Wodurch kann es zu einer Unterfunktion der Schilddrüse kommen?

Folgende Ursachen können eine Unterfunktion der Schilddrüse auslösen:

  • Hashimoto: Durch eine chronische Entzündung (wie Hashimoto-Thyreoiditis oder Morbus Basedow), bei der das körpereigene Immunsystem das Schilddrüsengewebe angreift. Man spricht daher auch von einer Autoimmunkrankheit.

  • Operation an der Schilddrüse: Patienten, deren Schilddrüse ganz oder in Teilen entfernt wurde, können nicht mehr genügend (oder gar keine) körpereigene Schilddrüsenhormone produzieren. Sie leiden automatisch an einer Unterfunktion.

  • Radiojodtherapie: Bei einer Behandlung von fehlerhaftem Schilddrüsengewebe mit radioaktivem Jod.

  • Infolge einer Schilddrüsenüberfunktion: Thyreostatika werden eingesetzt, um die Schilddrüsenfunktion zu hemmen. Eine falsche (zu hoch dosierte) Einnahme des Medikaments kann einen Schilddrüsenhormonmangel auslösen.

  • Fehlende Schilddrüse: In seltenen Fällen kann eine Schilddrüsenunterfunktion auch angeboren sein, zum Beispiel wenn die Schilddrüse beim Kind gar nicht oder fehlerhaft ausgebildet ist. Zudem kann auch ein angeborener Fehler im Produktionsweg der Schilddrüsenhormone zu einem angeborenen Mangel an Schilddrüsenhormonen führen.

  • Jodmangel: Die Schilddrüse braucht Jod, um die Schilddrüsenhormone T3 und T4 bilden zu können. Anhaltender Jodmangel aber auch Jodverwertungsstörungen können daher eine Unterfunktion auslösen. Leidet die Mutter während der Schwangerschaft an einem Jodmangel, kann beim Kind nach der Geburt ebenfalls eine zumindest vorübergehende Schilddrüsenunterfunktion vorliegen.

  • Störung der Hirnanhangdrüse: Die Schilddrüse produziert zu wenig Schilddrüsenhormone, da die Wechselbeziehung zwischen Schilddrüse und Hirnanhangdrüse gestört ist.

  • Myxödemkoma: entsteht bei Personen mit einer unbekannten und somit unbehandelten Schilddrüsenunterfunktion. Es kann insbesondere durch Ereignisse wie Infektionen, plötzliche Kälteexposition (langer Kälteeinwirkung mit Auskühlung), Stressereignissen (wie Operationen) und Überanstrengung ausgelöst werden. Die Betroffenen leiden neben den Beschwerden der Schilddrüsenunterfunktion an Bewusstseinsstörungen bis hin zum Koma. Beim Auftreten eines Myxödemkomas muss unverzüglich mit einer Behandlung begonnen werden.

Autorin: Nina Peterz

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