Was kann ich in einer Notfallsituation mit einer schizophrenen Person tun?

Droht eine Situation zu eskalieren und sind der Betroffene selbst oder andere Personen gefährdet, ist dies auch eine medizinische Notfallsituation. Sie müssen also in jedem Fall versuchen zu helfen.

Ist die Person, die in einem akuten schizophrenen Schub steckt, aggressiv, lässt sich nicht beruhigen, ist nicht ansprechbar oder erscheint für eine Ansprache zu gefährlich, können der Notarzt, aber auch die Polizei alarmiert werden. Beide werden bei Bedarf ein Krankenhaus mit einer psychiatrischen Abteilung anfahren, deren Mitarbeiter Erfahrung mit der Krankheit haben und mit dem Betroffenen am besten umgehen können.

Autorin: Dr. med. Julia Hofmann

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Kommentare (11)
Die Polizei macht einen noch blöd an
11 Samstag, den 26. September 2020 um 10:48 Uhr
Peter Franke
Hallo,
die Polizei ist gar keine Hilfe. Man bekommt gesagt, dass die Polizei dafür nicht zuständig sei, und man bitte nicht mehr anrufen solle. Obwohl sich die Person im Schub befand und sich noch ausgesperrt hatte. Da bekommt man gesagt, man solle einen Schlüsseldienst beauftragen und warten bis der Schub vorbei ist. Ich empfehle, Angehörige anzurufen - wenn man deren Nummer hat. Oder das nächste Mal, wenn Angehörige kommen, sich die Nummer geben zu lassen, um diese beim Schub benachrichtigen zu können. Unser Nachbar sperrt sich nämlich immer beim Schub selber aus. Mittlerweile hat eine Nachbarin einen Schlüssel. So können wir den Nachbarn wieder in seine Wohnung lassen, ohne dass er die ganze Zeit vor der Tür warten muss, bis ihn irgendwann irgendwer wieder in seine Wohnung lässt.
Ruhestörung! Muss er Strafe zahlen?
10 Mittwoch, den 18. März 2020 um 14:48 Uhr
Anna
Hallo,
mein Freund ist derzeit leider in einem heftigen Schub. Er verweigert die Medikamente, ist aus der Psychiatrie einfach abgehauen und nun wieder in seiner Wohnung. Gestern Abend ist er ziemlich ausgerastet. Er war so laut, dass die Nachbarn die Polizei gerufen haben. Ich habe den Polizisten dann erklärt, dass er krank ist. Doch sie meinten, wenn die Nachbarn sich nochmal beschweren, muss er Strafe zahlen. Dabei ist er doch gar nicht zurechnungsfähig! Ich finde das unmöglich! Weder Nachbarn, noch Polizei haben Verständnis. Und er selbst lässt sich momentan nicht helfen.
Wie kann ich ihn überzeugen, die Medikamente zu nehmen? Abends hat er sie genommen, heute Morgen aber nicht. Wir wohnen nicht zusammen, und ich kann nicht ständig zu ihm gehen. Ich weiß nicht mehr weiter. Hat jemand einen Rat? Kann es auch ohne Medikamente besser werden?
Angehörige
9 Donnerstag, den 04. Juli 2019 um 15:28 Uhr
Marie Eltern
Bin gerade auf die Seite gestoßen! So leicht ist das nicht. Die Polizei macht nichts und der Notarzt kommt nicht. Es besteht ja keine Lebensgefahr! Bin mittlerweile selber krank und ueberlege, ob ich alles hinter mir lasse und weg gehe! Hilfe gibts nur, wenn der Kranke einsichtig ist. Das ist er aber nicht, mit der Krankheit! Also muss man das weiter erdulden, oder gehen!?
Taxi fahren mit Schitzo.
8 Sonntag, den 06. Januar 2019 um 11:59 Uhr
Peter Latzko
Hi,
darf man mit solch einer Krankheit Taxi fahren!? Ich kenne da jemanden, die fährt Taxi. Und, sie hat auch schon einen schweren Unfall gehabt! Trotz Verbot fährt sie wieder heimlich! Was kann man da machen?
