Welche Beschwerden macht ein Kropf?

Ob und welche Beschwerden ein Kropf macht, hängt von seiner Größe, aber auch von der Funktion der Schilddrüse ab. Generell kann man sagen: Je weiter die Vergrößerung der Schilddrüse voranschreitet, desto eher besteht die Gefahr, dass Sie sich davon beeinträchtigt fühlen. Die Beschwerden können dabei sehr unterschiedlich sein.

Ein Kropf kann aufgrund seiner Größe in verschiedene Stadien eingeteilt werden:

  • Grad Ia: Der Kropf ist auch bei zurückgebeugtem Kopf nicht sichtbar.
  • Grad Ib: Der Kropf ist nur bei zurückgebeugtem Kopf sichtbar.
  • Grad II: Der Kropf ist bei gerader Kopfhaltung sichtbar.
  • Grad III: Der Kropf ist auch aus der Entfernung sichtbar.

Wie ein dicker Hals entsteht

Eine vergrößerte Schilddrüse kann die verschiedensten Ursachen haben. In vielen Fällen steckt ein Mangel an dem wichtigen Spurenelement Jod dahinter, das gerade in Deutschland über die Nahrung oft nur unzureichend aufgenommen wird. Fehlt der Schilddrüse dieser wichtige Baustein zur Produktion ihrer Botenstoffe, versucht sie, den Mangel auszugleichen, indem sie wächst und sich immer mehr anstrengt, um den Körper noch ausreichend zu versorgen.

Irgendwann können sich daraus Knoten bilden, die unverdrossen Hormone produzieren. Auch diese Knoten können nach außen sichtbar werden. Der Arzt kann sie außerdem bei der Untersuchung gut ertasten. Aber auch eine Entzündung oder andere Erkrankungen der Schilddrüse können zu einem Kropf führen.

Begrenzter Platz im Hals

Grundsätzlich stellt eine vergrößerte Schilddrüse nach einer Weile ein mechanisches Problem dar. Wenn man bedenkt, dass in unserem Hals nicht allzu viel Platz ist und in unmittelbarer Nähe zur Schilddrüse noch die Speiseröhre und die Luftröhre mit dem Kehlkopf unterkommen müssen, kann man sich vorstellen, dass diese Nachbarn irgendwann ins Hintertreffen geraten.

Folgende Beschwerden können dabei entstehen:

  • Druck- und Engegefühl: Manche Betroffene klagen über ein Druck- und Engegefühl im Hals. Sie fühlen beim Schlucken einen Kloß im Hals oder bemerken, dass der Hemdkragen zunehmend enger wird.
  • Schluck- und Luftnot: Zudem kann die Schilddrüse ab einer bestimmten Größe zu Schluck- und Atembeschwerden führen. Dies macht sich typischerweise durch ein pfeifendes Geräusch beim Einatmen bemerkbar. Das hat folgenden Grund: Die Schilddrüse befindet sich unterhalb des Kehlkopfes direkt vor der Luftröhre. Wenn sie sich nach außen oder innen hin vergrößert, kann sie auf benachbarte Halsorgane wie die Luftröhre drücken. Die Atembeschwerden treten vor allem bei Belastungen oder bei bestimmten Kopfbewegungen auf.
  • Heiserkeit und Schluckbeschwerden: Des Weiteren kann eine vergrößerte Schilddrüse auf die Stimmbandnerven oder die Speiseröhre drücken und zu Heiserkeit und Schluckbeschwerden führen. Zudem kann der Kropf Nerven und Blutgefäße einengen und im schlimmsten Fall einen Blutstau im Kopf verursachen.

Wer zusätzlich an einer Über- oder Unterfunktion der Schilddrüse leidet, kann neben diesen Beschwerden auch die dafür typischen Symptome entwickeln, die manchmal den ganzen Körper betreffen. Das können Müdigkeit, Muskelschwäche und trockene Haut sein oder auf der anderen Seite Unruhe und Nervosität, Schlafprobleme sowie vermehrtes Schwitzen. Spätestens jetzt wird es Zeit, zum Arzt zu gehen.

Autoren: Nina Schratt-Peterz, Eva Bauer (Ärztin)

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