Wann darf Seroquel (Quetiapin) nicht eingenommen werden?

Wirkliche Verbote für die Verordnung von Quetiapin gibt es nicht. Bei manchen Vorerkrankungen oder auch in Kombination mit anderen Medikamenten ist allerdings Vorsicht geboten.

Aufgepasst bei Herz- und Lebererkrankungen

Vor allem die Leber muss ausreichend funktionieren, um den Wirkstoff verarbeiten zu können. Ansonsten kann die Wirkung deutlich stärker ausfallen, oder die Substanz tummelt sich über eine lange Zeit im Körper. Bei schweren Lebererkrankungen muss der Arzt daher gut abwägen und die Dosis ggf. reduzieren.

Auch wer anfällig für einen niedrigen Blutdruck ist oder an einer Durchblutungsstörung des Herzens bzw. des Gehirns leidet, ist mit Seroquel® nicht unbedingt gut bedient. Das Medikament kann den Blutdruck weiter senken und so zu Schwindel bis hin zur kurzzeitigen Bewusstlosigkeit führen. Auf jeden Fall sollte Quetiapin bei entsprechendem Risiko vorsichtig eindosiert und die Betroffenen gut überwacht werden.

Weiterhin müssen Krampfanfälle in der Vorgeschichte berücksichtigt werden.

Zu viel des Guten

Seroquel® hat eine dämpfende und sedierende Wirkung. Oft ist das gewollt; gerade bei starker Unruhe, Anspannung und Schlafproblemen kann eine gewisse Abschirmung kurzzeitig Entlastung bringen. Allerdings kann sich diese Wirkung zusammen mit anderen Medikamenten, die ebenfalls müde machen, verstärken. Auch Alkohol kann den Effekt potenzieren.

Manche Antibiotika und Pilzmittel werden auf demselben Weg abgebaut wie Quetiapin. Die Substanzen können sich daher in die Quere kommen und sich gegenseitig beeinflussen. Während Antibiotika die Wirkung von Seroquel® verstärken, hemmen andere Präparate wie manche Mittel gegen Epilepsie oder auch Johanniskraut die Wirkung des Antipsychotikums.

Gründlicher Check vor der Behandlung

All das muss Ihr Arzt gut im Auge behalten, bevor er Ihnen Quetiapin verschreibt. Bei allen Antipsychotika müssen vor Beginn der Therapie verschiedene Routineuntersuchungen wie eine Blutentnahme und ein EKG erfolgen, um mögliche Risiken auszuschließen. Außerdem ist es wichtig, dass Ihr Arzt alle Medikamente kennt, die Sie einnehmen, um Wechselwirkungen abschätzen zu können.

Autorin: Eva Bauer (Ärztin)

Anzeigen