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Wie wirkt Aripiprazol (Abilify) bei Schizophrenie?

Aripiprazol (Abilify®) zählt zu den neueren, sogenannten atypischen Antipsychotika. Es hat eine sehr spezielle Wirkweise und verursacht verhältnismäßig wenig Nebenwirkungen.

Abilify® wirkt "positiv" und "negativ"

Die beiden Botenstoffe, auf die Aripiprazol abgerichtet ist, sind Dopamin und Serotonin. Vereinfacht gesagt wirkt es dadurch zum einen antipsychotisch, zum anderen leicht sedierend.

Wie alle neueren Substanzen hat es auch einen Einfluss auf die "Negativsymptomatik" bei der Schizophrenie. Im Gegensatz zu den "Positivsymptomen" wie Wahnvorstellungen und Halluzinationen, die man oft als erstes mit der Erkrankung in Verbindung bringt, sind die "negativen" Symptome weniger eindrücklich, können im Verlauf jedoch immer gravierender werden. Sie sind es, die die Erkrankung letztlich prägen und ihr ihren zerstörerischen Charakter verleihen. Dazu zählen etwa zunehmende Teilnahmslosigkeit, sozialer Rückzug wie auch Einschränkungen im Denken und Wahrnehmen.

Auch bei Manie und Depression

Abilify® ist vielfältig einsetzbar. Neben der Schizophrenie kann es auch bei manischen Episoden bipolarer Erkrankungen gegeben werden oder eine antidepressive Therapie ergänzen. Im Akutfall wird es direkt in den Muskel gespritzt. Üblich sind jedoch eher Tabletten, die auch längerfristig eingenommen werden können.

Durch seine gezielte Wirkweise lässt Aripiprazol andere Botenstoffe weitgehend unbehelligt. Genau deshalb ist es meist gut verträglich. Von Betroffenen oft gefürchtete und ungeliebte Nebenwirkungen wie eine Gewichtszunahme oder Störungen der Sexualität sind selten. Auch das Risiko für Bewegungsstörungen, die unter allen Antipsychotika kurz- oder langfristig auftreten können, ist gering.

Guter Kombinationspartner

Ein weiterer Vorteil ist, dass Abilify® recht niedrig dosiert gegeben werden kann. Schon in einer Dosis von 10-15 mg täglich ist die Wirkung oft ausreichend. Das macht das Medikament auch zu einem beliebten Partner anderer Substanzen. In der Kombination verschiedener Wirkstoffe können sich, wenn sie geschickt ausgewählt sind, die positiven Effekte ergänzen und bestärken, während die unerwünschten Wirkungen dadurch in Grenzen gehalten werden, dass die einzelnen Substanzen jeweils niedrig dosiert bleiben.

Wie bei jeder antipsychotischen Therapie muss aber auch Aripiprazol im Einzelfall ausprobiert werden. Nicht jeder profitiert gleichermaßen davon. Bei entsprechenden Symptomen einer Schizophrenie kann das Medikament aber durchaus eine gute Option sein.

Autorin: Eva Bauer (Ärztin)

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