Was sind sogenannte Warnsymptome für eine Schizophrenie?

Es gibt im Vorfeld einer Erkrankung oder Erkrankungsphase Veränderungen und Symptome, die auf eine Schizophrenie deuten können. Diese Anzeichen nennt man Früh- oder Warnsymptome.

Möglicherweise kommt es zu zunehmender Nervosität, psychischer Labilität, Konzentrationsschwäche, Merkfähigkeitsstörungen und Leistungsabfall. Auffallend kann eine psychische und körperliche Verlangsamung sein, Gereiztheit, Aggressivität, Schlafstörungen, Freudlosigkeit bis zur Depression, sozialer Rückzug und Isolation. Vielleicht verändern sich familiäre Beziehungen "von heute auf morgen". Jemand ist plötzlich sehr anhänglich oder aber ganz gefühlskalt.

Wichtig: richtige Einordnung und Interpretation

Diese und andere Symptome können im Vorfeld einer Schizophrenie auftreten, allerdings auch bei anderen Störungen. Es ist also sehr schwierig, solche Anzeichen immer gleich richtig zu deuten, insbesondere wenn die betreffende Person bislang gesund war.

Grundsätzlich ist es erst im Rückblick und nach einer ausführlichen Erhebung sämtlicher Symptome möglich, eine Diagnose zu stellen. Schizophrenien können ganz unterschiedliche Verläufe nehmen, die zu Beginn noch gar nicht absehbar sind.

Je nach Alter unterschiedliche Vorboten

Ein wichtiger Aspekt ist z.B. der Zeitpunkt der Erstmanifestation, wann also erstmals Anzeichen und Symptome aufgetreten sind. Die meisten Patienten erkranken im frühen Erwachsenenalter. Der Beginn der Erkrankung äußert sich hier unter Umständen völlig anders als etwa bei Jugendlichen oder Kindern (bei denen Schizophrenien nur sehr selten vorkommen).

Früh- und Warnsymptome sollten also mit Bedacht und Sorgfalt wahrgenommen und interpretiert werden werden.

Autoren: Dr. med. Julia Hofmann & Eva Bauer (Ärztin)

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Kommentare (7)
Vererbung
7 Mittwoch, den 10. August 2016 um 19:30 Uhr
Christine
Hallo Susann,
ich habe auch einen schizophrenen Sohn, mittlerweile 25 J. Bei ihm ist die Schizophrenie schleichend in der Pubertät losgegangen. Ich habe in der damaligen Phase auch immer wieder versucht bei Schulpsychologen, Jugendpsychiater, Erziehungsberatungsstellen mir Hilfe zu holen, aber leider, leider hat es niemand erkannt.
Jetzt ist er schon zum 2. Mal in der Psychiatrie und es bricht mir fast das Herz. Ich bin mir sicher, wenn man es früher erkannt hätte, wäre es viel einfacher zu behandeln gewesen. Ich möchte Sie ermutigen einen guten Psychiater od. Psychologen mit ihrem Sohn aufzusuchen und seine Veränderungen abklären zu lassen. Die Frage, ob so etwas vererblich ist, ist schwierig zu beantworten. Mir wurde gesagt, dass die Veranlagung die Krankheit zu bekommen, vererbbar ist und ob sie ausbricht oder nicht wiederum Typsache ist.
Bei uns ist es auch nicht belegt, ob es in der Familie vorgekommen ist, aber ich glaube meine Oma mütterlicherseits litt daran.
Vererbbar?
6 Montag, den 27. Juni 2016 um 07:33 Uhr
Susann
Hallo,
ist Schizophrenie vererbbar? Mein Sohn ist Teenager und hat mehrere Anzeichen für Schizophrenie. Ich habe große Angst, da beim Kindsvater diese Diagnose einmal im Raum stand. Er sich aber nicht behandeln ließ und ein weiteres Zusammenleben unmöglich machte. Mein Sohn zeigt immer mehr dasselbe Verhalten. Alles aufzuzählen würde hier den Rahmen sprengen. Ist es möglich? Auch wenn beim Kindsvater es nie wirklich vom Arzt bestätigt wurde, da der Kindsvater sich immer geweigert hat. Ich mache mir große Sorgen.
hang1
5 Montag, den 13. Juli 2015 um 20:53 Uhr
Cynthia
Sie wissen doch gar nicht, wie sich das anfühlt!
Sie lesen es auch nur aus Büchern.
Hallo Peter
4 Montag, den 09. Februar 2015 um 03:13 Uhr
Heidi
Wenn Sie nicht helfen können, kümmern Sie sich um sich selbst. Das ist das Einzige und wohl beste, was Sie in dem Moment tun können. Es bringt nichts, wenn Sie sich zusätzlich selbst kaputt machen und nicht mehr helfen können. Leider scheint das kein seltenes Problem zu sein. Ich wünsche Ihnen alles Gute.
Vorsicht
3 Donnerstag, den 17. April 2014 um 16:00 Uhr
Mike
Liebe Sandra Vorsicht statt nachsicht.. was kann einen "sicher" machen? nichts! man kann aber in der phase noch helfen und ist nicht kraftlos genervt oder sonstiges was dazu führen könnte seinen partner mit der "krankheit" nicht mehr helfen zu wollen. bitte nicht immer aus der sicht des "kranken" denken, wenn nichts ist dann ist doch alles ok. jemand der zu dem zetpunkt real denken kann würde sich dementsprechende tests unterziehen, der "kranke" aber nicht ;)
Gemeinsames Leben erscheint unmöglich
2 Mittwoch, den 19. Februar 2014 um 22:59 Uhr
Peter
Hallo, es ist mir als nicht Betroffenen und Angehörigen unmöglich einzugreifen. Die Warnehmungsstörung ist derart massiv, dass man selbst frustriert sich zurückziehen möchte. Hilfe ist unmöglich. Ich habe Angst, dass es eskalieren kann. Wer kann einem Raten, wo man Hilfe bekommt, gerade wenn die Einsicht in diese Erkrankung fehlt ?
Bist Du sicher, dass es Schizophrenie ist?
1 Freitag, den 09. November 2012 um 15:28 Uhr
Sandra
Hallo Kay,

was macht Dich denn so sicher?
Bei mir war es zwar auch so, dass ich lange Zeit in so einer Art Entstehungsphase war, aber ich kenne auch welche, da war es ähnlich und am Ende war es gar keine richtige Schizophrenie.

Liebe Grüße
Sandra
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