Warum haben Neuroleptika so einen schlechten Ruf?

Diese Frage ist nicht einfach zu beantworten. Möglicherweise hängt es damit zusammen, dass die Betroffenen die positiven Effekte der Medikamente oft nur bedingt wahrnehmen.

Was nicht gleichsam bedeutet, dass die Wirkung von Neuroleptika bei der Schizophrenie nicht positiv wäre. Doch das Erreichen eines Normalzustands ohne psychotische Symptome wird nicht automatisch immer mit positiver Wirkung gleichgesetzt.

Nicht selten werden darüber hinaus Nebenwirkungen intensiver wahrgenommen als das Verschwinden von Halluzinationen oder Wahnvorstellungen. Auch wenn man sagen muss, dass die meisten Betroffenen gut mit ihrem Medikament zurechtkommen.

Wie ein Urteil über ein Medikament zustande kommt, ist generell vielschichtig und wird der objektiven Güte nicht immer gerecht.

Autorin: Dr. med. Julia Hofmann, Oktober 2011

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Kommentare (5)
Körperliche Abhängigkeit
5 Freitag, den 06. Juli 2018 um 17:48 Uhr
...
Die Neuroleptika verursachen Psychosen. Sie fördern eine Überempfindlichkeit gegen Dopamin. Das heißt: Sie blockieren die Dopaminrezeptoren. Aber trotz der Medikamente entstehen doch immer noch neue Dopaminrezeptoren. Wenn nun die Medikamente abgesetzt werden, kommt es allerdings zu einer Reboundpsychose. Ich denke, dass es so gewollt ist. Und das nur, um Menschen den Weg ins Erwachsensein zu "erschweren"? Und: Da diese wahrscheinlich noch lange leben, können sie ein Leben lang - für den Hersteller vorteilhaft - damit behandelt werden!?
Schaden
4 Mittwoch, den 09. August 2017 um 02:11 Uhr
kasar
Guten Tag, liebe Frau Doktor,
habe in der Psychiatrie 3 Wochen 20 mg Zyprexa, 2 Wochen 4 mg Risperdal und 8 Wochen 600 Quetiapin bekommen. Und ich bin auch nach dem Absetzen vor 8 Monaten gefühlsleer, habe Gangprobleme, hängende Augenlider, Zittern in der Hand, Vorstellungsvermögen uwm
MRT-Bild
3 Montag, den 24. Juli 2017 um 16:24 Uhr
dummkopf
Ich würde gerne mal ein MRT-Bild vor und nach jahrelanger Behandlung mit Neuroleptika vergleichen, nur um den Ärzten, die ja gerne hohe Dosen verschreiben, ihre Machenschaften vor Augen zu führen.. und zu verantwortungsvollem zu bewegen. Jeder Arzt, der nach der Akutphase von einem Jahr immer noch Höchstdosen verschreibt, sollte seine Zulassung endlich abgeben und Scharlatan genannt werden.
Neuropleptika Hoffnung oder Horror?
2 Samstag, den 28. Juni 2014 um 15:43 Uhr
RAFL
Liebe Herrschaften,
Um die Sache nur kurz mal zu erzählen, kann ich aus einem aktuellen Fall aus meiner Familie nur eins sagen. Diese Tabletten, die den betroffenen Menschen gegeben werden, egal ob sie teuer oder günstig sind, können ein Leben kaputt machen. Natürlich nimmt man z.B. Risperdal etc. Es macht jedoch genau wie es in den" schönen" kleinen und informativen Beipackzetteln beschrieben ist genau so verrückt wie draufsteht, aber besser? Wenn ihr mich alle fragt, was ihr mit dem Zeug, das Menschen zu sich nehmen müssen, um ein gleichgestellter Mensch der Gesellschaft bleiben zu können. Ab in die Müllverbrennungsanlage damit. Sorry, wenn das hart klingt, aber "Unser" Leben ist mal K.o. gegangen. Danke und Hoffnung für euch alle da draußen in der Gesellschaft.
Neuroleptika, die Bonons der Neuzeit
1 Mittwoch, den 13. November 2013 um 06:44 Uhr
Tim
Laut neuester Studien liegt die Abbruchquote bei einer Neuroleptika-Einnahme durchschnittlich bei 80%. Sollten einige der späteren Leser meines Kommentars durch die Neuroleptika-Einnahme schon etwas hohl in der Birne geworden sein und nicht richtig verstehen, was dies bedeutet, hier die Erklärung: 8 von 10 Patienten brechen die Einnahme der Neuroleptika-Bonbons vor Ende der Therapie und gegen die Empfehlung des Arztes ab, da die Nebenwirkungen unerträglich geworden sind! Soviel zur Aussage der Frau Dr. Hofmann, dass die meisten Betroffenen gut mit ihren Medikamenten zurechtkommen! Als ich das las, musste ich herzlich lachen, vielen Dank dafür.
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