Darf man mit einer Schizophrenie noch Autofahren?

Ja, Menschen mit einer Schizophrenie dürfen normalerweise Autofahren und sind auch nicht gefährlich für Andere. Jedenfalls nicht mehr, als jeder andere auch.

Lediglich in akuten Krankheitsphasen, die vom Arzt festgestellt werden, darf ein Fahrzeug nicht geführt werden. Wenn diese Situation eintritt, wird der behandelnde Arzt aber explizit darauf hinweisen.

In solchen akuten Phasen wird der Betroffene ja in der Regel auch stationär betreut oder ist zumindest unter Aufsicht, so dass sich das Problem ohnehin nicht stellt. Wenn doch, sollten die Angehörigen zur Sicherheit den Autoschlüssel an einen sicheren Ort legen. Aber das gilt wirklich nur für solche akuten Phasen.

Autorin: Dr. med. Julia Hofmann

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Kommentare (7)
Schizophren und Auto fahren
7 Sonntag, den 18. November 2018 um 13:41 Uhr
Simone
Wir haben eine Nachbarin im Haus, die schizophren ist. Sie nimmt ihre Medikamente nicht, weil sie "Chemie" sind. Sie schreit und randaliert. Meist nachts, aber auch tagsüber. Sie hat mehrere Selbstmordversuche gemacht. Sie schlägt gegen die Türen der Nachbarn. Sie verklebt Briefkastenschlösser der Nachbarn mit Sekundenkleber.
Sie beleidigt und bedroht die Hausbewohner. Sie hat einen Tag vorn und hinten aus Fenster und Balkon (4. Etage) alles rausgeschmissen. Vom Tampon bis zum Computer.
Sie ist aus dem Fenster des 4. Stock gesprungen und und und...... fährt aber weiterhin mit dem Auto!
Jedesmal kommt sie ins Krankenhaus, wird auf Medikamente eingestellt, wird nach Hause entlassen und ein paar Tage später beginnt alles von vorn - denn sie nimmt ihre Medizin nicht. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis ein anderer mit seinem Leben bezahlen wird. Bei allem Verständnis für solche kranke Menschen, aber haben die anderen Menschen nicht auch das Recht auf Unversehrtheit? Unter ihr lebt (zum Beispiel) eine ältere kranke Dame, die wegen ihrer Krankheit Ruhe braucht und seit Jahren wegen des Krachs kaum zum Schlafen kommt. Sicher muss jeder Einzelfall betrachtet werden. Aber wenn schon so viel passiert ist, sollte etwas geschehen, bevor es zu spät ist.
Schizophrenie und Autofahren?
6 Donnerstag, den 08. Februar 2018 um 23:05 Uhr
Sven
Mein Vater hat - in seinem Beisein - meine Schwester mit seinem Auto fahren lassen. Sie ist, ohne es zu bemerken, bei roter Ampel über die Kreuzung gefahren! Es ist zum Glück nichts passiert. Das war's dann mit dem Fahren. Sie hat natürlich immer noch einen gültigen Führerschein.
Also: Ob ein an Schizophrenie Erkrankter ein Fahrzeug führen sollte/darf, hängt stark von der eingestellten MEDIKATION ab! Die gewollte und nicht gewollte Wirkung einschl. Nebenwirkungen der Medikamente führt eher dazu, kein Fahrzeug zu führen. Besser für den Patienten und die anderen Teilnehmer am Straßenverkehr!
Das heißt aus meiner Sicht: Auf keinen Fall darf ein Patient unter diesen Substanzen ein Fahrzeug im öffentlichen Raum/Bereich führen!!
Eure Meinung dazu?
Grüße an Alle
Überdosierung
5 Samstag, den 18. November 2017 um 22:07 Uhr
...
Man sollte regelmäßig den Medikamentenspiegel im Blut messen und die Nebenwirkungen nicht bagatellisieren. Ich hätte deswegen fast einen Unfall gebaut und wäre auch schon mehrfach fast in den Straßengraben gefahren.
Grazer Amokfahrer
4 Mittwoch, den 28. Juni 2017 um 07:41 Uhr
dontronco
Der Mann, der 2015 mit seinem Auto in der Grazer Innenstadt drei Menschen getötet hat, war nicht schizophren. Das Gericht hielt ihn entgegen der Mehrheitsmeinung der psychiatrischen Gutachter für zurechnungsfähig und verurteilte ihn wegen dreifachen Mordes und 108-fachen Mordversuches zu lebenslanger Haft.
Siehe auch: https://de.wikipedia.org/wiki/Amokfahrt_von_Graz
Der Amokfahrer war also in Wirklichkeit ein psychopathischer Massenmörder, der etliche erfahrene PsychiaterInnen zum Narren gehalten hat. Anders als ich bei meinem Kommentar vor einem Jahr gedacht habe, sagt dieser Fall somit nichts über die Fahrtüchtigkeit von Menschen mit Schizophrenie aus.
Man kann wieder ein ganz normales Leben führen.
3 Donnerstag, den 19. Januar 2017 um 08:53 Uhr
anonüm
Man kann wieder ein ganz normales Leben führen, wenn man nach der Erkrankung den Willen hat, wieder in die Gesellschaft zurück zu kehren. Man muss das Arzneimittel nur immer nehmen und an sich arbeiten. Fahre Auto, habe eine eigene Firma. Habe seit 12 Jahren keinen Schub mehr und stehe voll im Leben.
Es sind nicht alle Mörder
2 Sonntag, den 12. Juni 2016 um 09:10 Uhr
Schauermärchen
Dieser Mann ist wahrscheinlich die absolute Ausnahme. Ich weiß auch gar nicht, was diese Hetze gegen die Kranken hier soll. Es gibt sicherlich mehr Verkehrstote durch Alkohol am Steuer als durch schizophrene Wahnfahrer.
Wer schützt die Allgemeinheit vor schizophrenen Amokfahrern?
1 Donnerstag, den 02. Juni 2016 um 07:32 Uhr
dontronco
In Graz hat ein schizophrener Mann im Juni 2015 mit seinem Auto 3 Menschen getötet und 36 teils lebensgefährlich verletzt. Die Mordanklage wurde fallen gelassen, weil der Mann aufgrund seiner Erkrankung nicht zurechnungsfähig war. Ja, schon. Aber warum durfte er überhaupt Auto fahren? Den Hinweis, die Angehörigen sollten die Schlüssel wegnehmen, halte ich für nicht ausreichend. Viele Menschen mit Schizophrenie leben allein und haben gar niemand, der auf sie "aufpasst". Meiner Meinung nach müssten die Ärzte Schizophrenie-Patienten, die nicht compliant sind, den Verkehrsbehörden melden, damit ihnen die Lenkerberechtigung und die Fahrzeugzulassung (Nummernschild) entzogen wird.
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