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Was bedeutet Dementia praecox?

Dementia praecox heißt übersetzt: vorzeitige Demenz, also frühzeitiger geistiger Abbau. Es handelt sich um eine veraltete, nicht mehr gebräuchliche Bezeichnung u.a. für Psychosen des schizophrenen Formenkreises.

Der deutsche Psychiater Emil Kraeplin (1856-1926) prägte den Begriff, der impliziert, dass die Schizophrenie mit einer Demenz, d.h. einem dauerhaften geistigen Abbau einhergeht. Dies ist aber so nicht richtig und wird der Beschreibung der Schizophrenie sowie den Menschen mit der Krankheit nicht gerecht. Daher wird der Begriff Dementia praecox heute – zumindest im Zusammenhang mit der Schizophrenie – nicht mehr verwandt.

Falsche Bezeichnung mangels besseren Wissens

Dass die Schizophrenie damals überhaupt mit der Demenz in Zusammenhang gebracht wurde, lag an einzelnen Fällen, in denen junge Menschen an einer schweren Schizophrenie erkrankten (damals war freilich noch unklar, um was es sich handelte) und mehr und mehr in eine Art geistige Starre und in den sozialen Rückzug abdrifteten. Solche Fälle gibt es auch heute, sie verlaufen aber wegen besserer und früherer Behandlung in der Regel längst nicht so dramatisch. Insofern ist aber schon nachvollziehbar, dass man rund um das Jahr 1900 den geistigen Zustand und die Gedankenwelt während einer schizophrenen Episode für eine Form der Geistesschwäche hielt.

Autoren: Dr. med. Julia Hofmann & Dr. med. Jörg Zorn

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