Navigator-Medizin.de
   X   

[Krankheiten von A bis Z]

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

   X   

[Medikamente von A bis Z]

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

   X   

[Diagnostik & Laborwerte von A bis Z]

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

   X   

[Therapieverfahren von A bis Z]

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

   X   

[Gesundheitsthemen von A bis Z]

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

   X   

[Symptome von A bis Z]

A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z

   X   
Suche

Was ist ein malignes neuroleptisches Syndrom?

Das maligne neuroleptische Syndrom ist eine sehr seltene schwere Nebenwirkung von Neuroleptika. Symptome sind eine Erstarrung der Körpermuskulatur, erhöhte Körpertemperatur, erhöhter Blutdruck, Schluckstörungen und Schweißausbrüche. Das Bewusstsein kann gestört sein.

Es ist ein lebensbedrohlicher Zustand und die schwerwiegendste Komplikation, die Antipsychotika hervorrufen können. Auch wenn sie zum Glück selten vorkommt, ist sie gerade zu Beginn der Behandlung gefürchtet.

Besonders gefährdet: junge Männer

Ein malignes neuroloptisches Syndrom entwickelt sich in der Regel in den ersten beiden Wochen der Behandlung. Prinzipiell kann es durch jedes Antipsychotikum ausgelöst werden. Auch unter Antidepressiva kann es in Einzelfällen auftreten. Vor allem jedoch bergen hochwirksame konventionelle Substanzen in hohen Dosen das Risiko für diesen gravierenden Notfall. Kritisch ist zudem, wenn jemand zusätzlich Lithium einnimmt. Handelt es sich dann noch um einen jungen Mann, erhöht sich die Gefahr zusätzlich.

Bei Fieber, Muskelsteifigkeit und Störungen des Bewusstseins wie eine zunehmende Benommenheit bis hin zum Koma, die sich rasch innerhalb von 1 bis 3 Tagen entwickeln, müssen die Alarmglocken schrillen. Auch Herzrasen, eine schnelle Atmung und übermäßiges Schwitzen können hinzukommen. Im Labor zeigen sich typische Veränderungen wie eine erhöhte CK (Creatinkinase) und ein Anstieg weißer Blutkörperchen (Leukozytose).

Notfallbehandlung bis hin zur EKT

Bei diesen Symptomen und Befunden muss das verantwortliche Medikament sofort abgesetzt werden. Der Betroffene wird intensivmedizinisch betreut. Zur Behandlung wird ein Medikament eingesetzt, das die Muskeln entspannt und auch bei bestimmten Narkosezwischenfällen gegeben wird. Außerdem kann Bromocriptin verabreicht werden, ein Mittel, das den Dopaminrezeptor aktiviert und damit gegensätzlich zu Antipsychotika wirkt. Es ist also ein direktes Gegenmittel, das die schädliche Wirkung aufhebt.

Wenn all das nicht hilft, ist sogar eine Elektrokrampftherapie (EKT) notwendig. Sie kann das dramatische Geschehen durchbrechen und im Akutfall lebensrettend sein.

Autorin: Eva Bauer (Ärztin)

Haben Sie eigene Erfahrungen oder eine andere Meinung? Dann schreiben Sie doch einen Kommentar (bitte Regeln beachten).
Inhaltsverzeichnis Top