat Schizophrenie
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