Parkinson-Syndrom durch Neuroleptika: Geht das wieder weg?

Ja. Erste Maßnahme des Arztes ist in der Regel, die Dosis des auslösenden Medikaments zu reduzieren. Ist die antipsychotische Wirksamkeit dann nicht mehr ausreichend, muss möglicherweise auf ein alternatives Medikament umgestiegen werden.

Ein Parkinsonoid kann sehr beängstigend sein. Wenn man sich nicht mehr richtig bewegen kann, die Muskeln ganz steif und zittrig sind, der Gang trippelig und die Mimik ausdruckslos wird, fühlt man sich wie außerhalb seiner selbst. Insofern ist die Frage, ob die Beschwerden wieder weggehen, nur allzu verständlich.

Keine bleibenden Beschwerden

Die Nachricht lautet: Ja! Im Gegensatz zu den sogenannten Spätdyskinesien, die sich erst nach einiger Zeit entwickeln und schwer abzusehen sind, bilden sich frühe Bewegungsstörungen wie das Parkinsonoid wieder zurück.

Manchmal hilft es schon, die Dosis des Medikaments einfach etwas zu reduzieren. Bleiben die Beschwerden bestehen oder reicht die Wirkung dann nicht mehr aus, muss das Präparat ggf. abgesetzt und ein neuer Therapieversuch gestartet werden. Modernere, sogenannte atypische Substanzen verursachen weitaus seltener motorische Nebenwirkungen. Ist das verantwortliche Medikament nach langsamer Dosisreduktion vollständig abgesetzt, verschwinden auch die Parkinson-Beschwerden.

Medikamente gegen das Parkinsonoid

Ein Parkinsonoid kann auch medikamentös behandelt werden. Dabei werden anticholinerge Wirkstoffe verabreicht. Sie hemmen den Wirkstoff Acetylcholin, der bei der Behandlung mit Antipsychotika die Überhand gewinnen kann und die typischen Symptome hervorruft, die auch den Morbus Parkinson kennzeichnen. Üblich ist hier die Gabe von Biperiden (Akineton®).

Zusammengefasst wird ein Parkinsonoid folgendermaßen behandelt:

  • Dosisreduktion
  • Umstellen des Antipsychotikums
  • Gabe von Anticholinergika

Autorin: Eva Bauer (Ärztin)

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