Was ist zu tun, wenn man das Neuroleptikum nicht verträgt?

Nebenwirkungen und Unverträglichkeitsreaktionen sollten möglichst rasch dem Arzt mitgeteilt werden. Möglicherweise bessert eine Dosisreduktion die Beschwerden, oder ein anderer Wirkstoff ist besser geeignet.

Aller Anfang ist schwer

Leider sind Nebenwirkungen manchmal das erste, was Betroffene von Antipsychotika zu spüren bekommen. Die positiven Effekte lassen dagegen meist länger auf sich warten. Deshalb sollten Sie zu Beginn der Behandlung etwas Geduld mitbringen und dem Medikament Zeit geben, "richtig" zu wirken. Viele anfängliche Nebenwirkungen wie z.B. Bewegungsstörungen lassen sich auch behandeln und werden damit erträglicher.

Sollten Sie das Mittel nach einigen Wochen allerdings noch immer nicht vertragen und auch keine positive Wirkung bemerken, ist der Wirkstoff nicht der richtige für Sie. Dann muss Ihr Arzt zusammen mit Ihnen nach einer Alternative suchen. Es ist wichtig, dass Sie sich gerade in der Einstellungsphase der Antipsychotika eng mit ihm austauschen. Nur, wenn Sie ihm Rückmeldung geben, wie es Ihnen unter der Behandlung geht, kann er sie entsprechend anpassen und optimieren. Vor allem, wenn Sie über einen längeren Zeitraum Antipsychotika einnehmen, ist es ganz entscheidend, dass Sie die Mittel gut vertragen und akzeptieren können.

Dosisreduktion oder Umstellung

Wenn ein Präparat nicht vertragen wird, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Manchmal reicht es bereits, wenn die Dosis reduziert wird. Allerdings besteht dann die Gefahr, dass das Medikament auch weniger gut wirkt.

Führt eine Dosisreduktion nicht weiter, bleibt nichts anderes übrig, als das Antipsychotikum abzusetzen und einen neuen Versuch zu starten. Für die Betroffenen ist das nicht gerade angenehm, weil sich ein solcher Umstellungsprozess oft über Wochen hinzieht. Ob die neue Substanz dann tatsächlich besser verträglich ist, ist leider nicht vorherzusehen.

Antipsychotika kombinieren

Es gibt heutzutage eine große Auswahl an Medikamenten, die dem Arzt zur Verfügung stehen. Viele haben ganz unterschiedliche Wirkprinzipien, so dass es gut sein kann, dass Sie ein anderes Medikament problemlos vertragen.

Eine weitere Strategie ist die Kombinationsbehandlung mit mehreren Medikamenten. In der Regel kommt sie aber erst dann zum Zug, wenn zuvor zwei einzelne Wirkstoffe keinen Erfolg gebracht haben. Vorteil der Kombination ist es, dass die einzelnen Wirkstoffe unter Umständen jeweils geringer dosiert werden können. Das erspart im besten Fall die Nebenwirkungen.

Autorin: Eva Bauer (Ärztin)

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Kommentare (2)
Überdosis
2 Montag, den 10. Oktober 2016 um 01:00 Uhr
kenn ich
Wie, Sie haben Pharmakodepression? Das sind inhaltliche Denkstörungen, ich gebe ihnen Haldol, altes Hausmittel... Frechheit, egal was man sagt, es ist krankhaft und mit einer Krankheit kann man ja nicht reden .. zuletzt waren sie so frech, dass sie auf den Arztbrief falsche Dosen geschrieben haben. War gottseidank nochmal in der Apotheke, habe mir beglaubigten Ausdruck geben lassen, spiele mit dem Gedanken, diese Lügnerin anzuzeigen
Was ist zu tun, wenn man das Neuroleptikum nicht verträgt?
1 Donnerstag, den 30. Oktober 2014 um 16:23 Uhr
Kreatur
Wenn man ein Neuroleptikum nicht verträgt, dann bloß nichts davon dem Arzt erzählen, der einem das Neuroleptikum verordnet hat!!! In ihrer Unfehlbarkeitsmentalität sehen viele Ärzte ALLES, was von Patienten kommt und das nicht ihrer Meinung und Überzeugung entspricht, als Behandlungsuneinsichtigkeit an, welche dann nicht selten streng mit Zwangsmedikation, Fixierung und bei Kindern und Jugendlichen mit den "Time-Out-Raum" diszipliniert wird!!!!
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