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Welche Neuroleptika verursachen häufiger eine Gewichtszunahme?

Vergleichende Untersuchungen von Neuroleptika ergaben eine unterschiedliche Häufigkeit einer Gewichtszunahme unter der Behandlung mit verschiedenen Präparaten. Demnach nimmt man am ehesten unter der Behandlung mit atypischen Neuroleptika zu, vor allem unter jenen mit geringer neuroleptischer Potenz und größerer beruhigender Wirkung.

Spitzenreiter Clozapin und Olanzapin

Eine Gewichtszunahme tritt besonders häufig unter folgenden Antipsychotika auf:

  • Clozapin (Leponex®)
  • Olanzapin (Zyprexa®)
  • Thioridazin (Melleril®)
  • Zotepin (Nidolept®)

Die mittlere Gewichtszunahme unter diesen Substanzen beträgt 3-5 kg innerhalb von 2-3 Monaten. In derselben Zeit bringen Betroffene, die z.B. Quetiapin (Seroquel®) oder Risperidon (Risperdal®) einnehmen, etwa 1,5-3 kg mehr auf die Waage. Deutlich geringer ist die Gefahr zuzunehmen dagegen unter Substanzen wie Haloperidol (Haldol®), Amisulprid (Solian®) und Fluphenazin (Dapotum®).

Ziprasidon und Aripiprazol schneiden gut ab

Das geringste Risiko für eine Gewichtszunahme haben folgende Antipsychotika:

  • Ziprasidon (Zeldox®)
  • Aripiprazol (Abilify®)
  • Lurasidon (Latuda®)

Das Risiko zuzunehmen ist bei diesen Medikamenten nicht höher als unter Placebo (Scheinbehandlung).

Risiko bei niedrigpotenten Antipsychotika höher

So segensreich die Einführung der neuen Generation von Antipsychotika (sogenannte atypische Wirkstoffe) auch war, ihre Stärken liegen nicht beim Thema Gewicht. Hier sind die den herkömmlichen Substanzen wie z.B. dem klassischen Haloperidol unterlegen. Es gibt aber auch unter den neueren Präparaten Mittel, die das Gewicht wenig beeinflussen. Dazu gehören etwa die bereits genannten Wirkstoffe Aripiprazol und Ziprasidon.

Tendentiell gilt als Faustregel: Je schwächer die antipsychotische Wirkung und je höher der sedierende (beruhigende) Effekt, umso größer ist die Gefahr, unter der Behandlung an Gewicht zuzulegen.

Wie Sie die zusätzlichen Kilos wieder loswerden

Letztlich sagen sämtliche Wahrscheinlichkeitsangaben und Statistiken im Einzelfall jedoch wenig aus. Jeder ist anders veranlagt und reagiert individuell auf die Medikamente. Wichtig ist daher vor allem, das Gewicht gerade zu Beginn der Behandlung regelmäßig zu kontrollieren und möglichst rasch entgegenzuwirken, wenn die Waage immer mehr anzeigt.

Das gelingt über den klassischen Weg: mehr Aktivität und Bewegung sowie eine Umstellung des Essverhaltens. Dabei können eine therapiebegleitende Diätberatung, Ratschläge zu einer gesunden Lebensführung und verhaltenstherapeutische Maßnahmen hilfreich sein.

Übrigens: Zu spät ist es dafür nie. Wer seine Lebens- und Ernährungsgewohnheiten überdenkt und seinem Körper mehr Bewegung gönnt, tut sich zu jeder Zeit und in jedem Lebensalter etwas Gutes. Natürlich fällt das schwerer, wenn man bereits stark zugenommen hat und möglicherweise unter Folgebeschwerden leidet. Lassen Sie sich daher beraten und unterstützen!

Autorin: Eva Bauer (Ärztin)

 

Hier finden Sie einen umfassenden Überblick zum Thema:
Haben Neuroleptika Nebenwirkungen?

Haben Sie eigene Erfahrungen oder eine andere Meinung? Dann schreiben Sie doch einen Kommentar (bitte Regeln beachten).
Kommentare (2)
Neuroleptika
2 24. Oktober 2018 um 11:28 Uhr
Anastasia Michailidou
Meine Tochter, jetzt 22, hat mit 16 angefangen Clozapin zu nehmen. Seitdem hat sie 20kg zugenommen. Man konnte die Uhr nach ihr stellen. Sobald sie abends das Clozapin genommen hatte, konnte sie den ganzen Kühlschrank rauf und runter essen. Aber, da wir das Medikament jetzt ausschleichen lassen und mittlerweile von 300mg auf 100mg sind, lassen die Hungerattacken nach - und sie hat 3kg abgenommen. Macht nichts, Leute. Hauptsache, ihr werdet wieder gesund.
Übergewicht durch Neuroleptika
1 11. Januar 2017 um 22:59 Uhr
sonja
Ich nehme seit dreißig Jahren Neuroleptika, davon zwanzig Jahre Leponex, das mir gut hilft, habe aber über achtzig Kilogramm zugenommen. Nun habe ich Atemnot und eine fortschreitende Wirbelsäulenverkrümmung, Buckel am oberen Rücken, den ich auch auf das Übergewicht schiebe, bewege mich fast nicht mehr, ein Teufelskreis, Übergewicht macht träge, Trägheit hindert mich am Sport, dadurch werde ich wieder dicker.
Man hätte mir sagen müssen, als ich anfing mit den Medikamenten, dass ich trotz allem unbedingt Sport machen muss. Es scheint mir nun zu spät für mich, damit anzufangen, habe Todesängste, wenn mein Herz anfängt zu stolpern, durch die Verkrümmung der Wirbelsäule entstand eine Trichterbrust bei mir, das heißt, das Brustbein drückt mein Herz zusammen und die Lunge, mit Folge Atemnot. Das gesunde Herz rebelliert gegen die Enge in meiner Brust durch Stolpern, habe dann Angst zu sterben, alles eine Folge der vielen Neuroleptika, die ich nehmen musste, und zu wenig Bewegung. Natürlich sind nicht die Medikamente alleine schuld daran.
Bei Einnahmebeginn wog ich achtunddreißig Kilo, also Magersucht, nach dreißig Jahren am Stück nun hundertundzwölf Kilo, nachdem ich abgespeckt habe, neun Kilo, also bitte alle, die solche Medikamente brauchen: Sport!
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