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In welchen Bereichen des täglichen Lebens haben Menschen mit Schizophrenie besonders Schwierigkeiten?

Um einem Menschen mit Schizophrenie adäquat helfen zu können, ist es auch wichtig, sich vor Augen zu führen, was ihm im Alltag Probleme bereitet. Und das sind leider - zumindest im akuten Stadium - fast sämtliche Lebensbereiche.

Menschen mit Schizophrenie haben häufig mehr oder weniger ausgeprägte Schwierigkeiten, ein normales Familienleben zu führen. Ebenso sind Schulbesuch und regelmäßige Arbeit oft erschwert. Auch eine Arbeitssuche gestaltet sich oft als schwierig, da kranke Menschen, insbesondere Menschen mit Schizophrenie, häufig auf Ablehnung stoßen.

Eigene Wünsche bleiben oft unerfüllt

Eigene Wünsche, Ziele und Erwartungen lassen sich von Schizophreniekranken häufig nicht umsetzen. Erschwert ist darüber hinaus das Unterhalten einer sexuellen Beziehung.

Belastend für die Betroffenen ist auch, wenn ein selbstständiges Leben nicht mehr möglich ist und Pflegepersonen eingesetzt werden müssen.

Fazit: Die meisten Menschen mit Schizophrenie wünschen sich einen normalen Umgang mit ihnen im Alltag. Auch wenn das nicht immer zu 100% möglich ist, ist es für Angehörige, Freunde und medizinische Betreuer wichtig, diesen Wunsch im Blick zu haben und ihm so weit wie möglich entgegenzukommen.

Autorin: Dr. med. Julia Hofmann, Oktober 2010

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Kommentare (1)
geächtete Krankheit
1 23. August 2017 um 05:55 Uhr
Blubberblase
Mich (w, 52) hat die Krankheit (ausgebrochen 1996) um eine anspruchsvolle berufliche Karriere gebracht. Dies lag weniger an meinem Unvermögen als an den Lücken in meinem Lebenslauf und der Unmöglichkeit, die Gründe für meine Schwerbehinderung zu erklären. Wenn ich mal nicht so belastbar bin, kann ich nicht unbefangen zugeben, woran das liegt.
Als Autorin habe ich Mühe, mich am Markt durchzusetzen. Ich schreibe über viele Themen, nur nicht über meine Schizophrenie. Die Gefahr, dass meine Arbeiten als "Betroffenheitsliteratur" abgetan werden und ich in die Schublade "Bekenntnisliteratur Betroffenheitsbereich Psychose/Schizophrenie" gesteckt werde, ist zu groß. Ich nehme ja zu allgemeinen gesellschaftlichen Themen Stellung und möchte nicht in einer Nische hocken.
Mit Autorenkollegen oder anderen Bekannten über meine Psychose-Erfahrung zu sprechen, ist so gut wie unmöglich, wird man doch schnell abgestempelt. Unbedachte Äußerungen werden rasch in die Richtung "Siehst du, sie spinnt doch" gedeutet. Schade, schade. Gerade in Konkurrenzsituationen könnten andere meine Krankheit gegen mich ins Spiel bringen. Dabei würde ich gern zu dem Thema schreiben, veröffentlichen und mich auf Veranstaltungen äußern.
Ich arbeite zudem teilzeit in der Erwachsenenbildung, mit Menschen mit Behinderung. Denen aus meiner Rolle als Dozentin heraus zu sagen: "Hört mal, ich bin selbst eine Betroffene" - ist einfach No Go. Ich würde nicht nur total aus der Rolle fallen, sondern es wäre dem Arbeitgeber auch unangenehm. Auch im dortigen Kollegenkreis wird gern geschwätzt und gelästert. Ich möchte so wenig wie möglich über mich preisgeben.
"Wenn du es erzählst, hört man dir zu und du erfährst Verständnis. Aber in unbedachten Augenblicken, wo etwas anderes zählt, z.B. der Konflikt um einen Arbeitsauftrag o.Ä., dann kann es zack-zack gehen und das Wissen um deine Krankheit wird gegen dich verwendet."
In der Psychiatrieszene selbst hatte ich die Erfahrung gemacht, dass ein großer Druck nach Selbstverwirklichung und Anerkennung herrscht: Jeder möchte mal einen Vortrag halten, einen Text veröffentlichen u.s.w., da herrschte auch großer Konkurrenzdruck und ich wollte ja nicht in die Nischenkultur. Die Möglichkeiten für Erfolgserlebnisse sind für psychisch Kranke rar. Da habe ich mich zurückgezogen, das war für mich keine Perspektive.
Ich lebe privat sehr glücklich mit Mann und Kind. Aber wenn die Mitschüler und deren Eltern wüssten, dass die Mutter meiner heranwachsenden Tochter (also ich) Schizophrenie hat, würde es auch dem Ansehen meines Kindes schaden. Das alles ist sehr betrüblich, aber im Moment sehe ich für mich noch keine Chance, über meine Psychose- und Psychiatrieerfahrung offen und frei zu sprechen.
Dabei freue ich mich sehr auf den Zeitpunkt, an dem es möglich wird.
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