Wann müssen Schizophrenie-Patienten in einer geschlossenen psychiatrischen Abteilung behandelt werden?

Insbesondere Patienten, die sich selbst oder andere gefährden, müssen möglicherweise zunächst in einer geschlossenen psychiatrischen Station behandelt werden. Sobald sich die Symptomatik mit der Therapie bessert, kommen diese Patienten aber in der Regel auf offene Stationen.

Autorin: Dr. med. Julia Hofmann

Nachtrag der Redaktion:

Eine solche Situation ist für die Betroffenen und Angehörigen natürlich sehr schwierig. Man fühlt sich instinktiv an den einen oder anderen Kinofilm erinnert, in der völlig unberechtigt Menschen weggesperrt und in Zwangsjacken gesteckt werden. Allerdings muss man auch bedenken, dass heute von ärztlicher Seite meistens sehr viel sensibler mit dem Thema umgegangen wird als noch vor 50 Jahren. Außerdem ist die Gefahr von Gewalt gegen sich selbst oder nahestehende Personen in einer Klinik einfach besser zu kontrollieren als zuhause.

Auf der anderen Seite ist uns natürlich auch bewusst, dass immer noch Dinge schieflaufen. Das liegt vor allem daran, dass die Entscheidung, wann eine Einweisung in eine geschlossene Einrichtung mehr Nutzen als Schaden bringt, außerordentlich schwierig ist.

