Wann darf man Amisulprid nicht einnehmen?

Auch wenn Amisulprid zu den tendentiell verträglicheren Neuroleptika gehört, gibt es eine Reihe an Situationen, in denen von der Einnahme abzuraten ist. Das gilt zum Beispiel dann, wenn es zuvor schon schwerwiegende Reaktionen auf andere Neuroleptika gab (Bewegungslosigkeit, Krämpfe o.ä.). In diesem Fall ist selbst bei besser verträglichen Neuroleptika zu befürchten, dass sich der Vorfall wiederholt. Wenn überhaupt, dann sollte das nur unter enger ärztlicher Kontrolle versucht werden.

Außerdem sollte Amisulprid weder bei älteren Menschen (über 65 Jahre) noch bei Kindern eingesetzt werden. Ebenso wenig während einer Schwangerschaft oder Stillperiode.

Vorsicht bei Parkinson, Epilepsie und weiteren Erkrankungen

Darüber hinaus darf Amisulprid ohne ausdrücklichen ärztlichen Rat nicht eingenommen werden, wenn bestimmte andere Erkrankungen vorliegen. Zu nennen sind hier vor allem:

  • Krebserkrankungen, die auf Hormone reagieren können (v.a. Brustkrebs und Tumoren der Nebennierenrinde)
  • Morbus Parkinson (wegen der Wirkung von Amisulprid auf den Botenstoff Dopamin)
  • Herzrhythmusstörungen
  • Einnahme von anderen Medikamenten, die Herzrhythmusstörungen auslösen können (auf Beipackzettel achten und dem Arzt alle anderen Medikamente nennen)
  • bekannte Epilepsie bzw. Krampfanfälle in der Vorgeschichte
  • bekannte Überempfindlichkeit gegen Amisulprid

Noch ein Rat, der hier zumindest am Rande zugehört: Verzichten Sie unter der Behandlung mit Amisulprid nach Möglichkeit auf Alkohol, insbesondere in größeren Mengen. Denn die jeweiligen Auswirkungen auf das Gehirn werden dadurch wechselseitig verstärkt.

Autor: Dr. med. Jörg Zorn

Alle Fragen und Antworten dazu finden Sie hier:
Amisulprid: Wirkung und Nebenwirkungen

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Kommentare (2)
PTBS = Amisulprid
2 Donnerstag, den 08. November 2018 um 16:11 Uhr
AnnA
Guten Tag,
ich hatte 2016 eine traumatische Erfahrung und leide unter PTBS. Meine mich störende Hauptsymptomatik sind Schlafstörungen und Angstzustände. Mein Hirn arbeitete träge und bessert sich langsam. Aber meine Konzentration lässt noch zu wünschen übrig. Ich arbeite daran. Beim Besuch einer Traumaambulanz wurde mir empfohlen, zur Stabilisierung in eine Allgemeinpsychiatrische Tagesklinik zu gehen. Nun will die dortige Oberärztin, dass ich Amisulprin nehmen soll -
50 mg täglich. Da ich schauen wollte wie die einzunehmen sind, bemühte ich eine Suchmaschine und entdeckte, dass es in der Schizophreniebehandlung eingesetzt wird.
Im nochmaligen heutigen Gespräch lehnte ich die Einnahme ab, und verwies auf meine Schlafproblematik und die Angstzustände. Ergebnis: Entweder Amisulprid oder keine Tagesklinik. Die PTBS ist leider eine gesicherte Diagnose. Und die OÄ meint auch nicht, dass ich Schizophrenie habe. Macht Amisulprid bei PTBS Sinn?
Solian
1 Donnerstag, den 05. April 2018 um 14:24 Uhr
Andrea
Hallo,
ich nehme schon jahrelang Solian ein - merke aber kaum etwas.
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