Warum setzen Menschen mit Schizophrenie ihre Medikamente häufig selbst ab?

Einer Befragung der Universität Hamburg Eppendorf zufolge sind die häufigsten Gründe für das Absetzen von Neuroleptika eine Unverträglichkeit bzw. Nebenwirkungen der Medikamente.

Viele Betroffene sind auch davon überzeugt, gar keine Medikamente zu benötigen. Und einige vergessen der Umfrage zufolge ganz einfach die Medikamenteneinnahme.

Daneben gibt es natürlich viele weitere, individuelle Ursachen für das Einstellen der medikamentösen Behandlung. Man kann aber sicher festhalten, dass eine "Einsicht" in den Sinn der Behandlung das A und O ist. Insbesondere, wenn die Neuroleptika zu Beginn der Einnahme vermehrt Nebenwirkungen verursachen, kann die Einschätzung, dass das Ganze ja eh überflüssig ist, schnell zum Therapieabbruch führen. Hier sind als "Berater" neben den Ärzten auch die Angehörigen und Freunde gefragt.

Autorin: Dr. med. Julia Hofmann

Haben Sie eigene Erfahrungen oder eine andere Meinung? Dann schreiben Sie doch einen Kommentar (bitte Regeln beachten).
Kommentare (2)
Warum?
2 Sonntag, den 06. Januar 2019 um 02:31 Uhr
...
- Nebenwirkungen!
- Die Art und Weise, mit der die Psychiater diese Medikamente an Patienten "empfehlen". Solange man alles befolgt was der Psychiater sagt, ist alles gut. Tut man das aber nicht, dann geht es los. Man wird auf eine Paragraphen-Nummer reduziert und nicht mehr wie ein Mensch behandelt. Es werden massiv Ängste geschürt, Schuldzuweisungen ausgesprochen und Zwangsbehandlungen angedroht. Kurz um, es wird mit der Macht der Worte alles, aber auch alles versucht, um den Patienten zur "freiwilligen" Einnahme der Medikamente zu bringen. Alles, was aus der Norm fällt - zum Beispiel: Innere Stimmen hören - wird von den Psychiatern als Symptom der Schizophrenie und damit als krankhaft und als medikamentös zu behandeln eingestuft. Sie hören innere Stimmen? Okey! Rest Symptomatik. Was? Das Medikament reduzieren? Nein, Rest Symptomatik vorhanden. Eher erhöhen. Von den Psychiatern kommt in der Regel nichts, aber auch gar nichts in Richtung Reduktion und schon gar nicht in Richtung Absetzen. Möchte man als Schizophreniepatient ohne Medikamente leben, hat man praktisch keine andere Wahl, als sie selbst abzusetzen.
totaler Schwachsinn
1 Samstag, den 21. April 2018 um 00:19 Uhr
...
Die Medikamente werden abgesetzt, weil die Ärzte denken, dass jeder "Furz" schizophren ist. Und dann, ja dann - nachdem ich meinen behindert-blöden Patienten erstmal diagnostiziert habe - dann kann ich voll reinhauen:
8 mg Fluanxol, bäm; 150 mg Xeplion, bäm; 160 mg Zeldox, bäm; 6 mg Risperidon, bäm; Haldol, gerne Monotherapie.
Dann könnte er ja reden. Wer reden kann, der kann mir ja Probleme erzählen. Aber dann lieber in einer "richtigen Wirkstärke"!
Wegen so einem Dreck kommt es zum Absetzen, weil 90% der Psychiater zu doof für ihren Beruf sind.
Anzeigen