Was sind atypische Neuroleptika?

Atypische Neuroleptika sind Neuroleptika, die auch bei sogenannten Negativsymptomen wie Apathie, Interessenlosigkeit, Antriebslosigkeit, Konzentrationsstörungen u.a. wirken. Negativsymptome halten meist länger an als Positivsymptome (Wahnvorstellungen, akute Ängste etc.).

Weniger Nebenwirkungen

Ein weiterer Vorteil dieser neuen Generation von Antipsychotika ist ihre bessere Verträglichkeit. Sie verursachen keine bzw. allenfalls leichte sogenannte extrapyramidal-motorische Störungen. Das sind verschiedene Arten von abnormen Bewegungen, die zu Beginn der Behandlung auftreten können, sich aber zum Teil auch erst nach Jahren entwickeln und dann irreversibel sind, sich also nicht mehr zurückbilden. Entsprechend skeptisch und ablehnend stehen viele Betroffene den konventionellen Antipsychotika gegenüber, die diese gravierenden Nebenwirkungen hervorrufen können.

Die Vorteile auf einen Blick

Die atypischen Substanzen stellen demgegenüber eine große Bereicherung dar. Gerade für eine längerfristige Behandlung sind sie deutlich besser geeignet und werden von den Betroffenen eher akzeptiert.

Zusammenfassend haben atypische Antipsychotika bei der Behandlung der Schizophrenie folgende Vorteile:

  • gute antipsychotische Wirksamkeit
  • Wirkung auch auf die Negativsymptomatik
  • keine/kaum extrapyramidal-motorische Störungen (EPMS)

Trotzdem nicht unproblematisch

Allerdings haben auch sie ihre Schattenseite. Wie viele anderen Antipsychotika können auch atypische zu einer Gewichtszunahme führen, was für viele Betroffene äußerst unangenehm ist. Manche Substanzen verändern den Hormonhaushalt und können zu sexuellen Problemen führen. Außerdem kann es zu Kreislaufproblemen, Verstopfung und Mundtrockenheit kommen. Speziell bei Clozapin, das bei einer schweren Schizophrenie gegeben werden kann, die auf andere Medikamente nicht anspricht, kann sich das Blutbild gravierend verändern und die Krampfschwelle absinken. Daher müssen während der Behandlung engmaschige Kontrollen erfolgen.

Alles in allem haben die atypischen Antipsychotika die Behandlung der Schizophrenie und anderer psychotischer Störungen erheblich verbessert und wirken sich auch langfristig positiv auf die Lebensqualität, die soziale Interaktion der Betroffenen und die Prognose insgesamt aus. Daher sollten sie, wenn möglich, bevorzugt eingesetzt werden.

Autorin: Eva Bauer (Ärztin)

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