Welche Nebenwirkungen kann Invega (Paliperidon) haben?

Paliperidon (Invega®) ist ein Neuroleptikum, und wie bei allen Vertretern dieser Medikamentenklasse ist die Gefahr von schwerwiegenden Nebenwirkungen relativ hoch. Das hängt mit dem Wirkmechanismus zusammen, der tief und nachhaltig in die Aktivitäten des Gehirns eingreift. Paliperidon hemmt über eine Rezeptorblockade vor allem die Wirkung der Neurotransmitter Serotonin und Dopamin, aber auch von Histamin.

Da es sich bei Paliperidon nur um eine Weiterentwicklung von Risperidon handelt, genauer gesagt den aktiven Wirkmetaboliten von Risperidon, ähneln die Nebenwirkungen insgesamt sehr dem Risperdal®.

Sehr häufige Nebenwirkungen (bei mehr als 10% der Anwender) sind:

  • Kopfschmerzen
  • Schlafstörungen, Schlaflosigkeit
  • tagsüber Müdigkeit
  • Unruhegefühl
  • Bewegungsstörungen (Parkinsonismus): steife Muskeln, Gefühl der Starre, Gehstörungen u.a.
  • Zittern
  • starke Speichelbildung

Häufige Nebenwirkungen (bei mehr als 1% der Anwender) sind u.a.:

  • Erkältungssymptome: verstopfte Nase, Husten, Halsschmerzen
  • Magen-Darm-Probleme wie Durchfall, Verstopfung, Magenschmerzen
  • Stimmungsschwankungen
  • unwillkürliche Bewegungen
  • Gewichtszunahme
  • Gelenkschmerzen, Rückenschmerzen
  • erhöhter Blutzucker
  • erhöhte Triglyzeride im Blut
  • Herz-Kreislauf-Probleme: erhöhter Blutdruck, Herzrasen, aber auch langsamer Herzschlag
  • Hautausschlag, Juckreiz
  • Zahnschmerzen

Darüber gibt es zahlreiche seltenere Nebenwirkungen, einige davon schwerwiegend. Eine vollständige Liste aller jemals dokumentierten Komplikationen finden Sie im Beipackzettel. Bei auffälligen oder bedrohlichen Erscheinungen (z.B. unwillkürliche, rhythmische Bewegungen der Zunge, Überwärmung, Muskelsteifigkeit oder Bewusstseinsstörungen) sollten Sie die Tabletten absetzen und umgehend einen Arzt aufsuchen.

Autor: Dr. med. Jörg Zorn

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