Wie lange muss man beim ersten Auftreten einer Schizophrenie Neuroleptika einnehmen?

Auch für Menschen, bei denen eine Schizophrenie erstmalig in Erscheinung tritt, empfiehlt sich eine langfristige Behandlung mit Neuroleptika. Denn bei ausbleibender oder einer zu kurzen Behandlung besteht die Gefahr, die Erkrankung nicht ausreichend zum Stillstand zu bringen.

Es bestehen dann möglicherweise Symptome, die das Alltagsleben und die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen, viel länger, als dass das bei längerer Medikamenteneinnahme der Fall wäre. Zudem steigt das Rückfallrisiko erheblich, was wiederum die Prognose verschlechtert.

Nicht zu schnell wieder absetzen

Also machen Sie nicht den Fehler, die Neuroleptika zu schnell wieder abzusetzen. Auch dann nicht, wenn zu Beginn Nebenwirkungen auftreten. Das ist zwar ein Grund, sofort mit Ihrem Arzt zu sprechen, sollte aber normalerweise eher zu einer Dosisanpassung oder zu einem Präparate-Wechsel führen.

Das optimale Vorgehen bei einer neu aufgetretenen Schizophrenie ist in den meisten Fällen eine Langzeitbehandlung. Und Langzeitbehandlung bedeutet eine mindestens einjährige Medikamenteneinnahme. So zumindest sieht es im November 2011 aus. Fortschritte sind willkommen.

Autorin: Dr. med. Julia Hofmann, November 2011

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Kommentare (3)
Amisulprid
3 Donnerstag, den 15. Oktober 2015 um 18:49 Uhr
anne
Ich nehme seit 8 Jahren Amisulprid und habe langsam das Gefühl, dass es die Ärzte uberhaupt nicht interessiert, ob man noch Medikamente braucht oder nicht. Bei dem einen Psychiater wurde ich zwar alle 3 Monate hin bestellt uund ab und zu gefragt, ob ich auch brav meine Tabletten nehme, und der zweite Neurologe/ Psychiater macht keine psychiatrische Behandlung, verschreibt mir aber das Medikament. Nun habe ich für ein Verkehrsgutachten den Amisulpridspiegel testen lassen. Der Wert ist 69, Normwert 100- 320. Frage ist 69 ein guter Wert oder besagt das, dass die Dosierung zu niedrig ist?
Langzeittherapie ab wann
2 Montag, den 17. November 2014 um 14:17 Uhr
Redaktion Navigator-Medizin Schizophrenie 3
Hallo Jakob,

von einer Langzeittherapie bei Neuroleptika spricht man etwa ab einem Jahr Behandlungsdauer. Nach 1 Jahr ist man also genau auf der Schwelle. Allerdings sind das ja auch etwas künstliche Grenzen, weil sich das Risiko für Langzeit-Nebenwirkungen nicht nach 12 Monaten schlagartig erhöht, sondern eher mit jedem weiteren Monat langsam zunimmt.

Viele Grüße
Ihr Redaktionsteam
hallo
1 Montag, den 17. November 2014 um 13:48 Uhr
jakob
Ab wann fängt eine Langzeitbehandlung an? Ist 1 Jahr Neuroleptika-Einnahme eine Kurzzeit- oder Langzeitbehandlung?