Was sind vegetative Nebenwirkungen von Medikamenten gegen Schizophrenie?

Bei der Einnahme von Psychopharmaka können Funktionsstörungen des vegetativen Nervensystems auftreten. Das vegetative oder autonome Nervensystem steuert Körperfunktionen wie Atmung, Verdauung und Stoffwechsel.

Wenn Botenstoffe durcheinandergeraten

Diese unwillkürlichen Vorgänge in unserem Körper werden wiederum über verschiedene Botenstoffe reguliert. Obwohl der Hauptangriffspunkt von Antipsychotika Dopamin ist, beeinflussen sie auch andere Botenstoffe wie z.B. Acetylcholin und Adrenalin. So kommt es, dass unter der Behandlung auch das vegetative Nervensystem aus dem Gleichgewicht geraten kann.

Mögliche vegetative Nebenwirkungen von Antipsychotika sind:

  • Mundtrockenheit
  • Verstopfung (Obstipation)
  • Harnverhalt
  • Blutdruckabfall
  • Herzrasen
  • Schwindel
  • Schweißausbrüche
  • Hitzewallungen
  • verstopfte Nase
  • erhöhter Augeninnendruck

Meist nicht von langer Dauer

Vegetative Nebenwirkungen treten vor allem unter den niederpotenten konventionellen Substanzen wie z.B. Levomepromazin (Neurocil®) und Chlorprothixen (Truxal®) auf. Oft zeigen sie sich gleich zu Beginn der Behandlung und lassen im Verlauf wieder nach. Vor allem bei älteren Betroffenen können sie jedoch so stark ausgeprägt sein, dass eine Behandlung erforderlich ist oder das Medikament ggf. sogar abgesetzt werden muss.

Starker Speichelfluss unter Clozapin

Während es bei einigen Substanzen zu einer ausgeprägten Mundtrockenheit kommen kann, ist die häufigste vegetative Nebenwirkung unter Clozapin (Leponex®) ein vermehrter Speichelfluss (Hypersalivation). Das Medikament gehört zu den atypischen Antipsychotika und wird meist erst dann eingesetzt wird, wenn andere Substanzen keine Wirkung gezeigt haben. Etwa ein Viertel der Betroffenen leidet unter einer vermehrten Speichelbildung, die vor allem nachts auftritt. Wenn sie länger anhält, können zusätzlich Medikamente verabreicht werden.

Wenn Sie solche Nebenwirkungen bemerken, sollten Sie den behandelnden Arzt darüber informieren. Möglicherweise lässt sich die Dosis des Medikaments reduzieren oder auf ein anderes Präparat wechseln.

Autoren: Dr. med. Julia Hofmann, Eva Bauer (Ärztin)

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Kommentare (1)
Psychopharmaka
1 Mittwoch, den 03. Oktober 2018 um 05:49 Uhr
Viktor
Es gibt in der Psychiatrie ein richtig heftiges Mittel namens Xeplion - zerstört den Körper komplett.
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