Was sind Dyskinesien?

Dyskinesien sind Bewegungsstörungen, die bei verschiedenen Erkrankungen, aber auch unter der Behandlung mit Medikamenten wie Neuroleptika auftreten können.

Diese Bewegungsstörungen gehen vom Gehirn aus und sind bei der Einnahme von Neuroleptika auf eine Hemmung der Dopaminrezeptoren zurückzuführen. Man unterscheidet Früh- und Spätdyskinesien.

Symptome von Frühdyskinesien sind u.a.:

  • krampfartiges Herausstrecken der Zunge
  • Blickkrämpfe
  • überschießende Bewegungen der mimischen Muskulatur
  • Opisthotonus (Verkrampfung der Hals- und Rückenmuskulatur)
  • Trismus (Kaukrämpfe)

Zu den Spätdyskinesien gehören:

  • abnorme, unkontrollierte Bewegungen der Zungen-, Mund- und Gesichtsmuskulatur
  • überschießende Bewegungen von Armen und Beinen
  • Verstärkung der Beschwerden bei emotionaler Anspannung

Frühzeitig entgegenwirken

Während frühe Bewegungsstörungen bereits in der ersten Woche der Behandlung auftreten, zeigen sich Spätdyskinesien erst nach Monaten bis Jahren. Im Gegensatz zu den frühen Formen sind sie außerdem oft irreversibel, bilden sich also nicht mehr zurück. Daher ist es wichtig, erste Anzeichen so bald wie möglich zu bemerken. Die Dosis des jeweiligen Medikaments muss dann reduziert oder die Behandlung ggf. auf ein anderes Präparat umgestellt werden.

Frühdyskinesien sind zwar ebenfalls unangenehm, lassen sich aber besser behandeln und bilden sich auch wieder zurück. Sie können der eigentlich erwünschten Wirkung vorausgehen und müssen daher oft einfach eine Zeit lang überbrückt werden. Medikamente helfen dabei, die Symptome zu lindern.

Hier finden Sie einen umfassenden Überblick zum Thema:
Haben Neuroleptika Nebenwirkungen?

Autoren: Dr. med. Julia Hofmann, Eva Bauer (Ärztin)

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Kommentare (3)
Dyskinesien
3 Samstag, den 21. April 2018 um 16:03 Uhr
Jan
Hallo,
ich heiße Jan und bin 15 Jahre alt. Ich habe ebenfalls schon meine Erfahrungen mit Dyskinesien, denn bei mir wurde im Alter von 13 Jahren Paroxysmale kinesiogene Dyskinesie (PKD) diagnostiziert. Nun muss ich jeden Tag Tabletten schlucken - ist zwar nervig, aber hilft.
Dyskinesien
2 Sonntag, den 11. Dezember 2016 um 10:31 Uhr
sabine weber
Habe durch Neuroleptikum Dyskinesien im Gesicht, Zunge, Hals und Kiefer und Mund bekommen. Es ist schrecklich, musste den ganzen Tag ohne meinen Willen Mund aufreißen. Nahm vorher das Neuroleptikum Dipiperon, Dosierung gar nicht hoch. Mein Arzt sagte, nehmen Sie nur die, sind gut. Nach ein paar Jahren fing es plötzlich an. Ich musste Dipiperon sofort absetzen. Ich hatte über Monate lang heftige Entzugserscheinungen. Kein Antidepressivum half mehr, war selbstmordgefährdet. Darum bekam ich Tavor. Die Dyskinesien heilten, 3 Jahre danach wurde es besser. Sprechen kann ich jetzt wieder normal, beim Essen habe ich noch Probleme. Das Problem ist nur jetzt, dass das Tavor nicht mehr so gut hilft. Gefahr, wieder neue Dyskinesien zu bekommen. Mein Magen ist auch schon kaputt, kann seit 8 Monaten nichts mehr essen, nur Kartoffeln, also sehr vorsichtig sein mit den ganzen Psychopharmaka.
Dyskinesien
1 Freitag, den 12. Februar 2016 um 11:07 Uhr
Dornenreich
Ich leide sehr unter oralen Dyskinesien als Nebenwirkung von Zyprexa oder Abilify. Das Gegenmittel bringt einfach nichts. Wenn ich aufgeregt bin, wird es schlimmer.
Es ist schrecklich und ich schäme mich so :(
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