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Wann darf Aripiprazol (Abilify) nicht eingenommen werden?

Im Gegensatz zu anderen Antipsychotika gibt es bei Abilify® keine absoluten Kontraindikation. Das sind Situationen, in denen ein Medikament auf keinen Fall gegeben werden darf. Kritische Situationen, in denen man abwägen muss, gibt es aber sehr wohl.

Aufgepasst bei Krampfanfällen

Vor allem, wenn jemand schon einmal einen Krampfanfall erlitten hat, ist Vorsicht geboten. Antipsychotika können die Krampfschwelle senken. Allerdings kommt das häufiger bei den älteren, konventionellen Antipsychotika vor.

Außerdem bedeutet ein Krampfanfall unter der Therapie noch nicht gleich, dass das Medikament abgesetzt werden muss, wenn es ansonsten gut wirkt. Manchmal ist es einen Versuch wert, die Dosis zu reduzieren. Eine andere Möglichkeit besteht darin, zusätzlich ein krampflinderndes Medikament zu verabreichen (sogenannte Antikonvulsiva, die bei epileptischen Erkrankungen zum Einsatz kommen).

Es gibt also Mittel und Wege, bei einer erhöhten Krampfneigung doch noch ein Arrangement mit Abilify® zu treffen. Daher sind Krampfanfälle in der Vorgeschichte auch nur relative Kontraindikationen, die im Einzelfall überprüft werden müssen.

Wenig Erfahrung mit älteren Menschen

Weiterhin bestehen bei Menschen ab 65 Jahren gewisse Bedenken. Das liegt aber vorwiegend schlicht und ergreifend daran, dass man noch wenig Erfahrung mit dieser Altersklasse hat. Und was man nicht nachweisen und anhand von Studien eindeutig belegen kann, wird in der Medizin mit Skepsis beäugt.

Bei älteren Menschen und Demenzkranken sollte ohnehin jede Medikation kritisch hinterfragt werden. Vor allem Antipsychotika können die geistigen Funktionen weiter verschlechtern und den Betroffenen mehr schaden als nutzen. Die Dosis sollte so gering wie möglich gewählt und eine Dauermedikation vermieden werden.

Wie vor jeder Therapie mit Antipsychotika muss der Arzt bei Ihnen Blut, Leber und Herz untersuchen, bevor er Ihnen Aripiprazol verschreibt. Gerade bei dieser Substanz ist die Gefahr, dass das Herz oder der Stoffwechsel negativ beeinflusst wird, aber eher gering. So ist auch bei bestehenden Vorerkrankungen individuell abzuwägen.

Dosis unter Umständen anpassen

Ein Wort noch zu den Interaktionen von Abilify®. Da manche anderen Medikamente vom Körper ähnlich abgebaut werden wie Aripiprazol, kann es hier zu Konkurrenzsituationen mit gegenseitiger Wirkabschwächung oder auch -verstärkung kommen. So muss beispielsweise bei einer gleichzeitigen Behandlung mit Antidepressiva die Dosis ggf. erhöht oder erniedrigt werden.

Schwierig ist grundsätzlich die Kombination mit Substanzen, die ebenfalls im zentralen Nervensystem wirken. Dazu gehört im übrigen auch Alkohol.

Insgesamt ist Abilify® verhältnismäßig unkompliziert und gut verträglich. Nur selten darf es überhaupt nicht gegeben werden. Vorerkrankungen und sämtliche Medikamente, die eingenommen werden, müssen allerdings genau erfragt und berücksichtigt werden.

Autorin: Eva Bauer (Ärztin)

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