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Wann darf Clozapin (Leponex) nicht eingenommen werden?

Bevor der Arzt Ihnen Clozapin verschreibt, muss er sorgfältig abklären, ob irgendwelche Vorerkrankungen bestehen und ob Sie soweit fit sind. Denn der Wirkstoff birgt allerlei Risiken und ist nicht für jeden geeignet.

Clozapin (Leponex®) kommt ohnehin nur in sehr speziellen Fällen zum Einsatz. Seinen Stellenwert hat es vor allem dann, wenn bereits andere Antipsychotika probiert wurden, aber nicht ausreichend gewirkt oder starke Nebenwirkungen hervorgerufen haben. Hier kann es ein wichtiger Rettungsanker sein, auf den die Ärzte zurückgreifen können.

Hier ist Clozapin tabu

Aber nicht bei jedem. Bevor mit der Therapie begonnen wird, müssen vor allem Ihre Blutwerte bestimmt und Ihr Herz untersucht werden. Wenn Sie früher schon einmal Leponex® oder ein anderes Antipsychotikum bekommen haben und sich Ihr Blutbild darunter verschlechtert hat, verbietet sich die Einnahme von Clozapin. Auch bestimmte Erkrankungen, die das Blut betreffen, sind ein Ausschlusskriterium.

Ausschlaggebend dafür, ob das Medikament gegeben werden darf, ist außerdem das Herz. Schwere Vorerkrankungen schließen die Einnahme aus. Aber auch gravierende Erkrankungen der Niere, Leber oder der Gallenwege können dem Arzt und seiner Therapieplanung einen Strich durch die Rechnung machen.

Da es unter Clozapin gehäuft zu Krampfanfällen kommt, ist es bei einer Epilepsie, die schlecht auf Medikamente anspricht, ebenfalls ungeeignet. Wenn die Erkrankung allerdings gut kontrolliert und stabil ist, wie es häufig der Fall ist, ist ein Therapieversuch durchaus vertretbar.

Manchmal muss man abwägen

Überhaupt ist es immer auch eine Sache der Abwägung, ob eine antipsychotische Behandlung allgemein und mit Leponex® im Speziellen angemessen ist. Risiken und Nebenwirkungen sind nie gänzlich auszuschließen. Der erwartete positive Effekt muss die möglichen Gefahren aber stets überwiegen.

Neben den oben genannten Vorerkrankungen, die eine Behandlung mit Clozapin grundsätzlich ausschließen, gibt es andere Situationen, in denen Nutzen und Schaden einander gegenübergestellt werden müssen. Beispiele sind etwa eine vergrößerte Prostata (Prostatahypertrophie) oder ein Engwinkelglaukom (Augenerkrankung mit erhöhtem Druck im Auge). Auch bei älteren Menschen mit Demenz, aber auch bei sehr jungen Betroffenen unter 16 Jahren ist gut abzuwägen.

Clozapin und andere Medikamente

Heikel ist außerdem die Kombination mit anderen Medikamenten. Da Leponex® dämpfend auf das zentrale Nervensystem wirkt, verstärken andere Substanzen, die ähnlich wirken, diesen Effekt zusätzlich. Das können übrigens nicht nur Medikamente wie die sogenannten Benzodiazepine sein, sondern auch Alkohol, der bestimmte Gehirnfunktionen gehörig durcheinanderbringen kann.

Die Kombination von Psychopharmaka ist allgemein nicht unproblematisch und sollte stets gut überlegt sein. Speziell Clozapin ist beispielsweise kein guter Partner von Medikamenten, die das Blutbild ebenfalls verändern oder verstärkt zu Krampfanfällen führen können. Da viele Antipsychotika, aber auch andere Arzneimittel bestimmte Rhythmusveränderungen am Herzen bewirken, ist auch hier Vorsicht geboten.

Gefahr von Über- und Unterdosierung

Und dann gibt es noch ganz andere Medikamente wie z.B. manche Antibiotika, die den Blutspiegel von Clozapin verändern können. Auch das muss immer mit bedacht werden. Einen Effekt auf die Wirkung des Medikaments hat außerdem eine Angewohnheit, die auch aus verschiedenen anderen Gründen nicht zu empfehlen ist: das Rauchen. Clozapin wird bei Rauchern schneller vom Körper abgebaut und wirkt dadurch weniger gut.

Eine Kombination mit anderen Arzneimitteln ist nicht grundsätzlich verboten und lässt sich manchmal auch gar nicht vermeiden. Wichtig ist dann aber, regelmäßig den Blutspiegel von Clozapin zu bestimmen, um zu sehen, ob das Medikament überhaupt wirken kann bzw. ob der Spiegel umgekehrt gefährlich hoch wird.

Autorin: Eva Bauer (Ärztin)

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