Können Schizophrenie-Patienten normal Arbeiten gehen?

Ja, soweit nicht gerade ein akuter Krankheitsschub mit ausgeprägten Wahnvorstellungen u.ä. vorliegt, können Menschen mit Schizophrenie problemlos arbeiten. Sie sollten dies auch tun, um einer sozialen Ausgrenzung von vornherein entgegenzuwirken. Denn sozialer Rückzug ist tendentiell eher ein Krankheitsverstärker, während täglicher gesellschaftlicher Kontakt wie z.B. im Beruf eher gut tut.

In akuten Krankheitsphasen ist Arbeiten in vielen Fällen aber nicht möglich. Hier steht die Behandlung im Vordergrund, damit sich die akuten Symptome bessern. Sich zur Arbeit zu zwingen, während die Gedanken gerade verrückt spielen, bringt dann oft mehr Nachteile als Vorteile. Diese Entscheidung hängt aber auch sehr von der Ausprägung der Schizophrenie ab, es gibt ja auch sehr milde Schübe.

Fazit: Generell ist die Schizophrenie nur ganz selten ein Grund, dauerhaft nicht mehr zu arbeiten.

Autorin: Dr. med. Julia Hofmann

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Kommentare (17)
Arbeiten mit Schizophrenie
17 Freitag, den 13. März 2020 um 16:25 Uhr
Mo
Ich kann nur aus eigener Erfahrung sprechen, dass es nicht leicht ist, mit Schizophrenie zu arbeiten. Zudem spricht man bei der Krankheit von der Drittelregelung und das heißt, dass zweidrittel der Betroffenen es nicht leicht haben, aufgrund ständiger Psychosen arbeiten zu gehen. Oder einen Arbeitgeber zu finden, der verständnisvoll auf die Krankheit reagiert. Ich komme früh nicht aus dem Bett, wo doch nur ein Job ab Mittag in Frage kommt. Das liegt bei mir, wie bei vielen Erkrankten, an der Minus- bzw. Negativsymptomatik. Ich arbeite selber im Krankenhaus, und versuche es jetzt mit einem sechsstündigen Spätdienst. Ob ich die Ausdauer dafür haben werde, muss ich noch sehen. Versuchen werde ich es. Ich weiß aber auch - vielen mein Leidensgenossen geht es schlechter. Da ist selbst die Behinderten-Werkstatt zu schwer und zu anstrengend.
Schizophrenie
16 Samstag, den 03. November 2018 um 12:08 Uhr
Brigitte Heckenast
Seit fünf Jahren begleite ich meinen an Schizophrenie erkrankten Sohn (22 Jahre alt). Wenn ich mir die Kommentare hier durchlese, bin ich etwas verwundert. Im Normalfall ist es so, dass gerade die Krankheitseinsicht schlichtweg DAS Problem ist - entsprechend auch eine Behandlung und einen Kommentar wie: Seitdem bin ich im Behindertenheim. Das kann ich gar nicht zuordnen - denn eine an Schizophrenie erkrankte Person wird sicherlich nicht in einer Behindertenwerkstatt untergebracht.
Hebephrenie
15 Mittwoch, den 24. Oktober 2018 um 10:58 Uhr
Sabine
Ich denke, dass es sehr schwer ist mit dieser Krankheit zu arbeiten. Es ist schon eine Leistung mit dieser Krankheit sein Leben zu organisieren. Alles was Stress bereitet ist nicht gut.
Ich sehe alles nicht so negativ
14 Freitag, den 27. Juli 2018 um 05:19 Uhr
Leila
Hi,
nach unzähligen Fehldiagnosen erhielt auch ich im Alter von 21 die Diagnose Schizophrenie. Zu mir hieß es nicht: "Behindertenwerkstatt etc, pp". Zu mir hieß es: "Mach' deine Ausbildung zur Industriekauffrau in einem Berufsbildungswerk, lerne in den drei Jahren mit deiner Krankheit umzugehen und dann lebe dein Leben". Ich habe einen echt tollen Freund, mit dem ich zusammen lebe. Ich bin jetzt - nach meinem Urlaub und weiteren 4 Wochen - im dritten Lehrjahr. Bisher habe ich extrem gute Noten, so dass mich meine letzte Praktikumsstelle am liebsten sofort eingestellt hätte.
Also: Ich glaube auch, dass Krankheitsbewältigung ein echt wichtiges Thema ist. Auch ich habe immer wieder Rückschläge und mal zu kämpfen - aber macht einen das nicht eher stärker?
Liebe Grüße
Weiterbildung
13 Freitag, den 01. Juni 2018 um 13:35 Uhr
Streber
Ich sollte in eine WBFM. Nun versuche ich Abitur zu machen - und komme bestens zurecht.
JoJoJo
12 Dienstag, den 17. April 2018 um 15:26 Uhr
Karl
Man wird wirklich mit jeder Phase instabiler, merk ich an mir wirklich. Also lieber alles noch langsamer angehen, als wieder nen Schub zu riskieren. Am besten lange Gespräche mit einzelnen Familienmitgliedern und sie aufklären (das hilft). Wennn sie´s dann etwas verstehen reicht das schon und hilft enorm. Freunde sind mir auch sehr wichtig. An Arbeit möcht ich allerdings grad noch nicht denken...
Behindertenwerkstatt
11 Samstag, den 28. Oktober 2017 um 13:23 Uhr
stigmata
Reden wir doch nicht drum herum: gleich beim 1. Ausbruch meiner schizophrenen Psychose wurde mir beim 1. Klinikaufenthalt gesagt, wenn sie hier wieder rauskommen, gehen sie schön in eine Behindertenwerkstatt. Wo ich seit 23 Jahren bin. So ist es doch.
