Gibt es wirksame Behandlungsmöglichkeiten für Menschen mit Schizophrenie?

Die Schizophrenie lässt sich häufig sogar sehr gut behandeln. Dabei gilt allerdings: Je früher, desto besser. Neben einer medikamentösen Therapie sind Psychotherapie und Soziotherapie wichtige Bausteine.

Vielfalt an Therapien

Die Schizophrenie ist eine multifaktorielle Erkrankung, die verschiedene Ursachen und Auslöser haben kann. So vielschichtig die Krankheit selbst ist, so differenziert muss sie auch behandelt werden. Da es mannigfaltige Formen und unterschiedliche Verläufe gibt, wollen wir an dieser Stelle nur einige allgemeine Hinweise zur Behandlung der Schizophrenie geben.

Die drei Bausteine der Behandlung der Schizophrenie sind:

Grundsätzlich sollte eine Schizophrenie so rasch wie möglich behandelt werden. Je länger eine Psychose unbehandelt bleibt, umso ungünstiger wird die Prognose. Das gelingt allerdings nicht immer, da sich die Erkrankung sehr unterschiedlich zeigen kann und oft über einen langen Zeitraum hin anbahnt. So kann es eine Weile dauern, bis die richtige Diagnose gefunden ist.

Nutzen von Medikamenten klar belegt

Manchmal bricht eine schizophrene Erkrankung aber auch sehr plötzlich aus. In der Akutphase, die häufig im Krankenhaus behandelt wird, stehen in der Regel Medikamente im Vordergrund. Auch wenn Antipsychotika keine harmlosen Substanzen sind und erhebliche Nebenwirkungen haben können, ist ihr Stellenwert in der Akutbehandlung doch unbestritten. Aber auch längerfristig haben sie sich als sogenannte Rezidivprophylaxe bei chronischen Verläufen bewährt.

Die Wirksamkeit der medikamentösen Therapie bei Schizophrenie ist klar belegt. Am besten sprechen phasisch verlaufende Krankheitsbilder darauf an, die sich nach jeder Episode vollständig zurückbilden. Vor allem akut psychotische Zustände mit Wahnvorstellungen, Halluzinationen und starker körperlicher Erregung lassen sich mit Antipsychotika gut behandeln.

Therapeutische Herausforderung

Schwieriger und medikamentös weniger zugänglich sind chronische Verläufe, die kontinuierlich oder in Schüben voranschreiten und sogenannte Residualsyndrome hinterlassen, sich nicht mehr vollständig zurückbilden. Hier ist es wichtig, die Behandlung gut abzuwägen.

Eine Langzeittherapie mit Antipsychotika kann sinnvoll sein, muss in Anbetracht der möglichen Nebenwirkungen, die oft nach längerer Zeit erst auftreten, aber wohlüberlegt sein. Umso mehr treten psycho- und vor allem soziotherapeutische Maßnahmen in den Vordergrund, die auch die Angehörigen und das soziale Netz der Betroffenen miteinbeziehen, um ihnen ein möglichst geeignetes Umfeld zu verschaffen, in dem sie im Rahmen ihrer Möglichkeiten im Alltag zurechtkommen.

Hilfe im Alltag: Psycho- und Soziotherapie

In der psychotherapeutischen Einzel- und Gruppenbehandlung stehen Psychoedukation (Aufklärung über das Krankheitsbild) und konkrete Bewältigungsstrategien im Alltag im Vordergrund. Auch ihre Wirksamkeit ist wissenschaftlich belegt. Sie kann sowohl den Betroffenen als auch ihren Bezugspersonen eine deutliche Entlastung bringen.

Soziotherapeutische Maßnahmen sind wichtig, um den Erkrankten ein möglichst "normales" Leben zu ermöglichen. Dazu gehören eine geeignete Wohnform und eine berufliche Perspektive. Entsprechend stehen Arbeits- und Beschäftigungstherapie (Ergotherapie) und wenn möglich die schrittweise Wiedereingliederung in den Beruf im Vordergrund. Wenn der Betroffene nicht mehr alleine zurechtkommt, gibt es therapeutische Wohngemeinschaften oder Wohnheime, in denen er gemeinsam mit anderen betreut wird.

Hilfe, aber nicht immer Heilung

Wie auch immer eine Schizophrenie verläuft, meist lässt sie sich zumindest positiv beeinflussen. Nicht immer kann die Erkrankung vollständig geheilt werden. Wie bei anderen chronischen Krankheiten müssen Betroffene, Angehörige und Freunde lernen, mit ihr umzugehen und langfristig zurechtzukommen. Moderne Medikamente und gezielte supportive Maßnahmen können dabei helfen.

Autorin: Eva Bauer (Ärztin)

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Kommentare (3)
alternative Behandlungsmöglichkeiten
3 Sonntag, den 19. November 2017 um 21:33 Uhr
...
Rmts kann auch zur Behandlung von Schizophrenie eingesetzt werden, nur leider lese ich hier in dieser Beratung fast nichts darüber außer einem kurzen Verweis
Genialer Kommentar...
2 Dienstag, den 25. Juli 2017 um 00:23 Uhr
DeineMeinungStinkt
@Maike: Super Kommentar, ernsthaft. Du findest es überheblich, dass es Selbsthilfegruppen und Therapien gibt? Klar, der Betroffene merkt ja meist auch, dass er krank ist (EBEN NICHT!). Dieses 'meine Meinung' Geschreibe ist so überflüssig....
meine Meinung
1 Dienstag, den 07. April 2015 um 12:41 Uhr
Maike
Ich finde das Ganze etwas überheblich, Alle Selbsthilfe und alle Therapien sind sowas von überflüssig, Hilf dir selbst, nur im Kopf des Betroffenen fängt die beste Hilfe an, meine Meinung,
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