Was ist eine Schizophrenie?

Die Schizophrenie ist eine schwere psychische bzw. psychiatrische Erkrankung. Der Name der Erkrankung stammt aus dem Griechischen und bedeutet in etwa „Seele abspalten“. Im Vordergrund stehen Störungen des Denkens, der Wahrnehmung, des Gefühlslebens (Affekt) und des Verhaltens.

Auch wenn oft verallgemeinernd von Schizophrenie die Rede ist, handelt es sich in Wirklichkeit um eine Vielzahl verschiedener Erscheinungsformen mit jeweils unterschiedlichen Symptomen. Typische und häufige Anzeichen sind Störungen der Wahrnehmung, des Denkens, der Emotionen und der Antriebskraft.

Typische Symptome einer Schizophrenie

Konkret geht eine Schizophrenie häufig mit folgenden Symptomen einher (wobei im individuellen Fall auch viele davon fehlen können):

Die Betroffenen

  • fühlen sich beobachtet, verfolgt oder ausspioniert;
  • bekommen Gedanken aufgezwängt;
  • hören (nicht vorhandene) Stimmen;
  • haben Halluzinationen;
  • ziehen sich sozial zurück;
  • sind depressiv und antriebslos gestimmt.

Viel häufiger als angenommen

Man schätzt, dass von 100 Menschen in Europa etwa einer an Schizophrenie leidet – viele von ihnen unerkannt. Es handelt sich also um eine ausgesprochen häufige Erkrankung. Der Beginn liegt typischerweise im jungen Erwachsenenalter, mit einer allerdings hohen Variabilität. Die Ursachen der Schizophrenie sind nach wie vor unbekannt. Fest steht nur, dass es derartige Störungen schon seit Urgedenken gibt.

Die Prognose ist sehr unterschiedlich und im Einzelfall schwer vorauszusagen. Bei jedem dritten Betroffenen verschwinden die Symptome nach einer gewissen Zeit komplett. Ein weiteres Drittel hat zumindest krankheitsfreie Phasen, die dann immer wieder durch akute Schizophrenie-Schübe durchbrochen werden. Und bei weiteren rund 30% verläuft die Erkrankung so schwer, dass sie praktisch andauernd betroffen sind und laufend psychiatrische Betreuung benötigen.

Autoren: Dr. med. Julia Hofmann & Dr. med. Jörg Zorn

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