Dr. med. Jörg Zorn

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Kommentare (5)
Fixierung
5 Samstag, den 29. Dezember 2018 um 11:20 Uhr
Sven Thom
Ich wurde mehrere Wochen fixiert, weil ich abgehauen bin und auch sonst nichts mit denen zu tun haben wollte. Aber, wenn die Zwangsjacken gehabt hätten, hätte ich wenigstens herumlaufen können. Nun gab es da aber irgendwelche "Intelligenzbestien", die diese Jacken abgeschafft haben, ohne über die wirklichen Folgen nachzudenken - wie zum Beispiel: Thrombose, Verlust an Muskel-und Knochenmasse usw. Diesen "Intelligenzbestien" ist die äußere Erscheinung wichtiger als die körperliche Gesundheit der Betroffenen. Und mit solchen Jacken lässt sich auch deutlich weniger Geld erwirtschaften als mit den ganzen Psychopharmaka, die 0% heilende Wirkung haben, sondern einzig und allein Symptome dämpfen, ganz nebenbei auch mal tödlich sein können und im Allgemeinen nicht mal eben wieder ausziehbar wie eine Jacke sind, sondern unumkehrbar im Körper bleiben so lange der Körper sie nicht irgendwie abgebaut hat. Ich habe dabei eine Fettleber bekommen. Echt toll! Aber womit mein natürlicher Todeszeitpunkt nach vorn verlegt sein dürfte. Genau so, wie bei all denen, die Psychopharmaka einnehmen. Jede Art von räumlicher Freiheitsbeschränkung ist definitiv gesünder und im Notfall besser zu händeln, als diese chemischen Präparate, von denen kein Mensch auf der Welt weiß, was für Regelprozesse in einer einzigen Zelle - sei sie von der Pflanze oder vom Tier - wirklich ablaufen. Geschweige denn von den Prozessen, die in Geweben, Organen oder dem gesamten Körper ablaufen. Und da gibt es wirklich eine größere Gruppe Menschen die glauben sie wüssten, was im kompliziertesten Organ, was die Natur zu bieten hat, vorgeht. So etwas nenne ich entweder Massenwahnsinn oder Verlogenheit. Und das nur, damit man der Pharmaindustrie maximale Profite beschert. Oder es ist Feigheit, die Fehler der eigenen Zunft einzugestehen, die einfach nur befürchtet von den meisten anderen Ärzten argwöhnisch beäugt zu werden, weil sie vom technischen Fortschritt sehr viel weniger profitieren als diese. Wenn sich diese Zunft ein wenig mit Elektrotechnik, Robotik und Computertechnik auseinandersetzen würde, so würde sie erkennen, dass man den Menschen und die anderen Tiere analog dazu betrachten kann. Und, wenn man weiß, wie kompliziert Software sein kann und wie fehlerhaft diese mitunter ist, da kann man sich ja ausmalen, wie kompliziert es sein dürfte, die Fehler der Software des menschlichen Gehirns zu korrigieren. Stattdessen behauptet man, es wären Stoffwechselprobleme dafür verantwortlich. Aber für diese Behauptung gibt es nicht einen einzigen - tatsächlich wissenschaftlichen - Beweis. Und wäre es an dem, so wäre es ein Hardware-Problem und somit der Neurologe zuständig. Noch etwas zum Thema Öffentlichkeitsarbeit und Einfluss unserer ungebildeten Medien - wie EU-Kommissions-Mitarbeiter. Eurer absolut unsachlichen und zudem äußerst dummen Kritik an der Verwendung von Netzbetten in Tschechien und Österreich ist es zu verdanken, dass eine freiheitsbeschränkende Maßnahme jetzt wesentlich unangenehmer, wenn nicht gar traumatischer für die Betroffenen empfunden wird als vorher. Selbst, wenn man in einem Netzbett sitzt und noch zusätzlich eine Zwangsjacke tragen würde, hätte man mehr Bewegungsfreiheit als durch die Fixierung mit Gurten. Toll gemacht! Echte Vollpfosten! So etwas wie Time-Out-Räume findet man in Kliniken auch so gut wie gar nicht. Obwohl man in Behinderteneinrichtungen damit gute Erfahrungen gemacht hat. Und wer jetzt sagt, aber Großbritannien kommt doch vollkommen ohne Freiheitsbeschränkung aus, der irrt sich gewaltig. Die räumliche Beschränkung gibt es dort noch genau so. In Großbritannien werden auch voll umschlossene Betten gefertigt und verkauft. Früher aus Metall, später aus Holz und jetzt aus einem planen-artigen Material. Na, und? Aber hauptsächlich setzen sie auf Psychopharmaka, welche zum Teil ja auch als freiheitsbeschränkende Maßnahme gilt. Um nicht zu sagen, es ist die mit den größten Einschränkung im Bereich Bewegung, Bewusstsein, Gesundheit sowie Lebenserwartung. Aber ihr wollt ja nur helfen! Eure Taschen auf Kosten der Schwächsten füllen und eure Gewissen beruhigen. Daran kann man sehen, wie verlogen die Zivilisation der sogenannten westlichen Welt ist.
Mutter ist in geschlossener Abteilung
4 Dienstag, den 18. Juli 2017 um 11:01 Uhr
Sohn
Letztes Jahr ist mein Vater verstorben. Er hatte Blasenkrebs, der schon sehr stark im Körper wucherte. Nach einem halben Jahr ist der Hund überfahren worden. Meine Mutter hat dann alles von meinem Vater weggeworfen (auch Bilder und Andenken) und die Wohnung verändert.
Ich dachte noch, das hat etwas damit zu tun, dass sie ein neues Leben beginnen will. Jetzt weiß ich, dass sie fast 10 Tage lang spät abends auf den Gleisen herumgelaufen ist. Als Nachbarn mir das erzählten, habe ich den Notruf angerufen und mit ihr gesprochen. Jetzt ist sie seit etwa 3 1/2 Wochen in einer geschlossenen Abteilung und wird dort behandelt. Sie klaut, sieht überall andere Leute, hört Stimmen und bildet sich viele Sachen ein.
Ich weiß nicht weiter, ich hoffe, das gibt sich wieder. Ich weiß aber auch, dass sie nun die Medikamente für immer braucht und meine Verwandtschaft ist grandios dumm und ungebildet... Sie fingen schon an, dass die Klinik an allem schuld ist, meine Mutter müsse da raus. Chemie ist giftig. Bla bla bla...
verantwortungslos
3 Dienstag, den 16. Mai 2017 um 12:14 Uhr
Iglu
Meine Eltern haben es mit ansehen müssen, wie man mich mit 14 und dann noch mal mit 18 weggesperrt hat. So etwas kann man den Eltern und den Patienten nicht zumuten. Verantwortungslos!!!
Schizophrenie
2 Dienstag, den 21. Februar 2017 um 09:50 Uhr
Jenny Henseleit
Ich bin stationär in die Geschlossene gekommen da, jemand zu mir nach 13 Jahren Kontakt aufgenommen hat und wir Telefonnummern ausgetauscht haben, und ich hoffe, dass es mit den Stimmen hören irgendwann mal weg geht, weil mir das ziemlich auf die Nerven geht und derjenige mich der Zeit in Ruhe lässt.
Wann müssen Schizophrenie-Patienten in einer geschlossenen psychiatrischen Abteilung behandelt werden?
1 Freitag, den 07. November 2014 um 23:45 Uhr
Kreatur
In der Regel muss jeder Patient, der eine andere Meinung als der behandelnde Arzt hat, damit rechnen, weggesperrt zu werden. Viele Psychiater handeln dabei wie Staatsanwalt, Richter und Geschworene in einer Person!!!! Ein Psychiater vereinigt in seiner Person so viel Macht, dass ein Richter davon nur träumen kann!!!! Das Wort eines Psychiaters besteht sogar gegen das Gesetz!!!!! Ein Psychiater lässt nach Gutdünken zwangsmedikamentieren, wegsperren, fixieren u.v.m. Braucht ein Psychiater einen richterlichen Beschluss, dann kann kein Richter nachprüfen, ob das, was der Psychiater ihm sagt, auch der Wahrheit entspricht!!!!!