Unter welchen Neuroleptika kann es zu einem Pakinsonoid kommen?

Die im zentralen Nervensystem durch Neuroleptika ausgelösten Bewegungsstörungen einschließlich des Parkinsonoids sind manchmal bei sehr stark wirksamen Neuroleptika zu beobachten.

Unbeweglich, zittrig und steif

Sogenannte extrapyramidalmotorische Störungen (EPMS) sind eine gefürchtete Nebenwirkung von Antipsychotika. Darunter werden verschiedene Formen von Bewegungsstörungen zusammengefasst, die entweder gleich zu Beginn der Behandlung oder im späteren Verlauf auftreten können.

Das Parkinsonoid äußert sich durch die klassischen Symptome eines Morbus Parkinson wie Bewegungsarmut, Zittern und Muskelsteifigkeit. Es kann von der ersten bis zur zehnten Behandlungswoche auftreten.

Konventionell und hochpotent: eine brisante Mischung

Es sind vor allem die herkömmlichen Substanzen, die solche Bewegungsstörungen hervorrufen können. Darunter gibt es wiederum Medikamente, die sehr stark antipsychotisch wirken, wie z.B. Benperidol (Glianimon®), Haloperidol (Haldol®) und Fluphenazin (Lyogen®). Bei ihnen ist die Gefahr am größten.

Seit der Einführung neuer, sogenannter atypischer Antipsychotika sind EPMS deutlich seltener geworden. Sie haben einen etwas anderen Wirkmechanismus und sind daher besser verträglich.

Auch eine Frage der Dosis

Abgesehen von der Art des Medikaments spielen auch die Dosierung und Dosiswechsel eine Rolle. Je höher dosiert, umso größer ist auch die Gefahr für Nebenwirkungen. Außerdem kann eine rasche Erhöhung oder Reduktion der Dosis ein Parkinsonoid auslösen.

Treten entsprechende Beschwerden auf, sollte das Medikament (langsam!) reduziert werden. Manchmal ist auch ein Wechsel auf ein anderes Präparat sinnvoll. Wenden Sie sich an Ihren Arzt und besprechen Sie mit ihm, was in Ihrem Fall die beste Lösung ist.

Autorin: Eva Bauer (Ärztin)

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