Psychosen
7 Sonntag, den 08. Juli 2018 um 21:29 Uhr
Werner Borgolte
Guten Tag,
ich habe die Notrufnummer gewählt und erklärt, dass meine Ehefrau vor zehn Jahren schon einmal untergebracht war. Sie lachte nur, konnte sich allerdings - so, wie man das von ihr immer schon gewohnt war - nicht mehr verständlich mitteilen.
Trotzdem wurde keine Hilfe seitens der Notrufstelle angeboten, stattdessen solle ich doch am nächsten Tag mit dem Hausarzt sprechen. Das Gespräch fand frühmorgens (ca. gegen 8 Uhr) statt. Nachmittags wurde meine Ehefrau noch heftiger, indem sie sehr brutal wurde. Sie klopfte - immer und immer wieder - mit ihrer Zigarettenmaschine auf den auf dem Balkon stehenden Glastisch. Dann nahm sie ihr Handy (ein nicht gerade preiswertes Smartphone), und schlug es auf ein halb gefülltes Glas. Nun lag das Handy in der Brühe auf dem Tisch.
Ständig musste ich hinter ihr her gehen. Die Wohnungstür wurde geöffnet und die Kaffeemaschine zum Überlaufen gebracht - was aber die kleineren Übel waren. Trotzdem verständigte ich die Polizei, die zwei Beamte zu uns raus schickte - was ein weiteres Schauspiel für die Nachbarschaft im Mehrfamilienhaus bot. Denn Tage zuvor war meine Frau bereits mit den Nachbarn unter uns in Streit geraten. Ich erklärte damals, dass meine Ehefrau schwerbehindert sei sowie ein Pflegefall obendrein. Im Streit zog ich meine Frau vom Balkon. Über diese Situation, diesen Vorfall, diskutierte ich dann auch mit dem Hausmeister.
Als ich nun meine Frau zur Klinik bringen wollte, verließ sie die Wohnung, setzte sich an die Bushaltestelle, lehnte meinen Vorschlag ab und sagte, sie führe mit dem Bus dahin.
Dann, von Dienstag früh bis Donnerstag gegen 4:00 h, eine Ruhepause! Für mich allerdings keinen Schlaf, da ich noch Aktenzeichen XY sah und im Krankenhaus niemand ankam. All das erklärte ich auch der Polizei. Aber die meinten nur, ich solle mich Montag früh beim Gesundheitsamt melden. Da nun aber gegenüber ein Einfamilienhaus abgebrannt war und ich das vom Balkon aus beobachtet hatte, wies ich die Polizisten darauf hin, dass ich sehr wachsam sein müsse - auch wegen meiner Frau, die nämlich eine Zigarette nach der anderen rauche. Die Antwort der jungen Polizisten war: "Sie schaffen das schon!"
Ich frage mich: Wann komme ich denn selbst endlich wieder zur Ruhe? Immer dieses Klopfen mit dem Stuhl! Oder mit dem Zigarettengerät!
Mit freundlichen Grüssen, Werner Borgolte
Schizophrene hassen glückliche Menschen
6 Donnerstag, den 05. März 2015 um 07:12 Uhr
Nachbar von Schizophrenie-Erkrankten
Schizophrene hassen alle Glücklichen
Gesunde und glückliche Menschen sind Schizophrenen der größte Dorn im Auge.
Notsituation
5 Donnerstag, den 02. Oktober 2014 um 21:49 Uhr
Hulu
Am besten hilft es, die Person in ein Gespräch zu verwickeln und irgendwie auf andere Gedanken zu bringen. Das kann durchaus Stunden dauern und sich über einige Tage oder Wochen wiederholen. Wenn eine Schizophrene-Person aggressiv wird und auf andere Personen losgeht, ist etwas falsch gelaufen. Als nahestehende Person sollte man schon so viel Gefühl haben, die Anspannung zu merken und schon im vorhinein zu reagieren. Wenn man natürlich wegschaut, ist für den Betroffenen Aggressivität die letzte Möglichkeit auszudrücken, dass er Hilfe braucht.

