Was ist eine Struma nodosa?

Eine Struma nodosa ist eine vergrößerte Schilddrüse, die knotig verändert ist. "Struma" steht dabei für die große Schilddrüse, "nodosa" für die Knoten. In Untersuchungsbefunden liest man manchmal auch noch weitere Differenzierungen wie "uninodosa" (nur ein Knoten) oder "multinodosa" (mehrere Knoten).

Knoten ist nicht gleich Krebs

Der Ausdruck Knoten bedeutet hier übrigens nicht unbedingt Krebs. Im Gegenteil, in den meisten Fällen entsteht die Knotenbildung in der Schilddrüse aus anderen Gründen. Die häufigste Ursache ist ein chronischer Jodmangel, zugleich auch der häufigste Grund einer vergrößerten Schilddrüse.

Zur Erklärung: Die Schilddrüse benötigt Jod zur Herstellung der Schilddrüsenhormone. Besteht über längere Zeit ein Jodmangel, versucht die Schilddrüse, diesen Mangel durch Größenzunahme zu kompensieren: Sie bildet neue Zellen. Im Verlauf dieser Überaktivität kommt es auf lange Sicht auch zu degenerativen Veränderungen, die etwas überschießende Gewebebildung führt zur Knotenbildung. Das sind aber gutartige Knoten, die mit Krebs nichts zu tun haben.

Wenn sich Zellen der Schilddrüse selbstständig machen

Mitunter bilden sich in einer solchen Situation des jahrelangen Jodmangels auch sogenannte autonome Areale. Das sind neu gebildete Zellinseln, die sich ein Stück weit unabhängig machen und nicht mehr auf die normalen hormonellen Regelkreise der Schilddrüse reagieren. Diese Areale können mitunter auch wachsen, vor allem wenn sie stimuliert werden – zum Beispiel, wenn plötzlich doch sehr viel Jod in den Körper gelangt. Aber auch das sind dann noch keine bösartigen Knoten, sondern gutartige Adenome (gutartige Drüsenwucherungen).

In selteneren Fällen kann eine Struma nodosa allerdings auch auf einen Schilddrüsenkrebs zurückgehen. Meistens liegt dann ein größerer Knoten vor, selten mehrere.

Autor: Dr. med. Jörg Zorn

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