Wie wirken schwachpotente Neuroleptika?

Während bei hochpotenten Neuroleptika die antipsychotische Wirksamkeit im Vordergrund steht, sind es bei den niedrigpotenten Neuroleptika eher die beruhigenden (sedierenden) Effekte.

Wirkstoffe dieser Gruppe sind z.B. Levomepromazin (Neurocil®), Chlorprothixen (Truxal®), Pipamperon (Dipiperon®), Melperon (Eunerpan®) und andere.

Gut zur Beruhigung und zum Schlafen

Die Unterscheidung zwischen hoch- und schwachpotent betrifft die konventionellen, "typischen" Antipsychotika. Es gibt mittlerweile eine neue Generation von Medikamenten, die "atypischen" Antipsychotika, die aber wieder anders eingeteilt werden.

Aber zurück zu den niederpotenten Klassikern: Die Potenz bezieht sich auf ihre antipsychotische Wirkung. Substanzen mit einer niedrigen Potenz wirken also nicht so stark gegen die psychotischen Symptome, haben dafür aber andere Vorzüge, die bei der Schizophrenie ebenso wichtig sein können. Sie wirken nämlich beruhigend und schlafanstoßend. So werden sie z.B. bei starken Erregungszuständen eingesetzt.

Insgesamt besser verträglich

Außerdem ist dabei das Risiko für Bewegungsstörungen, einer gefürchteten Nebenwirkung unter der antipsychotischen Behandlung, deutlich geringer als bei den hochpotenten Mitteln. Auch für das Herz sind die Medikamente in der Regel verträglicher.

Allerdings treten andere sogenannte vegetative Störungen häufiger auf. Dazu gehören beispielsweise Beschwerden beim Wasserlassen, Verstopfung und Kreislaufprobleme. Oft kommen diese Symptome aber nur zu Beginn der Behandlung vor und bessern sich im Lauf der Zeit.

Autorin: Eva Bauer (Ärztin)

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Kommentare (4)
Amisulprid 200 mg
4 Donnerstag, den 16. Juli 2020 um 07:44 Uhr
Petra rentschler
Mein Mann war in der Psychiatrie, und bekommt jetzt Amisulprid 200 mg. Abends zwei und morgens eine. Seit 5 Wochen ist er antriebs- und lustlos. Hat sonst immer Sport gemacht. Wann wirkt das mal, das Medikament? Der Arzt meinte, das dauert noch.
noch mal Amisulprid
3 Mittwoch, den 11. März 2015 um 16:19 Uhr
Redaktion Navigator-Medizin Schizophrenie II
Hallo Birgit,

wie lange das Medikament eingenommen werden muss, kann nur der behandelnde Arzt in Abstimmung mit Ihnen entscheiden.

Ihre Redaktion
Amisulprid: atypisches Neuroleptikum
2 Mittwoch, den 11. März 2015 um 16:04 Uhr
Redaktion Navigator-Medizin Schizophrenie
Hallo Birgit,

Amisulprid gilt als atypisches Neuroleptikum. Das bedeutet, es wirkt auf etwas andere Weise als klassische Neuroleptika. Im weitesten Sinne kann man sagen, nicht ganz so stark, dafür gezielter und nicht so viele Nebenwirkungen wie unter den klassischen Neuroleptika.
Es gibt dazu auch Fragen auf dieser Seite.

Viele Grüße
Ihre Redaktion
Amisulprid lich
1 Mittwoch, den 11. März 2015 um 15:18 Uhr
Birgit Kollmann
..ist dies ein starkes Neuroleptikum und muss es für immer eingenommen werden?
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