Was ist die richtige Dosierung bei Neuroleptika?

Die richtige Dosierung ist von Person zu Person verschieden und unterscheidet sich auch zwischen verschiedenen Präparaten. Meist gibt der Medikamentenhersteller ein Dosierungsintervall an, innerhalb dessen die eigene optimale Dosis liegt.

Wechselnde Dosierungen

Im Verlauf der Erkrankung kann die Dosierung auch variieren. Bei hochakuten psychotischen Zuständen wird gleich zu Beginn eine hohe Dosis verabreicht, manchmal auch direkt in die Vene, damit der Wirkstoff schneller ankommt. Entwickeln sich die Symptome eher schleichend, beginnt der Arzt die Behandlung mit einer wesentlich niedrigeren Menge und tastet sich langsam an die optimale Dosis heran, die wirkt, ohne den Betroffenen zu sehr zu belasten bzw. einzuschränken ("einschleichende" Behandlung).

An die Akutbehandlung schließen sich oft eine Erhaltungstherapie sowie eine Rezidivprophylaxe an. Damit soll die Erkrankung stabilisiert und ein Rückfall verhindert werden. Die Dosierung liegt in diesen Phasen der Behandlung, die sich insgesamt über mehrere Jahre hinziehen kann, deutlich unter der Anfangsdosis.

Beim Absetzen der Medikamente gilt im Grunde das gleiche wie zu Beginn der Behandlung: Sie werden langsam "ausgeschlichen".

Sonderfall Kombination und Alter

Oft werden Antipsychotika auch mit anderen Substanzen kombiniert. In diesem Fall reicht schon eine geringe Menge, um einen zusätzlichen Effekt zu erzielen, ohne jedoch verstärkt Nebenwirkungen hervorzurufen. Antipsychotika können untereinander, aber auch mit Substanzen aus anderen Wirkstoffklassen, beispielsweise Antidepressiva, kombiniert werden. Die jeweilige Dosierung muss dann individuell herausgefunden und entsprechend eingestellt werden.

Eine wichtige Rolle bei der Frage nach der richtigen Dosierung spielt auch das Alter. Bei älteren Betroffenen sollte die Dosis möglichst gering sein, da sie oft sehr sensibel auf die Wirkstoffe reagieren und anfälliger für Nebenwirkungen sind. Vor allem bei verwirrten und dementen Menschen ist äußerste Vorsicht im Umgang mit Antipsychotika geboten. Sie sollten hier außerdem nur zeitlich begrenzt eingesetzt werden.

Autorin: Eva Bauer (Ärztin)

Anzeigen