Wie gefährlich ist eine Schilddrüsenunterfunktion bei Kindern?

Wird eine Schilddrüsenunterfunktion bei Kindern nicht – oder nicht rechtzeitig – behandelt, drohen schwere gesundheitliche Schäden. Bei Kindern und Jugendlichen sind Schilddrüsenhormone vor allem für die Gehirnentwicklung wichtig.

Werden Neugeborene mit angeborener Schilddrüsenunterfunktion zum Beispiel nicht sofort (innerhalb der ersten 14 Tage) behandelt, kann es zu schweren bleibenden Hirnschäden und sogar zu einer schweren geistigen Behinderung des Kindes (Kretinismus) kommen. Zudem verlangsamt sich durch den Hormonmangel der gesamte Stoffwechsel, wodurch neben der geistigen auch die körperliche Leistungsfähigkeit abnimmt.

Eine Schilddrüsenunterfunktion bei Kindern kann angeboren sein oder auch durch einen Jodmangel entstehen. Leidet die Mutter während der Schwangerschaft zum Beispiel an einem Jodmangel, kann es beim Kind zu einer Unterfunktion der Schilddrüse kommen, da Jod für die Produktion von Schilddrüsenhormonen sehr wichtig ist.

Vorsicht bei diesen Symptomen

Zum Glück wird eine Schilddrüsenunterfunktion bei Kindern in der Regel rechtzeitig erkannt. Bei Babys schon im Rahmen des Neugeborenen-Screenings, bei Kindern anhand der auftretenden Beschwerden. Gleichwohl ist es wichtig, auch als Eltern über die wichtigsten Symptome Bescheid zu wissen.

Mögliche Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion bei Kindern sind Entwicklungsverzögerungen, blasse Haut, verzögertes Wachstum, eine heisere Stimme oder Ödeme um die Augen. Auch trockene Haut, Sprachstörungen und eine Gewichtszunahme können Anzeichen für einen Mangel an Schilddrüsenhormonen sein. Eine ausführlichere Liste der möglichen Symptome finden Sie hier.

Zur Beruhigung noch einmal: Heutzutage werden alle Kinder bei der Geburt auf eine mögliche Unterversorgung mit Schilddrüsenhormonen (beim sogenannten „Hypothyreose-Screening“) getestet. Wird ein Hormonmangel festgestellt, kann dieser sofort ausgeglichen werden. Bei einer rechtzeitigen Behandlung sind Folgeschäden meist ausgeschlossen.

Autorin: Nina Schratt-Peterz

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