Warum muss man Neuroleptika über längere Zeiträume einnehmen?

Neuroleptika sind in der Akutphase der Schizophrenie geeignet, um psychotische Symptome zu beseitigen. Aber auch, wenn Betroffene nicht mehr unter Symptomen der Erkrankung leiden, sollten sie das Neuroleptikum weiter einnehmen. Denn die Medikamente bewahren auch vor einem erneuten Auftreten psychotischer Symptome.

Neuroleptika werden deshalb oft über längere Zeiträume verabreicht. Wie lange, ob Wochen, Monate oder gar Jahre, ist individuell und mit dem Arzt zu besprechen.

In der Behandlung der Schizophrenie werden mehrere Phasen unterschieden:

  • Akutbehandlung
  • Erhaltungstherapie
  • Rezidivprophylaxe

Es kann sich hinziehen

Die Akutbehandlung dient dazu, die Symptome rasch einzudämmen, und dauert in der Regel einige Wochen. Wenn es den Betroffenen besser geht, wird die Dosierung langsam reduziert. Um die Erkrankung zu stabilisieren, schließt sich eine sogenannte Erhaltungstherapie an, in der die Medikamente in der niedrigeren Dosierung noch für weitere Wochen bis Monate eingenommen werden.

Je nachdem, wie oft die Erkrankung bereits ausgebrochen ist, folgt manchmal eine Rezidivprophylaxe, um weitere Rückfälle zu vermeiden. Nach einem ersten Rezidiv sollte sie mindestens über ein Jahr erfolgen; nach mehreren schizophrenen Phasen ist eine Langzeitbehandlung zu erwägen. Allerdings liegt die Dosierung der Antipsychotika dabei in einem sehr niedrigen Bereich, so dass keine Nebenwirkungen auftreten sollten.

Machen Sie mit!

Niemand möchte gerne länger oder gar dauerhaft Medikamente einnehmen. Auch bei der Schizophrenie ist das nicht immer nötig. Antipsychotika sollten grundsätzlich behutsam und nur so lange wie nötig eingesetzt werden.

Manchmal ist es aber durchaus sinnvoll, sie über einen längeren Zeitraum zu verabreichen – natürlich in Absprache mit dem Betroffenen, der dem Arzt rückmelden muss, ob er die Medikamente verträgt. Akzeptanz und Verträglichkeit haben bei der Langzeitbehandlung oberste Priorität. Machen Sie also aktiv mit bei Ihrer Behandlung!

Autoren: Dr. med. Julia Hofmann, Eva Bauer (Ärztin)

Anzeigen