Arbeit suchen und finden, die Wahrheit sagen oder verschweigen
10 Mittwoch, den 13. September 2017 um 15:07 Uhr
Maria
Hallo zusammen,
es tut gut zu lesen, dass es Menschen gibt, die werktätig sind. Mir fehlt das. Durch wirklich beschissen unglückliche Umstände habe ich in diesem Jahr einen sehr guten Job verloren. Es fällt mir immer schwerer, die Zeiten der Krankheit in Vorstellungsgesprächen klein zu reden. Aber ich will meine Erkrankung auch nicht jedem auf die Nase binden. Ich bin arbeitsfähig, aber zwangsberentet. Von 500€ im Monat kann kein Mensch existieren. Ich bin 35 Jahre alt. Soll das für mich wirklich schon das Ende gewesen sein? Bei der heutigen Lebenserwartung bedeutete das, noch 60 Jahre in der Sozialhilfe. Von diesem Staat bin ich enttäuscht.
Ich habe irgendwie gedacht, man erhielte gerade als "Kranke" mehr Rückendeckung auf dem Weg auf den ersten Arbeitsmarkt. Allen Betroffenen wünsche ich mehr Glück als mir, und die Kraft das Leben und die Menschen zu überleben.
Gruß, Maria
Krankheitsbewältigung spielt eine große Rolle
9 Dienstag, den 16. Mai 2017 um 12:05 Uhr
Lala
Ich bin selber an einer schizophrenen Psychose erkrankt, seit ich 14 bin, teile die Meinung vom Beitrag "Menschen". Und es spielt eine große Rolle, wie man mit seinem Leiden umgeht. Meine größte Erkenntnis ist, dass ich mich etwas von anderen unterscheide. Und auch am Arbeitsplatz sollte es einen gewissen Freiraum für etwas "Unnormales" und auch "Einsamkeit" geben. Ich habe mich gerade selbständig gemacht, gleichzeitig in zwei völlig verschiedenen Branchen.
Ärzte oft unrealistisch
8 Donnerstag, den 20. April 2017 um 10:15 Uhr
Aha
Kein Arzt will hören, dass es eine Zumutung als Schizophrener ist, in Billigjobs zu arbeiten. Hier wird die Realität einfach ausgeblendet. Mich ärgert die Ansicht, dass sog. Psychos ja wenigstens noch billige Arbeiter aus Ärztesicht sein sollen. Oder es interessiert sie schlichtweg nicht.
Billigjobs als Alternative
7 Donnerstag, den 20. April 2017 um 10:08 Uhr
Aha
Die einzigen Jobs, die man als Schizophrener erhält, sind nun mal gering bezahlte. Wenn man vorher gut verdient hat, ist dies ein Rückschritt. Ich empfinde es als Demütigung, zu einem Billiglohn genötigt zu werden.
Arbeit ist oft nicht leicht
6 Dienstag, den 22. November 2016 um 15:40 Uhr
MAC
Die meisten Schizos, die ich kenne, arbeiten auf dem 2. Arbeitsmarkt. Mit jedem weiteren Schub wird man immer schwächer. Arbeit ist nur im Rahmen möglich, der keinen Schub provoziert.
Ein Gesunder schafft heute kaum noch die Anforderung im normalen Beruf, wie soll dann ein Schizo damit mithalten.
Menschen
5 Dienstag, den 14. Juni 2016 um 20:22 Uhr
nein
Ich für meinen Teil arbeite am liebsten allein. Die Gespräche mit meinen ehemaligen Arbeitskollegen waren nicht so bereichernd. Liegt wohl daran, was man für Jobs mit der Krankheit noch bekommt.
Schizophrenie und Arbeit?
4 Donnerstag, den 28. April 2016 um 17:21 Uhr
Tim
Während eine schnell auftretende Psychose oft (1/3 bis 2/3) wieder verschwindet, bleiben nach jeder Psychose Schäden. Klar können viele in jungen Jahren nochmal arbeiten gehen, aber der Preis nach einigen Jahren, nach den teilweise auftretenden Rückfällen, führen auch oft dazu, dass arbeiten nicht mehr möglich ist. Ärzte setzen hier oft die Leute sehr unter Druck und denken dann, die Psychose komme von irgendwo und nicht vom Druck durch Arzt, Arbeitgeber oder dem (über)motivierten Patienten selbst. Arbeit ist nicht das Patentrezept, oft braucht der Patient auch das Gegenteil. Frühzeitig in Teilrente gehen, um mit der Erkrankung viele Jahre arbeiten zu können. kann sinnvoll sein. Dass Ärzte über diese Option aufklären, will ich als Selbstverständlichkeit erleben.
arbeiten gehen
3 Donnerstag, den 31. März 2016 um 19:33 Uhr
martin
Ganz normal arbeiten gehen! Das muss ich gleich mal meiner Erkrankung erzählen. Die zickt da nämlich immer rum...
Frage
2 Freitag, den 13. Februar 2015 um 16:12 Uhr
Info
Glückwunsch! Wie hast du das geschafft?
Arbeit nach Psychose
1 Samstag, den 29. November 2014 um 19:41 Uhr
Britta Hofmann
Nach einer zwei-jährigen Psychose habe ich nach vollkommen eigenständig durch geführter Bewerbung wieder eine Stelle in meinem Beruf erhalten. Es ist ein akademischer Beruf, man hat mit vielen Menschen zu tun, trägt Verantwortung und muss auch unter Stress in der Lage sein, die richtigen Entscheidungen zu treffen. zudem stellt der Beruf hohe KOGNITIVE Anforderungen. Meine Salutogenese wurde durch die Arbeit unterstützt.
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