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Warum ist gerade zu Beginn einer Schizophrenie eine optimale Behandlung so wichtig?

Eine optimale Therapie einer erstmalig diagnostizierten Schizophrenie beeinflusst den weiteren Verlauf der Krankheit unter Umständen erheblich. Optimal bedeutet in diesem Zusammenhang:

  • konsequente medikamentöse Behandlung (Akuttherapie und Rezidivprophylaxe)
  • ergänzende nicht-medikamentöse Behandlung (Psycho- und Soziotherapie)
  • vertrauensvolle Beziehung zu den Therapeuten
  • Einbeziehung der Familienangehörigen und des sozialen Umfeldes
  • gemeindenahe ambulante Versorgung

Frühe Therapie verbessert die Prognose

Eine Schizophrenie kann ganz unterschiedlich verlaufen. Oft lässt sich zu Beginn noch nicht sagen, wie sich die Erkrankung weiterentwickelt und ob der Betroffene wieder vollständig gesund wird. Eine frühzeitige adäquate Behandlung gilt aber in jedem Fall als wichtiger prognostischer Faktor. Je früher und gezielter mit der Therapie begonnen wird, umso günstiger der weitere Verlauf. Umgekehrt hat eine dauerhaft unbehandelte Psychose eine deutlich schlechtere Prognose.

Am besten ist es, der Erkrankung zuvorzukommen, bevor sie vollständig ausbricht. Manchmal entwickelt sich eine Schizophrenie schleichend, aber doch charakteristisch in Form sogenannter Prodromalerscheinungen. Wird sie in dieser Phase erkannt und behandelt, kann die volle Symptomatik unter Umständen verhindert werden.

Schaden vom Gehirn abwenden

Das könnte damit zusammenhängen, dass es bei der Erkrankung vermutlich auch zu neurobiologischen und hirnorganischen Veränderungen und Schäden kommt, die sich in bildgebenden Untersuchungen zum Teil nachweisen lassen. Man geht davon aus, dass das Gehirn gerade in akuten psychotischen Phasen Schaden nimmt. Hier sind vor allem Medikamente wichtig, um das Gehirn vor weiteren Reizen abzuschirmen und zu schützen.

Frühzeitig zurück in den Alltag

Aber auch Psychotherapie und Soziotherapie gehören mit zur Behandlung, sobald der Betroffene dafür zugänglich ist. Ein stabiles soziales Netz, ein geeignetes Wohnumfeld und eine angemessene Arbeit bzw. Beschäftigung sind für den weiteren Verlauf entscheidend. Umso wichtiger ist es, entsprechende Maßnahmen frühzeitig in die Wege zu leiten.

Eine schwere, akute psychotische Phase muss manchmal stationär in der Klinik behandelt werden. Gerade wenn Medikamente eingestellt werden müssen, ist es sinnvoll, den Betroffenen engmaschig zu kontrollieren und bei auftretenden Nebenwirkungen eingreifen zu können. Im weiteren Verlauf sind teilstationäre oder ambulante Konzepte jedoch unbedingt vorzuziehen. Nur so kann der Betroffene in seinen Alltag zurückfinden und ein möglichst unbelastetes Leben führen.

Autoren: Dr. med. Julia Hofmann, Eva Bauer (Ärztin)

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