Lg
Antwort
4 Freitag, den 21. Februar 2014 um 01:33 Uhr
f 31.5
1.) war es deine oder seine Wohnung? war es seine, wunder dich nicht, dass sie DICH mitnehmen, war ja nicht dein Zuhause.
2.) in was für einem Umfeld bewegt ihr euch?
3.) gab es Punkte (Situationen), in denen der Gedanke zur Gewalttat durch irgendeine Weise gefördert wurde? Zum Beispiel durch Schuldzuweisungen ect.?
4.) Konsum von Rauschmitteln mit falschen(m) Setting, Freunden(Missbrauch). und oder Betrieb.
5.) wurde Depression nicht mit Kreativität behandelt, so hat UNSER SYSTEM VERSAGT.
6.) Zerrüttelte FAMILIENverhätnisse verschlimmern die genannte Situation.
7.)
8:)
9.) MEDITATION = INNERER FRIEDEN??.
mfg f 31 ...
Notfallsituation
3 Mittwoch, den 01. Januar 2014 um 05:08 Uhr
Tashaa
Ich kann Bianca auch nur zustimmen, dass diese Personen gefährlich sind. Meine Mitbewohnerin befindet sich seit fast einem Monat in einem schizophrenen Schub. Anfangs hatte ich furchtbare Angst, kaum ansprechbar, durch die WG geisterte und wir nicht einschätzen können was ihre stimmen ihr sagen. Als wir alle dachten sie sei harmlos und ungefährlich wurde ich von ihr angegriffen. Sie wurde verhaftet und direkt in die psychatrie eingewiesen. ein tritt mit hackenschuhen in den solarplexus...
Kontakt vor Ort suchen
2 Montag, den 25. November 2013 um 07:06 Uhr
Redaktion NavMed
Hallo Bianca,

solche Situationen sind wirklich schwierig, da haben Sie recht (wir haben aber auch nicht geschrieben, dass das nicht passieren kann).

Wir können und dürfen keinen konkreten Rat geben, weil die rechtliche Situation sehr komplex ist und wir den Fall aus der Ferne nicht beurteilen können. Wenn Ihr Partner Sie tätlich angegriffen hat, muss die Polizei zwar was unternehmen, aber nur dann, wenn Sie ihn anzeigen. Das wollen Sie sicher nicht, und das macht es so schwierig.
Unser einziger Rat: Versuchen Sie, Ihren Partner zu einem Arztbesuch zu bewegen. Gehen Sie ggf. mit. Er braucht sicher Hilfe. Eine Alternative wäre Kontakt zu einer Selbsthilfegruppe an Ihrem Wohnort. Auch die wissen oft sehr gut, an wen man sich vor Ort am besten wenden kann.

Alles Gute und viele Grüße
Ihre Redaktion
Notfallsituation
1 Sonntag, den 24. November 2013 um 13:34 Uhr
Bianca
.Mein Freund befand sich am 18.11.2013 in einenm extremen schizophrenen Schub. Sie haben geschrieben das diese Personen nicht gefährlich sind. Ich kann ihnen sagen das es nicht der Fall war. Er bedrohte mich mich einem Messer und stach am Ende auf mich ein. Ich schrie meinen Nachbar an die Polizei zu rufen...die auch kam und mich mitnahm. Gegen ihn konnten sie nichts tun sie haben keine rechtliche Grundlage sagte man mir....ich sollte doch bei einer Freundin schlafen oder so.......die Polizei hat völlig falsch gehandelt und ich weiß nicht wie ich mich in Zukunft schützen kann, außer das ich die Beziehung beende. Vielleicht haben sie ein paar Anregungen für mich ...MfG