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Auf welche Weise wirkt Benperidol bei Schizophrenie?

Benperidol ist ein sehr starkes Neuroleptikum. Das Medikament ist zwar in der Lage, psychotische Krisen im Rahmen einer Schizophrenie einzudämmen. Wegen seiner hohen Rate an gefährlichen Nebenwirkungen wird Benperidol aber heute kaum noch eingesetzt – und wenn, dann nur als Reserve-Wirkstoff in besonders schwierigen Situationen.

Wie viele andere Neuroleptika auch ist Benperidol ein Gegenspieler des Botenstoffs Dopamin. Andockstellen, über die das körpereigene Dopamin seine Wirkung entfaltet, werden von Benperidol blockiert. Dadurch können akut psychotische Zustände, wie zum Beispiel Wahnvorstellungen oder starke Erregungszustände, nachhaltig eingedämmt werden.

Sehr häufig sehr schwere Bewegungsstörungen

Allerdings ist die Wirkung von Benperidol auf Dopamin und weitere Rezeptor-Systeme im Gehirn so stark, dass auch einige sehr gefürchtete Nebenwirkungen der Neuroleptika verstärkt und vor allem sehr häufig auftreten. Dazu gehören schwerste Bewegungsstörungen (das sogenannte extrapyramidale Syndrom mit Bewegungsunfähigkeit und unbeeinflussbaren Zuckungen und Grimassen), die im schlimmsten Fall auch nach dem Absetzen nicht mehr verschwinden.

Damit ist Benperidol einer jener Vertreter der Neuroleptika, die der ganzen Gruppe einen so schlechten Ruf eingehandelt haben. Diese Nebenwirkungen auf das Bewegungssystem sind teilweise so dramatisch und quälend, dass sich die Betroffenen zurecht die Frage stellen, ob sie mit der unbehandelten Schizophrenie nicht besser gefahren wären. Das Problem kann zwar durch die Einnahme von speziellen Begleitmedikamenten etwas gemindert werden. Aber dadurch lässt dann auch die Wirkung nach, was den Zweck der Maßnahme sehr in Frage stellt.

Heute nur noch etwas für Ausnahmefälle

Nachdem es heute zahlreiche alternative Neuroleptika mit deutlich geringerem Risiko für diese Nebenwirkung gibt (auch wenn dafür andere vermehrt auftreten), ist Benperidol nur noch etwas für Ausnahmefälle, in denen mit anderen Medikamenten kein Effekt erzielt wird und die Probleme durch die Psychose extrem bedrohlich erscheinen. Ohne ausführliche vorherige Information der Patienten bzw. Angehörigen über die Gefahren des Wirkstoffs sollte Benperidol überhaupt nicht verordnet werden.

Autor: Dr. med. Jörg Zorn

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