Können Schilddrüsenhormon-Tabletten Nebenwirkungen haben?

Schilddrüsenhormon-Tabletten sind normalerweise gut verträglich und verursachen bei richtiger Dosierung keine Nebenwirkungen. Ist die Dosis jedoch falsch eingestellt, können die typischen Symptome einer Schilddrüsenüberfunktion oder -unterfunktion auftreten.

Es ist nicht ganz einfach, die richtige Dosis an Hormonen zu finden. Jeder Mensch benötigt individuell ganz unterschiedliche Mengen der wichtigen Botenstoffe. Denn jeder Organismus arbeitet etwas anders.

Und dann kommt es auch darauf an, wie aktiv jemand ist. Ein Leistungssportler, der seinen Körper regelmäßig auf Hochtouren bringt und einen hohen Energieumsatz hat, benötigt weit mehr Schilddrüsenhormone als ein Büroangestellter.

Langsam an die richtige Dosis herantasten

Gerade in der Phase der Eindosierung kann es daher immer wieder zu Schwankungen des Hormonspiegels kommen, verbunden mit den entsprechenden Beschwerden.

Eine Überfunktion der Schilddrüse äußert sich beispielsweise durch Herzklopfen und Herzrhythmusstörungen, Hitzegefühl und Schwitzen sowie Zittern, innere Unruhe und Schlaflosigkeit. Bei einer Unterfunktion hingegen sind Erschöpfung und Müdigkeit, Konzentrationsschwäche und eine trockene Haut typisch.

Daher sollten Sie Ihre Schilddrüsenwerte in regelmäßigen Abständen vom Arzt überprüfen lassen. Für die richtige Dosiseinstellung ist insbesondere der TSH-Wert von Bedeutung.

Sie sollten sich wohlfühlen

Wichtig: Sollten nach der Einnahme von Levothyroxin Nebenwirkungen auftreten, ist unbedingt ein Arzt aufzusuchen. Meist besteht die Gefahr, dass anfänglich mehr Hormone als benötigt eingenommen werden, da sich der Körper erst langsam an die veränderte Stoffwechsellage gewöhnen muss. Die Dosis muss dann eventuell für einige Tage verringert werden oder die Einnahme der Tabletten ganz abgebrochen werden.

Sobald die Nebenwirkungen wieder abgeklungen sind, kann die Behandlung erneut erfolgen – dann allerdings mit einer geringeren Anfangsdosis. Neben dem bloßen Laborwert ist es immer auch wichtig, wie Sie sich fühlen. Die Einstellung Ihrer persönlichen "Wohlfühldosis" kann mehrere Wochen bis Monate dauern.

Auf Nummer sicher: Einnahme morgens auf nüchternen Magen

Auch in Kombination mit bestimmten Lebensmitteln und Medikamenten ist Vorsicht geboten. Einige Lebensmittel (und Medikamente) können die Wirkung von L-Thyroxin abschwächen. Dazu gehören zum Beispiel Milch und Sojaprodukte sowie folgende Arzneimittel: Kortison, Betablocker (Blutdrucksenker), Kalziumtabletten, Eisenpräparate, die Antibaby-Pille und Medikamente, die bei Sodbrennen (sogenannte Antazida) verwendet werden.

Ebenso kann L-Thyroxin die Wirkung von bestimmten Arzneimitteln wie Insulin vermindern und die Wirkung von blutgerinnungshemmenden Medikamenten (z.B. Marcumar) verstärken.

Die Einnahme von Levothyroxin sollte daher immer auf nüchternen Magen erfolgen, am besten am Morgen eine halbe Stunde vor dem Frühstück.

Autoren: Nina Schratt-Peterz, Eva Bauer (Ärztin)

Lesen Sie dazu auch:
Schilddrüsenhormontabletten (Thyroxin): Wirkung und Nebenwirkungen

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Kommentare (2)
Magen-Darm Trägheit
2 Sonntag, den 13. Januar 2019 um 11:39 Uhr
Seit ich L-Thyroxin nehme, verdaue ich nichts mehr und kann nicht auf WC. Kein Stuhlgang seit längerem. Habe vor 3 Tagen Unmengen erbroche., weil der Magen extrem gefüllt war, wobei ich mich schon kaum noch getraue was zu essen
Vollständige Entfernung der Schilddrüse
1 Dienstag, den 06. November 2018 um 16:49 Uhr
Habe sofort nach Aufwachen aus der Operation am 23.10.18 Darmbeschwerden bekommen, die bis heute anhalten. Sie äußern sich den ganzen Tag in Blähungen und dem Gefühl auf die Toilette zu müssen und es klappt dann doch nicht immer. 3Tage nach der Operation habe ich Euthyros 100 bekommen. Von Magnesium bekomme ich schon immer Durchfall.Im Beipackzettel lese ich Magnesiumstearat.
Könnte da ein Zusammenhang bestehen? Kann mir jemand helfen? MfG Maria Krahn
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